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So., 18. August 2019, 19:57 Uhr
Ob Regen oder Sonne - die Groß-Rohrheimer Kerb läuft auf Hochtouren
Hochleistung der Kerweborsch und schlagkräftiger Bürgermeister
Eine Meisterleistung im Kerwebaumaufstellen sahen die Zuschauer im sicheren Abstand am Rande der Wiese zwischen Feuerwehr und Bürgerhalle. Foto: Hannelore Nowacki
GROSS-ROHRHEIM – Das bedeutende Groß-Rohrheimer Volksfest, die Kerb oder Kirchweih, wurde am Samstag mit der Zeremonie des Kerwebaumaufstellens und Fassbieranstichs durch Bürgermeister Rainer Bersch eröffnet. Als Schirmherr der gemeinsamen Veranstaltung von Kerweverein, Kerweborsch und Gemeinde hatteBürgermeister allerdings den Regenschirm zuhause gelassen – optimistisch blickte er auf die kommende Stunde und den Umzug am Sonntag mit insgesamt achtzehn Zugnummern. Vor allen Wettern geschützt ist das Kerwedorf mit den Buden und Ständen der Vereine in der Bürgerhalle, draußen auf dem kleinen Rummelplatz drehte sich neben den Jahrmarktbuden das Kinderkarussell. Hoch und schwer ist der Kerwebaum in Groß-Rohrheim und er ist ein einheimisches Prachtexemplar aus dem „Rohremer Wald“, der die obersten Äste als Schmuck behält, diesmal jedoch eine Fichte mit lichter Spitze. Der Kerwekranz, gebunden aus immergrünen Zweigen, wurde vor dem Aufstellen vorsichtig über alle Astenden hinweg bis zur Krone geschoben. Die Kerweborsch schätzten ihren Baum auf 25 Meter Höhe, andere Betrachter gehen von immer noch stattlichen 15 Metern aus. Dass es sich demnach um einen ganz besonderen Kerwebaum handelt, der den zwanzig Kerweborsch mit Kerwevadder Jakob Menger beim Aufstellen entsprechende Fertigkeiten und Kraft abverlangt, zeigte sich den zahlreichen Zuschauern am Samstagnachmittag rund um die große Wiese an der Feuerwache auch an den herbeigeschafften Gerätschaften. Hohe Leitern und starke lange Seile wurden benötigt, um den Baum kunstgerecht in die Senkrechte zu bringen. Das dicke Ende musste zuvor noch mit einem Beil für den guten Stand passend behauen werden. Auf den kraftvollen Ruf „eins-zwei-drei“ hoben die Kerweborsch den Baum vom Fahrzeuganhänger, legten ihn auf der Wiese ab und hoben ihn wieder an. Die ganze Zeremonie beanspruchte über eine halbe Stunde, denn nur meterweise konnten die Leitern unter dem Stamm nachgeführt werden, bis er endlich eingelocht war.
Bürgermeister und Schirmherr Rainer Bersch hatte ganz locker mit zwei Schlägen zügig für Freibier gesorgt. Foto: Hannelore Nowacki
Eine Meisterleistung, die von den Zuschauern bejubelt und beklatscht wurde. Mit Musik geht alles besser, das Zuschauen und die Arbeit, das bewies die Rohrheimer Blasmusik mit einem beschwingten Platzkonzert. Unter dem Blätterdach der riesigen Platanen an der Bürgerhalle war der Biergarten mit Blick auf das Geschehen auf der Wiese am Ende voll besetzt. Zum Zeremoniell gehört, dass die Kerweborsch ihre Freude gebührend feiern, sich und die Kerb im Kreis um den Kerwebaum hochleben lassen und den Baum mit Sekt bespritzen. Drei Schläge waren Bürgermeister Bersch beim Fassbieranstich vom Sprecher der Kerweborsch zugestanden, eine Leistungsvorgabe, die der Bürgermeister und Schirmherr locker mit zwei gut gezielten Holzhammerschlägen in den Schatten stellte. Und schon lief der goldene Gerstensaft bei viel Applaus in den Krug. Eine Menge Freibiergläser wurden anschließend gefüllt und verteilt. Während die Rohrheimer Blasmusik unter freiem Himmel vor der Bürgerhalle musikalisch weiter Stimmung machte, begann es aus den grauen Wolken zu tröpfeln. Bei den Vereinen in der Bürgerhalle konnten sich die Kerwebesucher gleich stärken. Eine Schlange wartete beim Schützenverein auf Curry- und Bratwurst, bei den Fußballern duftete der Spießbraten verführerisch, während bei den Freien Wählern feiner Flammkuchenduft in der Luft lag. Begehrt waren auch die „Sauweck“ vom TV Handball. Schmalzbrote bot der Tennisclub an. Auf die mexikanische Karte mit Chili con carne und Nachos setzte der Tauchclub, bei dem die Gäste schon für einen Euro den „Tiefenrausch“ genießen konnten. Der Kerwetraditionsverein Rara 1987 beteiligte sich mit Laugenstangen. Einen Kerwebaum im Rohremer Wald zu finden, sei gar nicht so leicht gewesen, erklärte Bürgermeister Bersch im Gespräch mit dem TIP, da der trockene Sommer im letzten Jahr den Bäumen stark zugesetzt habe. Hannelore Nowacki