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  • Do., 16. Oktober 2014, 14:07 Uhr
    Flüchtlinge: Mit hohen Zahlen an Zuweisungen zu rechnen / Suche nach Wohnraum dringlich / Netzwerk von Unterstützern koordiniert Hilfe

    „Humanitäre Verpflichtung, die ich gerne erfülle”

    Bis zu 80 Flüchtlinge könnten künftig in der Chemiestraße vorübergehend ein neues Zuhause finden. Foto: Steffen Heumann


    LAMPERTHEIM – „Kein Ende in Sicht”, zog Bürgermeister Gottfried Störmer Bilanz seines Besuches bei der Regierungspräsidentin, bei dem die Flüchtlingsproblematik und deren Auswirkungen für die Kommunen erörtert wurde. Der Zustrom halte an, es sei weiterhin mit hohen Zahlen an Zuweisungen zur rechnen, erklärte Störmer. „Eine humanitäre Verpflichtung, die ich gerne erfülle”, nahm das Stadtoberhaupt Bezug auf die Aufgaben der Stadt, neben der Grundausstattung auch die Raumbeschaffung zu regeln. Ende 2014 sollen insgesamt 169 Flüchtlinge untergebracht sein. Aktuell sind 53 Menschen, vorwiegend aus Syrien und Eritrea in Lampertheim. 30 Personen werden noch bis Ende Oktober vom Kreis zugeteilt.

    Die wesentliche Aufgabe der Unterbringung sei zunächst abgedeckt, so Störmer mit dem Verweis auf Unterkünfte in der Industriestraße und der Alten Viernheimer Straße. Zudem könne der Beamtenbau in Neuschloß vorübergehend von bis zu 28 Asylsuchenden genutzt werden. Desweiteren stünde demnächst Wohnraum für etwa 80 Flüchtlinge im ehemaligen Quoka-Verlagsgebäude in der Chemistraße zur Verfügung. „Die Suche geht aber weiter”, wies Gottfried Störmer auf Gespräche mit entsprechenden Partnern hin, Fläche in der Florianstraße nutzbar zu machen.

    Störmers ausdrücklicher Dank galt allen Helfern, die dafür Sorge tragen, den Menschen aus fernen Ländern den Weg in eine andere Welt zu ebnen. Darunter etwa das THW, das beim Möbeltransport und dem Aufbau anpacke oder Bürger, die bereit seien, auf Menschen aus anderen Kulturen zuzugehen. „Die Menschen seien dankbar für die Aufnahme in unserer Stadt”, unterstreicht Störmer die Notwendigkeit eines Koordinierungskreises aus ehrenamtlichen und kirchlichen Unterstützern, in dem Maßnahmen und die Betreuung geregelt werden. „Möglichst wenig Verwaltung, dafür tatsächliche Hilfe”, laute dabei das Credo, betonte Gottfried Störmer. „Wir möchten das Gefühl vermitteln, willkommen zu sein und Menschen in Akutsituationen nicht alleine lassen”, so Störmer.

    INFO: Die Bearbeitung von Asylanträgen nimmt derzeit etwa 9 bis 10 Monate in Anspruch. Sofern sich Klagen oder Widersprüche anschließen, ist mit einer Dauer von 2 bis 3 Jahren zu rechnen, ehe über das weitere Schicksal der Flüchtlinge entschieden wird. Während dieser Zeit dürfen die Betroffenen nur innerhalb Hessens reisen (von Ausnahmereglungen abgesehen).

    Steffen Heumann

    Domizil für bis zu 28 Asylsuchende: der Beamtenbau im Schloss Neuschloß. Foto: Steffen Heumann

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