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  • Di., 19. August 2014, 09:21 Uhr
    Innenhoffest des MGV 1840 trotzt Regengüssen mit Theater, fetzigen Rhythmen und kulinarischen Genüssen

    Heiße Szenen und „Jetzt erst recht!”-Mentalität

    Wenn schon das Wetter nicht mitspielt, beim Schunkeln kann es warm werden. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Der August macht was er will, das zeigte der Sommermonat besonders am letzten Wochenende. Der Männergesangverein 1840 hatte in diesem Jahr sein traditionelles Innenhoffest zum ersten Mal auf drei Tage erweitert. Am Freitagabend sollte in hochsommerlicher Stimmung unter freiem Himmel die Mundart-Komödie des Schlappschnuut-Theaters „Die beschde Tage vun moim Lewe“ mit Peter Gutschalk und Ulrike Lotterhoß aufgeführt werden. Aber es glänzten nicht die Sterne, sondern die Regenpfützen auf Tischen und Bänken. Die 150 Zuschauer kamen trotz Regenwetters in den Genuss eines warmen, trockenen und kurzweiligen Abends – die Vorstellung wurde in den großen Saal des Gemeindezentrums der Lukasgemeinde verlegt. „Das haben wir uns ganz anders vorgestellt, eine laue Sommernacht unter freiem Himmel mit kühlen Getränken“, mit diesen Worten begrüßte Vereinsvorsitzender Holger Schneibel die Zuschauer in der ehemaligen Notkirche und ergänzte: „Zum Glück haben wir diese Ausweichmöglichkeit“.

    Die Geschichte von Klaus und Anna führt weit zurück – mit der Schultüte im Arm lernten sie sich kennen. Eine Ewigkeit war das her. Aber liebten sie sich später auch? Jedenfalls kamen die beiden sich näher, beim Tanzen noch ein wenig näher. Nach Jahrzehnten steht die Frage im Raum: Können Mann und Frau einfach Freunde sein? Seine Schwiegermutter hat schon ihre Meinung gebildet, denn sie sieht alles. Nun war die Gattin zu überzeugen. Treuherzig sagt Klaus: „Es ist doch nichts dabei, wenn ich mich mit enner Fraa treff, die ich kenn“. Auch Anna will ihren Angetrauten besänftigen: „Klaus ist wirklich nur ein Freund“.  Beide stehen im imaginären Dialog mit ihren unsichtbaren Ehepartnern, die sie ebenso fest im Blick haben wie die Zuschauer. Witzige Ideen, heiße Szenen, gepaart mit philosophischen Gedanken zur außerehelichen Freundschaft, das war der mundartlich gefärbte Stoff, der die Zuschauer immer wieder zum Lachen brachte.

    Während noch reichliches Nass von oben kam, stellte sich das vielköpfige Helferteam am Getränkeausschank im Innenhof auf eine turbulente Pause ein. Am Samstagabend wurde das Wetter nicht besser, der Regen platzte mitten die Gesangseinlage von Dieter Zehfuß. Erst als der Regen aufgehört hatte, ging es mit der Musik im Innenhof weiter, wie Vereinsvorsitzender Schneibel im Gespräch mit dem TIP berichtete. Mit einem Abzieher wurden schnell ein paar Tische und Bänke trocken gemacht. „Unsere älteren Gäste sind aber lieber drin geblieben“, merkte Schneibel an. Helmut Wehe, Patrick Embach und Überraschungsstar Barbara Boll brachten das jüngere Publikum mit fetziger Musik vor der Bühne zum Tanzen. „Das habe ich nicht einmal in den lauen Sommernächten der letzten Jahre erlebt“, meinte Schneibel, „jetzt erst recht“ sei wohl die Devise gewesen. Oder war es doch die Kälte? Thematisch gut gepasst habe die Vorführung der „Happy Dance Company“ aus Hofheim, die zehn Frauen waren als Eisbären verkleidet und kamen ohne Zugabe nicht von Bühne. „Trotz widriger Witterung sind wir zufrieden“, sagte der Vereinsvorsitzende und unterstrich sein Fazit mit einem strahlenden Lächeln.

    Nach kurzer Nacht stand am Sonntag der musikalische Frühschoppen auf dem Programm. Der Benz-Werkschor aus Mannheim-Waldhof eröffnete den Liederreigen, gefolgt von der Chorgemeinschaft des MGV Cäcilia und MGV Sängerbund-Sängerrose und dem MGV Liedertafel. Der Evangelische Posaunenchor Hofheim setzte den musikalischen Schlusspunkt. Dunkle Wolken hatten sich erfolgreich vor den Sonne geschoben, aber es blieb trocken. Ein kühler Wind kam auf, von Hochsommer auch am Sonntag keine Spur. Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen, das gilt auch für das Innenhoffest. Ein Grillbraten nach dem anderen wurde scheibenweise verspeist.

    Hannelore Nowacki

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