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  • Mo., 08. Mai 2017, 12:46 Uhr
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    Hilfeladen für Flüchtlinge offiziell vorgestellt



    Bürgermeister Gottfried Störmer zeigte sich von der Leistung der Helfer und Flüchtlinge bei der Einrichtung des Hilfeladens in den Räumlichkeiten in der städtischen Liegenschaft sehr beeindruckt. Im Bild (von rechts): Frank Hurrle, Bürgermeister Störmer, Kurt Stass, Jürgen Freiberg, Dieter Graef, Ghadeer und Matula. Foto: Hannelore NowackiLAMPERTHEIM – Das ansprechend gestaltete Fassadenbild neben dem Eingang zum Hilfeladen für Flüchtlinge, frisch von Tanja Hurrle gemalt, erklärt das Anliegen der Flüchtlingshilfe in Lampertheim: „Einfach miteinander in Lampertheim – viele Nationen (E)in Lampertheim“. Wie der schöne Zufall es will, passen die ersten vier Anfangsbuchstaben EMIL zur Straßenadresse. Bei schönem Maiwetter waren am Samstag Tor und Türen einladend für die Bevölkerung geöffnet, ein kleiner Flohmarkt war vor dem Hilfeladen aufgebaut und mit Blick auf das Geschehen in der Emilienstraße ließen sich Besucher gerne auf den Bänken in der Sonne zu Gesprächen und zum Genuss der angebotenen Köstlichkeiten nieder. Die Freude beim Koordinierungskreis Flüchtlingshilfe Lampertheim unter Vorsitz von Kurt Stass über die Räumlichkeiten ist erkennbar groß, doch der Standort ist nicht für die Dauer vorgesehen. Zurzeit befindet sich das Gebäude im städtischen Besitz, wird aber im Zuge der Erneuerung des Stadtquartiers irgendwann einer neuen Bebauung weichen müssen. Frank Hurrle, Organisator der gemeinschaftlichen Renovierung mit Pastor Jörg Lüling und weiteren Helfern, ehrenamtlicher Mitarbeiter der Fahrradwerkstatt und vielseitiger Unterstützer des Hilfeladens auch in Sachen Freifunk und WLAN-Versorgung, erklärte in seiner Begrüßungsrede zur offiziellen Vorstellung der Einrichtung, dass aus diesem Grund auch keine Sanierungsarbeiten durchgeführt wurden. Dennoch steckt viel Arbeit in den hergerichteten Räumlichkeiten in der Emilienstraße 5. Helfer und Flüchtlinge gemeinsam haben ein halbes Jahr lang das ehemalige Fahrradgeschäft entrümpelt und funktionell renoviert, um einen Hilfeladen für Flüchtlinge zu schaffen, der Flüchtlingen mit gespendeten Hausratsutensilien und einer Fahrradwerkstatt unter die Arme greifen kann. Gebrauchte Fahrräder werden in diesem „RadRepairShop“ instandgesetzt und gegen eine Gebühr, die sich an den Materialkosten für die Reparatur orientiert, an Flüchtlinge abgegeben. Die Nähstube ist mit drei Nähmaschinenarbeitsplätzen funktionsgerecht  eingerichtet, Spenden von Handwerkszeug wie Zickzackschere und Nähgarn wären willkommen. Bei Bedarf repariert ein Schneider aus Afghanistan Kleidung für Flüchtlinge und demnächst werden Nähkurse stattfinden, in denen Heidrun Rothe Fertigkeiten im Umgang mit einer Nähmaschine und im Ausbessern von Kleidung vermitteln will. Zur Eröffnung am späten Samstagvormittag waren Bürgermeister Gottfried Störmer und der Erste Stadtrat Jens Klingler sowie einige Vertreter der politischen Parteien und Mitarbeiter der Stadt Lampertheim  gekommen. Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Stass dankte dem Bürgermeister für sein Kommen und gratulierte ihm im Namen aller Stadtverordneten zum Geburtstag. Kurt Stass, Vorsitzender des Koordinierungskreises Flüchtlingshilfe, dankte dem Stadtoberhaupt ebenfalls für sein Kommen und informierte die Zuhörer über das weitere Rahmenprogramm des Eröffnungstages. „Sie haben etwas ganz Tolles geschaffen“, lobte Störmer das Engagement der Organisatoren und Helfer und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass sich viele Kontakte zwischen Lampertheimern und Flüchtlingen ergeben werden.

    Ein unterhaltsamer Höhepunkt zur offiziellen Eröffnung des Hilfeladens war der Auftritt der iranischen Folkloretanzgruppe aus Frankfurt. Foto: Hannelore Nowacki


    Für das leibliche Wohl zur Eröffnung war vorzüglich gesorgt. Flüchtlingsfrauen hatten ein abwechslungsreiches kalt-warmes Büffet mit orientalischen Genüssen vorbereitet, die sich zahlreiche Besucher schmecken ließen. Ein paar Schritte weiter konkurrierte der Duft frisch gebackener Waffeln bei Antje Bletzer mit Düften vom Grillstand, an dem traditionelle Grillwurst und Rindswurst angeboten wurde – hier wie da fanden sich begeisterte Abnehmer. Die Helfer hatten selbst alle Zutaten eingekauft. Zahlreiche Besucher nutzen die Gelegenheit zu einem Rundgang, ein Spender brachte gebrauchte Haushaltssachen, die Michael Rothe sogleich in Empfang nahm und in die Regale sortierte. Die PowerPoint-Präsentation von Frank Hurrle ließ die Entwicklung in Bildern Revue passieren. Ein besonderer Höhepunkt erhielt viel Applaus. „Kreshme“, eine Folkloregruppe unter der Leitung von Dr. Saloumeh Gholami war aus Frankfurt angereist, um in drei Vorführungen iranische Tänze zu zeigen. Für jede Vorführung wurden die prächtigen Gewänder gewechselt. Auch ohne Worte, allein durch Ausdruck und Musik, wurde deutlich – der erste Tanz handelte von Liebe, Irrungen und Hochzeit. Im Gespräch mit dem TIP erklärte Frank Hurrle, der hauptberuflich als Klavierlehrer tätig und bekannt ist, dass ihm das Schrauben an Fahrrädern Spaß mache: „Man sieht, was man gemacht hat“. Dank fachkundiger Anleitung lerne er viel auf diesem Gebiet. Zurzeit seien 540 Geflüchtete zu versorgen, das Fahrrad diene auch als Fortbewegungsmittel zu Integrationskursen in Worms. Samstags zwischen 10 und 12 Uhr ist der Hilfeladen geöffnet, allerdings sind Helfer und Flüchtlinge mitunter auch während der Woche hier tätig.  Hannelore Nowacki

     

     

     

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