IG „Wir stehen unter Strom für Lampertheim“ plant Forum mit Bürgermeister
Hochspannungs-Trasse verträglich verschwenken
Diese Hochspannungsleitungen für Wechselstrom auf Lampertheimer Gemarkung sollen nach aktuellen Planungen durch höhere Masten für Hochspannungsgleichstrom auf gleicher Trasse ersetzt werden – eine Belastung für Anwohner in Rosenstock III und Guldenweg. Archivfoto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Hochspannung herrscht nicht nur zukünftig in der geplanten Ultranet-Leitung mit Hochspannungsgleichstrom, auch die Anwohner in Rosenstock III und Guldenweg stehen nach wie vor unter Strom und arbeiten mit Hochdruck an Aktionen, um durch die Bevölkerung, Politik und den Bürgermeister weiterhin Verstärkung zu erhalten. Denn die aktuelle Lage ist, dass die von der Interessengemeinschaft „Wir stehen unter Strom für Lampertheim“ (IG) geforderte Verschwenkung der Hochspannungstrasse noch nicht genehmigt ist, das Verfahren nimmt seinen Gang. Im März oder April wird die Bundesnetzagentur wegweisend entscheiden, ob Netzbetreiber Amprion die Verschwenkungsvariante berücksichtigen muss. IG und die Stadt Lampertheim wollen, dass die neue Hochspannungs-Gleichstrom-Überlandleitung (HGÜ)
nicht auf der Bestandstrasse für Wechselstrom nahe der Wohnbebauung, sondern durch „Verschwenkung“ mit maximal möglichem Abstand von der Wohnbebauung gebaut wird. Eine „verträgliche“ Trassenführung strebt die IG an, damit alle Betroffenen gut damit leben können. Statt 400 Metern wären auch 100 Meter akzeptabel, wie Diana Taggeselle, Harald Lopka und Alexander Gordt, dem TIP gegenüber bei einem Gespräch in einem Wohnhaus mit Blick auf die sehr nahe stehenden Strommasten darlegten. Ihre aktuelle Gemütslage benennen die drei IG-Mitglieder einstimmig: „Wir sind zurückhaltend realistisch“.Zu den Stärken der IG zählen sie die gute Vernetzung. In der angespannten Warteposition zeigt sich die IG aktiv - am 7. Dezember lädt die IG zu einem Straßenfest in der Anne-Frank-Straße zwischen den Hausnummern 7 bis 17 ein. Anwohner und die Lampertheimer Bevölkerung können beim gemeinsamen Feiern über das Thema Verschwenkung ins Gespräch kommen. Wärmende Getränke und Snacks gibt es für Kinder und Erwachsene, die Kinder können an einem kleinen Wettbewerb teilnehmen.Eine Podiumsdiskussion mit den Anwohnern organisiert die IG in der ersten Märzwoche. Bürgermeister Gottfried Störmer hat die Einladung der IG zum Forum bereits angenommen. „Wir lassen die Bühne beben“, heißt es im IG-Flyer, der in 1.000 Exemplaren unter den Anwohnern verteilt wurde. In der Live-Diskussion zum Thema Verschwenkung wird das Für und Wider mit Anwohnern, Gesundheitsexperten, Stadtverordneten und Bürgermeister erörtert. Ort und genaue Zeit werden noch bekanntgegeben. Wer bei der IG mitmachen und Informationen erhalten möchte, kann eine Mail mit Namen und Adresse an join.unterstrom@rosenstock3.de schicken, um in den Verteiler aufgenommen zu werden. Zwischen 1.500 und 2.000 Menschen sind nach Schätzung der IG von der geplanten Hochspannungsgleichstrom-Überlandleitung betroffen. In der IG sind etwa 100 Anwohner locker verbunden, 15 Anwohner zählen sich zum agilen Kern. Unterstützung aus der Politik haben die Anwohner auf lokaler und Kreisebene. Drei Bundestagsabgeordnete, Michael Meister (CDU), Christine Lambrecht (SPD) und Till Mansmann (FDP) hatten sich im Juli in ihrem Schreiben an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier für die Verschwenkungsvariante ausgesprochen. In seiner Antwort vom 5. September regt Altmaier an, zunächst abzuwarten, ob die Bundesnetzagentur die Prüfung dieses Verschwenkungsvorschlages im Untersuchungsrahmen aufführt“. Zudem ließ er wissen, dass er volles Vertrauen in die Arbeit der Bundesnetzagentur habe. Hannelore Nowacki