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  • Di., 22. August 2017, 08:59 Uhr
    Kult-Tour nach Gau-Algesheim / Fahrradmuseum als Tourziel

    Historische Räder lockten Bibliser Rennradfahrer

    Vor dem Museumseingang präsentieren sich zwischen diversen Radmodellen die Bibliser „RentnerRennRadfahrer“. Foto: oh

    BIBLIS– „Rheinhessisches Fahrradmuseum im Schloss Ardeck in Gau-Algesheim“, diesem Hinweis waren die Bibliser „RentnernRennRadler“ (RRR) des Radsportvereins RV Biblis bei ihren Touren öfter begegnet. Ihre ausgesprochen sportlich gefahrenen Touren – meist vorbereitet von Ihrem „Guide“ Kurt Waplinger führen sie seit über 15 Jahren im Sommerhalbjahr meist zweimal auf vielfältigen Wegen durch Südhessen, Rheinhessen und die Pfalz.
    „Dieses Museum müssen wir uns unbedingt mal ansehen“, begeisterte Kurt Waplinger auch seine Mitfahrer und bereitete mit Museumsleiter Ernst-Emil Busch den Termin außerhalb der regulären Besuchszeiten vor.
    Gut 63 Kilometer hatten die elf Rennradfahrer dann in den Beinen, als sie von Biblis über die Gernsheimer Fähre, Guntersblum, Sörgenloch, Nieder-Olm, Stadecken-Elsheim weiter über den Selzradweg und Ingelheim ihr Ziel erreichten.
    Museumsleiter Busch konnte eine Vielzahl seltener Exponate historischer Räder, aber auch kuriose Erfindungen präsentieren. Aus der Idee eines regionalen Sportmuseums des Sportpädagogen und Historikers Prof. Dr. Heinz Rösch entwickelte sich beim 100 jährigen Jubiläum des Radsportvereins 1898 Gau- Algesheim ab 1998 das Konzept eines Rheinhessischen Fahrradmuseums.
    Im April 2002 wurde dieses Museum im Gau-Algesheimer Schloss Ardeck eröffnet. Dank des persönlichen Engagements des Initiators Prof. Dr. Rösch, dem Vorsitzenden des Fördervereins Hermann Lutz und zahlreiche weiteren Mitstreitern ist es nicht nur gelungen eine Sammlung zu präsentieren, die hervorragenden Überblick über die historische Entwicklung des Fahrrades bietet, immer wieder durch neue „alte“ Exponate ergänzt wird, sondern durch jährlich wechselnde Sonderausstellungen immer neue Akzente setzt.
    Mit dem Nachbau der ersten Laufmaschine, der Draisine und etliche Weiterentwicklungen über die „Micheauline“, das Hochrad „Ariel“, das „Bantamrad“ bis zum ersten Niederrrad mit Kettenantrieb wird ein Überblick über die historische Entwicklung im 19. Jahrhundert geboten. „Solch ein Hochrad haben wir auch noch beim Bibliser Verein. Ich bin es sogar noch gefahren“, meinte Manfred Seib, einer der Bibliser Rennradler.
    Nicht fehlen durfte auch die Entwicklung im 20. Jahrhundert. Straßenrad, Stadtrad, Mountainbike, Rennmaschinen für Straße und Gelände, Triathlonmaschine, Zeitfahrmaschinen und zweckmäßige Transporträder vielfältiger Art.
    Welche kuriosen Modelle zeitweise auftauchten, zeigte das „Wiegetrittrad“. Wer darauf fährt, bringt mit den Pedalen nicht nur Vorschub auf die Räder, sondern wird - wie in einer Wiege - mit dem Sattel angehoben und abgesenkt.
    Von der Vielzahl der Exponate, deren Erhaltungszustand waren die Bibliser Rennradfahrer angenehm überrascht und mit den anschaulichen Erläuterungen des Museumsleiters Busch außerordentlich zufrieden. „Ein tolle Ausstellung, klein aber fein“, war die einhellige Meinung der Rennradsportler.
    Nach der Besichtigung wurde die sportliche Ausfahrt mit den eigenen Rennmaschinen fortgesetzt: Im Bogen über Wörrstadt ging die Tour zurück. Insgesamt 135 Tages-Kilometer zeigte der Tachometer bei Ankunft in Biblis. zg
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