Di., 18.08.2026
Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
  • Startseite
  • Sport
  • Termine
  • Stellenmarkt
  • Mo., 18. November 2019, 08:52 Uhr
    Neues Schulsozialarbeitskonzept seit drei Monaten erfolgreich erprobt 

    HELP - „Durch Hilfe erfolgreiche Lösungen mit Profis“

    Bei der Vorstellung des neuen Schulsozialarbeitskonzept im Kreis Bergstraße gaben die  Fachleute Auskunft zu ihren durchweg positiven Erfahrungen. Im Bild (von links): HELP-Koordinatorin Annette Heubel, Leiter des Jugendamtes Kai Kuhnert, Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz und Stephanie Dekker, Schulleiterin der Erich-Kästner-Schule in Bürstadt. Foto: Hannelore Nowacki


    HEPPENHEIM – Das neue Schulsozialarbeitskonzept im Kreis Bergstraße trägt den griffigen Kurznamen HELP, der sich aus dem Titel „Durch Hilfe erfolgreiche Lösungen mit Profis“ herleitet und seit Schuljahresbeginn im August an allen Schulen im Landkreis angeboten wird, außer an Gymnasien und berufsbildenden Schulen, die andere Konzepte verfolgen. Diana Stolz, Erste Kreisbeigeordnete, hatte am Freitag zu einer Pressekonferenz ins Landratsamt eingeladen, an der Jugendamtsleiter Kai Kuhnert, HELP-Koordinatorin Annette Heubel und Jugendhilfeplanerin Susanne Pfaff von behördlicher Seite sowie Vertreter der beauftragten freien Träger und Schulleiterin Stephanie Dekker von der Erich-Kästner-Schule in Bürstadt teilnahmen. Aus den drei Monaten Praxisbetrieb werden durchweg gute Erfahrungen berichtet, was Stolz positiv überraschte. Dieser weitere Baustein in der Schulsozialarbeit und Jugendhilfe sei von allen Fraktionen im Kreistag einstimmig beschlossen worden und mit einem Posten von 1,6 Millionen Euro im Kreishaushalt veranschlagt, aufgestockt wurde um 250.000 Euro. Dies zeige die große politische Unterstützung, betonte Stolz. Über das Zutrauen der Schulen in das Konzept freue sie sich. Der Bedarf sei da, denn von 64 Schulen insgesamt haben sich 63 Schulen seit Beginn beteiligt. Wie Jugendamtsleiter Kuhnert anmerkte, sei es eine sehr kleine Schule, die das Angebot nicht annahm. Stolz betonte, dass HELP nur an die Schule kommt, wenn sich die Gesamtkonferenz dafür ausgesprochen habe. Von HELP profitieren 18.000 Schüler, teilte Stolz mit. Die sozialpädagogischen Mitarbeiter im Rahmen von HELP bieten ihre Hilfe unabhängig vom Unterricht und Schulbetrieb an und sind nicht dem Jugendamt unterstellt. Angestellt sind sie bei ihren Arbeitgebern, den freien Trägern wie Gerd Janske von Purzel, Daniel Bialon von NRD Orbishöhe und Pascal Ding von Rückenwind, der bei der Alfred-Delp-Schule in Lampertheim an vier Tagen für über 700 Schüler zuständig ist, bei der kleineren Biedensandschule steht er den etwa 70 Schülern an einem Tag zur Verfügung. „Mehr Möglichkeiten zu helfen“ findet Ding bei HELP gut. Anders als die vom Land Hessen bezahlten angestellten Sozialarbeiter im Rahmen des Programms „Unterrichtsbegleitende Unterstützung  durch sozialpädagogische Fachkräfte“, die sogenannten UBUS-Kräfte, gehen die HELP-Mitarbeiter nicht in den Unterricht. Das mache sie unabhängig vom Notensystem, erläuterte Stolz, und die HELP-Kräfte können sich mit den Kindern und Jugendlichen auch außerhalb der Schule treffen, beispielsweise in der alla hopp!-Anlage oder auf Wunsch mit den Eltern zuhause. Denn Probleme von zuhause werden oft in die Schule getragen oder umgekehrt. Kontakte zu Vereinen und sonstigen Einrichtungen können die HELP-Mitarbeiter vermitteln, weil sie die Angebote kennen und Kontakte haben. „Das war ein langer Weg, den wir gemeinsam gegangen sind, eine Mammutaufgabe von der Idee bis zur Umsetzung mit öffentlicher Ausschreibung“, erklärte Jugendamtsleiter Kuhnert, der durch die präventive Arbeit und frühe Hilfen insgesamt für alle Seiten eine Win-Win-Situation sieht. Die Stelle der Koordinatorin sei neu geschaffen worden. „Es ist ein ganz großartiges Projekt“, urteilte Schulleiterin Dekker begeistert, „ein Hand in Hand gehen“. An ihrer kooperativen Gesamtschule mit rund 860 Schülern sei HELP-Mitarbeiter Carsten Bach bei 30 Stunden in der Woche mittlerweile ausgebucht, „er ist eine unglaubliche Bereicherung für uns“. Mit dem Vorteil, dass er der Verschwiegenheit verpflichtet sei und nicht dem System Schule angehöre. Eine andere Expertise brächte die UBUS-Kraft in ihrer Schule mit. Wie Daniel Bialon (NRD Orbishöhe) berichtete auch Gerd Janske (Purzel) von guten Erfahrungen mit den UBUS-Kräften. Ebenso sieht Jugendhilfeplanerin Pfaff die Trennung von Schule und Sozialarbeit positiv. Nach regelmäßiger Evaluierung könne festgestellt werden, was besser gemacht werden könnte, welche Bedarfe sich ändern.  Hannelore Nowacki

     
    Anzeige Online StellenmarktAnzeige dkge 1x1Anzeige dkge 2x2
    Anzeige NK Worms und RheinhessenAnzeige TicketshopAnzeige 3 Anzeige - 2