Lampertheimer Tafel wirbt um Zeit-, Geld- und Sachspenden / Junge Mutter sagt Danke
Hilfe, die ankommt
Das Team der Tafel hofft auf weitere ehrenamtliche Helfer und zahlreiche Spenden, um diejenigen Menschen in Lampertheim versorgen zu können, denen es nicht so gut geht wie den meisten anderen. Foto: Benjamin Kloos
LAMPERTHEIM – Seit 7,5 Jahren besteht die Tafel in Lampertheim und ist Anlaufstelle für zahlreiche Menschen in Lampertheim, die Unterstützung bei der Versorgung mit Lebensmitteln benötigen. Derzeit werden durch die Tafel 200 Haushalte und insgesamt 440 Personen aller Altersklassen versorgt, davon sind 154 Kinder – Tendenz steigend.
„Im Gegensatz zu den gängigen Behauptungen sind keineswegs nur Ausländer Kunden bei uns, sondern eine Großzahl sind auch deutsche Staatsbürger, teilweise mit gutem Schulabschluss und Berufsausbildung. Es ist uns wichtig, aufzuzeigen, dass jeder in die Situation geraten kann, in der man auf die Unterstützung seitens der Tafel angewiesen ist. Dies kann ganz schnell gehen, beispielsweise durch plötzliche Arbeitslosigkeit", betonte Irene Finger, Leiterin Regionales Diakonisches Werk Bergstraße im Rahmen eines Pressegesprächs.
So wie im Fall einer jungen, alleinerziehenden Mutter mit einem vierjährigen Sohn aus Lampertheim. Diese ist seit drei Jahren Kundin der Tafel, alle 14 Tage ist sie hier, am Anfang viel es ihr sehr schwer, diesen Schritt zu gehen – auch weil sie Abitur und eine gute Berufsausbildung zur Versicherungsfachfrau absolviert und bereits Berufserfahrung gesammelt hat. „Leider bekam wir vom Vater meines Sohnes nie Unterstützung, so wurde es finanziell oft eng." Gerne hätte sie in ihrem früheren Beruf gearbeitet, doch „als Alleinerziehende ist dies bei Arbeitszeiten von bis zu zwölf Stunden täglich leider nicht möglich." Derzeit befindet sich die junge Mutter auf der Suche nach einer neuen Stelle, eine Qualifizierungsmaßnahme hat sie gerade erst abgeschlossen. In Ferien, wenn viele Arbeitnehmer im Urlaub sind, übernimmt sie regelmäßig Aushilfsjobs, „aber das reicht hinten und vorne nicht. Für mich ist die Tafel ein Segen, sie hat mir bereits mehrfach aus schwierigen Situationen geholfen", so die junge Frau in einem Pressegespräch. „Es ist fantastisch, was hier geleistet wird, alle sind immer freundliche und haben auch ein offenes Ohr für Probleme."
Doch bei der Tafel ist längst nicht alles eitel Sonnenschein, auch wenn ein solches Lob und Dank seitens der Kundin natürlich gut tut: „Wir suchen dringend Helfer – egal ob stundenweise oder den ganzen Tag! Wichtig ist in aller erster Linie Zuverlässigkeit", so Irene Finger. „. Was die Ehrenamtlichen leisten, mit welcher Motivation und Engagement sie sich einbringen, ist wirklich großartig. Ohne sie wäre die Tafelarbeit nicht möglich. Es ist uns wichtig, unseren Kunden mit Respekt und Würde zu begegnen."
Dienstags und donnerstags findet die Ausgabe von Waren in der Tafel Lampertheim statt, wobei dienstags bereits keine Kunden mehr aufgenommen werden können – so groß ist der Andrang mittlerweile, auch aufgrund von 53 Flüchtlingen, die mittlerweile das Angebot der Tafel in Anspruch nehmen.
Alle 14 Tage haben die anerkannt Bedürftigen gegen einen symbolischen Beitrag von 2 Euro so die Möglichkeit für sich und ihre Familien die dringend benötigten Lebensmittel einzukaufen. Dies kann naturgemäß keine alleinige Versorgung darstellen, sondern nur als wertvolle Unterstützung dienen. Deshalb sind Spenden für die Tafel um so wichtiger. Ein großes Dankeschön geht in diesem Zusammenhang seitens der Tafel an die zahlreichen Spender wie Großmärkte, Lebensmitteleinzelhandel, Landwirte, Bäckereien, Metzgereien und Tankstellen. Benjamin Kloos
Info: Wenn Sie die Tafel Lampertheim mit Zeit-, Geld- oder Lebensmittelspenden unterstützen möchten, können Sie sich gerne unter 06206 / 94130 an Isabelle Moeller-Dutoit oder unter 06206 / 155946 an Karlheinz Stumpf wenden. Die Spenden gehen zu 100 Prozent direkt an die Tafel Lampertheim.