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  • Fr., 24. Mai 2019, 08:01 Uhr
    Stadtentwicklungs-, Energie- und Bauausschuss diskutierte Ultranet-Alternativtrasse

    Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung weg von Wohnbebauung

    Nahe der Ostumgehung durchqueren die 380-Kilovolt-Wechselstromleitung das Stadtgebiet. Zukünftig sollen größere Strommasten zusätzlich Gleichstrom transportieren. Archivfoto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Welche Alternativen gibt es zur Ultranet-Trassenführung von Amprion? Mit dem Thema Ultranet befasste sich der Stadtentwicklungs-, Energie- und Bauausschusses (SEBA) am Dienstagabend in seiner 26. Sitzung, nachdem in der Stadtverordnetenversammlung am 12. April alle Fraktionen den gemeinsamen Antrag einstimmig beschlossen hatten, die Verwaltung aufzufordern, zwei Vorschläge zur Verschwenkung der neu geplanten Hybridleitung zu erarbeiten und dem SEBA zur Diskussion. 400 Meter weg von der Wohnbebauung, die Berücksichtigung Lampertheimer Interessen und die zukünftigen Erweiterungsmöglichkeiten waren die Vorgaben an die Verwaltung. Diese Vorschläge sollten im SEBA zur Diskussion gestellt und das Ergebnis der Firma Amprion unterbreitet werden. Abgabetermin an Amprion und die Bundesnetzagentur nach Vorlauf im SEBA wurde auf den14. Juni festgelegt. Dieser Termin soll auch unter dem neuen Gesichtspunkt nur einer Alternativtrasse unbedingt gehalten werden, wenngleich einige SEBA-Mitglieder von einem späteren Termin  erfahren hatten, der jedoch nicht verifiziert werden konnte. Fachbereichsleiter Christian Plöhn, zuständig für Bauen und Umwelt, hatte  die Ausschussmitglieder mit der Nachricht überrascht, dass eine Verschiebung der Ultranet-Trasse von der Bestandstrasse nur in eine Richtung, nach Osten, möglich sei. Fazit seiner Überprüfung: „Es gibt nur eine echte Alternative zur Bestandstrasse“. Diese sei Alternative sei den fachlichen Interessengruppen, Grundstückseigentümern und dem Vorhabenträger Amprion einfacher zu vermitteln, während andere Varianten neue Betroffenheiten erzeugen würden. Zweierlei Bewertungen seien möglich, allein das „Schutzgut Mensch“ und zusätzlich weitere Schutzgüter. Zur Umsetzung seines Arbeitsauftrages erwartete Plöhn von den SEBA-Mitgliedern konkrete Angaben zu seinen Fragen. Soll der Mensch im Vordergrund stehen, wo sind Flächen als Erweiterungsmöglichkeit vorgesehen, die nicht im Flächennutzungsplan und Regionalplan stehen? Sind weitere Interessen zu berücksichtigen? Sollen die Bereitschaft von Flächeneigentümern abgefragt werden? Fest steht bereits, dass bei einer Alternativtrasse nicht überall die gewünschten 400 Meter Abstand entsprechend dem Landesentwicklungsplan (LEP) eingehalten werden können, dem die Bundesnetzagentur jedoch widersprochen hatte. In Rosenstock III komme die Alternativtrasse 200 Meter an die Bebauung heran. Plöhns Stellungnahme und Fragen sollten den Ausschussmitgliedern und Fraktionen am folgenden Morgen schriftlich zugehen, um in der Fraktionsrunde am 3. Juni beraten zu werden und das Ergebnis Fachbereichsleiter Plöhn spätestens am 5. Juni zukommen zu lassen. In der nächsten SEBA-Sitzung am 13. Juni muss die Ausarbeitung aufbereitet vorliegen, um den Abgabetermin 14. Juni zu halten. Andreas Ott (CDU) will die Lampertheimer Interessen in einer fraktionsübergreifenden Sitzung geklärt wissen. Zum aktuellen Sachstand meinte Ott: „Ich begrüße es  ausdrücklich, dass wir es jetzt so weit gebracht haben, lieber wäre es mir früher gewesen“. Mit Blick auf Niedernhausen, wo man Lampertheim voraus sei, erinnerte Ott daran, dass dort bei der Bewertung der Schutzgüter die Wirtschaftlichkeit immer Sieger wurde. Die Ultranet-Leitung will Amprion dort auf der Bestandstrasse mitten durch den Ort führen. Franz Korb (CDU) kam dabei die Überlegung in den Sinn: „Ich dachte wir leben in einem Rechtsstaat“. SPD-Fraktionsvorsitzender Marius Schmidt meinte zum erreichten Sachstand: „Wir können auf dieser Basis gut weitermachen“. Laut SEBA-Vorsitzender Fritz Röhrenbeck (FDP) wird das Ergebnis in interfraktioneller Zusammenarbeit abgestimmt. Mit Blick nach Bayern brachte FDP-Fraktionsvorsitzender Thomas Bittner das Thema  Erdverkabelung vor, die von der bayerischen Landesregierung trotz der höheren Kosten unterstützt werde, im Gegensatz zur hessischen Landesregierung, der man Druck machen müsse.  Unter den Zuhörern waren auch Einwohner aus dem Wohngebiet Rosenstock, die nach der Sitzung das Gespräch suchten, teilte Andreas Ott mit.  In einem Gespräch in der TIP-Redaktion zeigten sich Andreas Ott, Franz Korb und Helmut Hummel (FDP) besorgt, weil es bislang in der von der geplanten Ultranet-Hochspannungstrasse direkt betroffenen Lampertheimer Bevölkerung in Hofheim, am Gleisdreieck, Guldenweg und Rosenstock III relativ wenig  Resonanz gegeben habe.

     Das ändert sich gerade. Wie der TIP von einer Anwohnerin selbst erfahren hat, haben sich Betroffene in Rosenstock III zu einer Interessengemeinschaft  „Wir stehen unter Strom für Lampertheim“ zusammengeschlossen. Hannelore Nowacki

      

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