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  • Mo., 01. Dezember 2014, 11:15 Uhr
    Vertragsabschluss für zwei große Hochwasserschutzprojekte an Weschnitz und Winkelbach

    Hochwasserschutz im Kreis Bergstraße

    Der Weschnitzdeich östlich von Biblis. Foto: oh


    KREIS BERGSTRASSE - Der Gewässerverband Bergstraße betreut im Auftrag der Städte und Gemeinden im Kreis Bergstraße alle größeren Gewässer, Flussdeiche- und Hochwasserschutzanlagen. Dies sind neben drei Flachlandpoldern und sieben Talsperren an Weschnitz und Lauter mit zusammen rd. 4,5 Millionen Kubikmeter Rückhaltevolumen, diverse Regelungsbauwerke sowie rund 60 Kilometer Deichstrecken im Flachland, deren Bau inzwischen bis zu 60 Jahre her liegt. Die meisten Deichabschnitte gelten inzwischen als stark überaltert. Setzungen und Verformungen, Wühltierbefall und stark angestiegene Sicherheitsanforderungen, z. Bsp. aus den Erfahrungswerten vergangener Hochwasserereignisse, ergeben für circa 75 Prozent der Strecken eine Sanierungsnotwendigkeit in verschiedenen Dringlichkeitsstufen.

    So hat der Verband in den letzten Jahren ein ehrgeiziges Deichsanierungsprogramm auf die Beine gestellt, welches nach derzeitigem Stand - abgeschätzt anhand vergleichbarer Maßnahmen - mit brutto rund 60 Millionen Euro im Kreis Bergstraße zu veranschlagen ist. Darin enthalten sind Fördermittelzuschüsse des Landes Hessen, über deren Höhe in den vergangenen Jahren kontrovers mit Vertretern aus Kommunal-, Landes- und Bundespolitik diskutiert wurde.

    Der Verband, in Vertretung und für die Kommunen im Kreis Bergstraße handelnd, sieht nämlich in den – aus seiner Sicht zu geringen - Fördersätzen des Landes eine große Ungleichheit bei dem Förderprogramm Hochwasserschutz, da in Hessen nur die beiden Landkreise Bergstraße und Groß-Gerau von den Geländeverhältnissen der flachen Oberrheinebene betroffen sind, in welcher fast alle vom Bergland kommenden Gewässer über Deichsysteme in den Rhein geführt werden. Tiefliegende Gewässerstrecken und Systeme enden an den eingedeichten Gewässern und werden bei Hochwasser mittels Pumpwerken in diese „gedrückt“. Versagen Hochwasserschutzsysteme, wie Deiche, Pumpwerke und Wehre, wird das Hinterland geflutet. Brechen Deiche im Bereich des Rhein-Rückstaus, könnte das südhessische Ried bis zu 15 Kilometer in das Hinterland - bis etwa in Höhe Einhausen - überschwemmt werden. Das letzte Rheinhochwasser von Juni 2013 lief, im Gegensatz zu vielen anderen Gegenden an Rhein und Elbe (Bsp. Deggendorf und Fischbeck) für die Region glimpflich ab, was auch dem Einsatz von tausenden von Helfern zu verdanken war.

    Durch die jahrelangen Gespräche des Verbandes mit Vertretern des Landes, auch mit Unterstützung von MdB Dr. Meister, konnte der Verband jetzt für die Sanierung der „kommunalen“ Weschnitzdeiche zw. Biblis und Einhausen sowie Winkelbachdeiche oberhalb Gernsheim, eine erhöhte Fördermittelbezuschussung (75 Prozent statt 25 Prozent) verhandeln. Die Durchführung der – europaweit auszuschreibenden - Großprojekte wird zudem größtenteils von den Fachabteilungen der Wasserwirtschaftsverwaltung des Landes Hessen (Zuständig für Rhein und Main) kostenneutral übernommen. Damit ist eine kompetente und erfahrene Projektumsetzung gewährleistet.

    Das Volumen der Vertragsbindungen, welche am 24. November zwischen Regierungspräsidentin Lindscheid und Verbandsvorsteher Schimpf sowie Stellvertreter Sachwitz unterzeichnet wurden, beträgt derzeit 10 Millionen Euro. Der kommunale Eigenanteil, welcher durch den Gewässer- verband zu stemmen sein wird, liegt bei rd. 2,5 Millionen Euro.

    Weiterhin ist beabsichtigt, im Rahmen der anstehenden Projekte, mehrere (ökologisch dringend benötigte und gesetzlich geforderte) große Biotopabschnitte in die seit Jahrzehnten kanalisierten Gewässer mit unterzubringen.
    Für die Umsetzung dieser Hochwasserschutzmaßnahmen sind circa zehn Jahre veranschlagt, im Frühjahr 2015 soll mit den Planungen begonnen werden. Ungeachtet dieser Maßnahmen wird der Verband auch weitere (kleinere) Deichstrecken im Kreis Bergstraße aufgrund der Dringlichkeit der Sanierung nicht außen vor lassen. Hier wird bereits geplant und gebaut, wie beispielsweise der kürzlich fertig gestellte Deichabschnitt am Hambach in Höhe der ehemaligen Tongrube in Heppenheim, der Winkelbach in Bensheim (Renaturierung und Hochwasserschutz) oder der Neubau der großen Rückhalteanlage oberhalb Rimbach, deren Bau 2015 fertiggestellt sein soll.

    Wir freuen uns über das bisherige Ergebnis der Fördermittel-Gespräche mit dem Land Hessen und sind zuversichtlich, das auch bei den weiteren Verhandlungen, über eine Verbesserung der finanziellen Situation zur Finanzierung des Hochwasserschutzes im Kreis Bergstraße, die Anliegen der Kommunen Gehör finden, stellen Verbandsvorstand Schimpf und Geschäftsführer Androsch fest. zg

     

     

     

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