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  • Do., 02. Juli 2020, 09:59 Uhr
    SPD LAMPERTHEIM: Mit 37-seitigen Wahlprogramm und einer Kandidatenliste mit 45 Genossen in den Wahlkampf zur Kommunalwahl 2021 

    Hohe Wohn- und Lebensqualität in lebendiger und entschleunigter Stadt angestrebt

    Auch beim Pressegespräch zur Vorstellung des SPD-Wahlprogramms und einiger Kandidaten zur Kommunalwahl 2021 galten die Coronaregeln mit dem nötigen Abstand und begrenzter Personenzahl im Sitzungssaal des Alten Rathauses. Im Bild (von links): Steffen Lüderwald, Marius Schmidt, Uwe Häussler, Christiane Krotz, Karl-Heinz Berg, Jens Klingler und Carola Biehal. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Am 14. März 2021 werden in Hessen die Kommunalparlamente für die nächsten fünf Jahre gewählt. Dafür rüstet sich die Lampertheimer SPD bereits mit einem 37-seitigen Wahlprogramm und einer Kandidatenliste mit 45 Genossen, so viele Personen wie es in der Stadtverordnetenversammlung Plätze gibt. Über beides werden noch die Mitglieder zu befinden haben, wie Spitzenkandidat Marius Schmidt bei einem Pressegespräch im Alten Rathaus deutlich machte. Bei der Mitgliederversammlung am Samstag werde ein Leitantrag eingebracht und im September im Rahmen der Jahreshauptversammlung werde über Liste und Programm abschließend entschieden. Die Zusammensetzung der Liste aus allen Bereichen mit Kandidaten aus Beiräten, Vereinen und Sozialverbänden zeige, dass die SPD weiter eine Volkspartei ist, betonte Jens Klingler, Erster Stadtrat und SPD-Ortsvereinsvorsitzender, vor allem auch mit Blick auf die sieben Frauen auf den ersten 15 Plätzen. Die weiteren Kandidatenplatzierungen wurden noch nicht öffentlich gemacht. Im „Reißverschlussverfahren“ abwechselnd mit einem männlichen Kandidaten stehen die Kandidatinnen zur Wahl stehen. So folgt dem Spitzenkandidaten Marius Schmidt Christiane Krotz, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Mitglied des Sozialausschusses. Klingler nimmt den sicheren dritten Platz ein. Lara Strubel, Vorsitzende des Haupt- und Finanzausschusses und bekannt aus dem Fahrgastbeirat, steht auf  Platz 4. Bekannte Persönlichkeiten mit langjähriger Erfahrung wie Carola Biehal, Vorsitzende der Bürgerkammer Neuschloß, und der Hüttenfelder Ortsvorsteher Karl-Heinz Berg sind auf der Liste vertreten wie auch die jüngeren Generationen und Neueinsteiger in die Politik wie Petra Brandt auf Platz 10, bekannt als Vorsitzende des Behindertenbeirats. „Sich einbringen, etwas bewegen“, findet Klingler wichtig. Spitzenkandidat Schmidt nannte als übergeordnete Ziele eine lebendige, entschleunigte Stadt und einfühlsame Stadt, mit Zertifizierung und Gütesiegel durch den international tätigen Verein Cittàslow. Programmatisch im Fokus stehen außerdem „zuhören, ernst nehmen, bewegen“, dies als Voraussetzung für die Demokratieförderung. Ein Bürgerrat und ein Achterrat sind geplant. Im Bürgerrat können 100 Bürger, die repräsentativ ausgewählt werden, an einem Abend im Austausch mit Parlament und Verwaltung ihre Ideen und Vorschläge einbringen. Die etwa vierzehnjährigen Schüler aller 8. Klassen der Lampertheimer Schulen können sich im Achterrat ein Jahr lang Gedanken über die Zukunft ihrer Stadt machen und dabei viel über die kommunale Demokratie, sind die Genossen überzeugt. Eine Konkurrenz zum bestehenden Jugendbeirat sei es nicht. Es gehe um Angebote der Bürgerbeteiligung für alle, die sich nicht in Parteien, Vereinen oder Organisationen fest binden wollen. In Viernheim werde das Bürgerrat-Konzept bereits umgesetzt, teilte Christiane Krotz mit. Ein Gerüst der „Bausteine für die Zukunft“ wurde der Presse erläutert. Im Leitbild finden sich als Ziele hohe Wohn- und Lebensqualität und Themen wie kinderfreundliche Kommune, Erhalt von freiwilligen Leistungen mit Schwimmbad, VHS, Bücherei und Musikschule. Zudem soll die Grundsteuer B nicht steigen, eher sei eine Entlastung der Bürger vorgesehen, Beispiel Hundesteuer bei Hunden aus dem Tierheim. Im Baustein Ehrenamt ist ein Ehrenamtspass enthalten, der mehr bieten und weniger bürokratisch sein soll als die Ehrenamtscard sowie die Vereinsförderung mit 20-Prozent-Zuschüssen auf Baumaßnahmen. Baustein Familie bedeutet Förderung der frühkindlichen Bildung mit neuer Kita und neuer Krippe sowie Schaffung eines Eigenbetriebes Kinderbetreuung mit pädagogischer Leitung, bislang als größter Fachbereich mit weit über hundert Stellen organisiert. Das Sozialzentrum mit Familienzentrum und AWO-Kleiderkammer soll in ein Nebengebäude der Alten Schule einziehen. Weiter gibt es einen Baustein Ökologie für ein klimafreundliches Lampertheim, den Baustein Stadtentwicklung mit Wohnungsbau und Erhalt des Altrheins und den Baustein Gewerbe und Wirtschaft, bei dem der Flächenverbrauch mit den Arbeitsplätzen im gesunden Verhältnis stehen soll, wie es bei großen Logistikern eher nicht der Fall sei. Im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit wird ein Ausbildungsbündnis im Ried angestrebt. Und wie sieht es mit einem potenziellen Koalitionspartner aus? Festlegen wollen sich die Spitzenkandidaten nicht, weil es auch vom Wahlergebnis abhänge. Aber ein Lob gibt es für den aktuellen Koalitionspartner FDP: Gemeinsam mit der FDP habe die SPD die Abschaffung der Straßenbeiträge zum Vorteil der Bürger beantragt und umgesetzt. So steht es auch auf einer Postkarte an Anwohner der Straßen, die in den kommenden Jahren grundhaft saniert werden sollen.   Hannelore Nowacki

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