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  • Mi., 14. Juni 2017, 13:40 Uhr
    Frauenhaus Bergstraße richtet Beratungs- und Interventionsstelle im Stadthaus Lampertheim ein

    Hilfe für Frauen in Lampertheim und im Ried



    Ab sofort bietet das Frauenhaus Bergstraße auch in Lampertheim jeden Dienstag Vormittag Beratung für von häuslicher Gewalt betroffene Frauen an. Mareike Mischler, die 1. Vorsitzende des Frauenhaus Bergstraße Christine Klein, Erster Stadtrat Jens Klingler, die Lampertheimer Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte Sonja Niederhöfer und die Ansprechpartnerin des Frauenhaus vor Ort, Nathalia Sedig (v.l.), stellten das Angebot am Mittwoch vor. Foto: Benjamin Kloos

    LAMPERTHEIM – Seit dem 1. Juni gibt es im Stadthaus in Lampertheim ein neues und wichtiges Angebot für Frauen, die Hilfe suchen – besonders, aber nicht nur aufgrund häuslicher Gewalt. Das Frauenhaus Bergstraße hat hier eine neue Beratungs- und Interventionsstelle eingerichtet. Immer dienstags bietet das Frauenhaus unmittelbare und mittelbare Beratung und Unterstützung an – sowohl für Betroffene als auch für Angehörige, und das selbstverständlich kostenlos. Wöchentlich von 8 bis 12 Uhr ist das Büro im Zimmer 202 im Stadthaus dienstags besetzt, von 10 bis 11 Uhr wird eine offene Sprechstunde angeboten. In dieser können sich Frauen im Rahmen eines Erstkontaktes vertrauensvoll an das Frauenhaus wenden und einen Beratungstermin vereinbaren – denn diese benötigt mehr Zeit, als sie in dieser offenen Sprechstunde gewährleistet werden kann. Auch eine telefonische Terminvereinbarung ist unter 01577-7569629 während der Sprechzeiten oder unter 06251/67495 außerhalb dieser möglich. „Wir werden niemanden wegschicken und jede Frau, die Hilfe sucht, individuell beraten und auf ihrem Weg aus ihrer schwierigen Situation begleiten. Dabei ist es wichtig, dass die Frau sich eigenständig entscheiden kann. Wir beraten und begleiten dabei je nach Entschluss auch während eines eventuellen Gerichtsverfahrens und stehen den Frauen auch hier zur Seite”, so das Team des Frauenhaus Bergstraße.

    „Gewalt fängt nicht beim Schlagen an” – daher wendet sich die Beratungsstelle an Frauen, die Gewalt in ihrer Beziehung erleben/erlebt haben oder aus anderen Gründen den Wunsch nach parteilicher Beratung haben. Denn Gewalt hat viele Gesichter. Neben der körperlichen Gewalt, wie Schlagen, Würgen, Verbrennen oder Haare ausreißen gibt es viele andere Gewaltformen. Hierzu zählen Beschimpfungen, Redeverbot, Geldentzug, Demütigungen oder Drohungen.

    Wer von seelischer, körperlicher und/oder sexueller Gewalt betroffen ist kann hier in geschütztem Rahmen mit dem Frauenhaus sprechen. Die Beratungsgespräche werden zeitnah angeboten, sind kostenfrei und vertraulich. Gemeinsam können Lösungswege entwickelt werden, die für die Frauen und Ihre aktuelle Situation passend sind, egal ob in einem einmaligen Gespräch oder über einen längeren Zeitraum.

    „Unser Ziel ist es, auch an Schulen zu informieren, auch mit Ausstellungen. Überlegungen hierzu laufen noch. Denn Präventionsarbeit ist sehr wichtig, jede vierte Frau in Deutschland hat bereits häusliche Gewalt erlebt”, erläuterte Nathalia Sedig, die das Frauenhaus in Lampertheim als Ansprechpartnerin vertreten wird.

    „Dankenswerterweise hat das Frauenhaus Bergstraße uns angesprochen, ob Lampertheim bereit ist, dieses Angebot anzubieten. Dies haben wir gerne angenommen. Wir haben die politische Unterstützung über alle Fraktionen hinweg und stellen gerne die Räumlichkeiten für dieses wichtiges Projekt zur Verfügung”, betonte der Erste Stadtrat Jens Klingler. „Ein solches Angebot hat bisher gefehlt, wir können hiermit eine Beratungslücke schließen. Nicht nur für Lampertheim, sondern für das gesamte Ried." 

    Die 1. Vorsitzende des Frauenhaus Bergstraße, Christine Klein, ergänzte dass „dies für uns als Frauenhaus ein riesengroßer Gewinn ist, um unsere Arbeit durchzuführen. Unser Ziel war es, in die Fläche zu gehen und nicht nur in Bensheim zu beraten. Dies ist uns dank Fördergelder nun in Rimbach und Lampertheim gelungen. Wir sind auf die Stadt zugegangen, nicht nur wegen Räumlichkeiten, sondern auch wegen der Kooperation mit bereits bestehenden Beratungsangeboten. Diese läuft sehr gut an und wie sind froh, dass das Thema häusliche Gewalt hier so in den Fokus rücken kann. Mit der Beratungsstelle willen wir ein kontinuierliches Hilfeangebot gewährleisten.”

    „Es ist wunderbar, einmal die Woche eine Kollegin im Haus zu haben, die dieses wichtige Thema betreut”, freut sich auch die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Lampertheim, Sonja Niederhöfer, über die Unterstützung. „Bisher war in die erste Anlaufstelle, aber diese Form der Beratung kann ich nicht leisten. Gerne vermittele ich Ratsuchende bisher direkt an das Frauenhaus oder begleite sie zur Polizei. Allerdings war es für viele Frauen bisher eine hohe Hürde, sich Rat in Bensheim zu holen – aufgrund von Mobilität aber auch von Zeit, denn häufig können Betroffene das Haus nicht so lange verlassen.” Dies ist nun anders, denn das Stadthaus liegt nicht nur zentral in Lampertheim, sondern bietet mit den zahlreichen Abteilungen auch guten Schutz – denn niemand sieht den betroffenen Frauen an, ob sie zur Beratungsstelle oder dem Bauamt wollen.

    Gewinner sind aber vor allem die von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen, die nun direkt vor Ort eine Ansprechstelle haben und Beratung finden und so einen Weg aus ihrer schwierigen Situation herausfinden können. Benjamin Kloos

    Info: Die Beratungs- und Interventionsstelle des Frauenhaus Bergstraße im Zimmer 202 des Stadthaus Lampertheim bietet dienstags von 10 bis 11 Uhr eine öffentliche Sprechstunde an. Telefonische Terminvereinbarungen sind unter 01577-7569629 oder unter 06251/67495 möglich. Weitere Informationen finden Sie unter www.frauenhaus-bergstrasse.de

     
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