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  • Mo., 08. Februar 2016, 13:05 Uhr
    NCV lud zum zehnten Mal ins Narrencamp ein

    Ich bin ein Nubbel, holt mich hier raus!

    LAMPERTHEIM – Sie hatten sich mit ihrer Bühnendekoration am RTL TV-Format Dschungelcamp orientiert, hatten Urwald-Ambiente durch Pflanzen und Basteleien kreiert und sich selbst als Ranger verkleidet: Zum zehnten Mal feierten die Mitglieder des Nubbelaner Carneval-Vereins (NCV) im Jugendheim Mariä Verkündigung um ihren Präsidenten Florian Weppelmann Prunksitzung. Ein buntes Programm aus Gesang und Tanz, Reden und Sketchen unterhielt den vollbesetzten Saal. Auf die Ohren gab es dabei Schlager und Feiermusik von den „Tornschlabbe" – Johannes Niebler am Keyboard, Markus Niebler Gesang und Schlagzeug, Stefan Weis an Bass und Trompete sowie Ralf Müller und Markus Will, beide Gesang und Gitarre.

    Doch in aller Fröhlich- und Lustigkeit gab es an diesem Samstag auch etwas zu bedauern: im vergangenen Jahr musste der NCV unerwartet von seinem Gründungsmitglied Gerd Schuster für immer Abschied nehmen. Ihm widmeten die Carnevalisten eine Dia-Show, zu der die Tornschlabbe mit Christine Weppelmann „Niemals geht man so ganz" zum Besten gaben. Emotional gedachte man so dem Mann, der mit Heiner Weppelmann in seiner Paraderolle als Jean ortsbezogene Spässchen in der Bütt machte. Ihm taten es in diesem Jahr Steffi Gutschalk und Claudia Fischer gleich, die mit obligatorischem Dschungeloutfit – roten Shorts und Cargohosen, olivgrünen Tanktops,  Blusen und Tropenhut – von ihrem fiktiven Aufenthalt im Narrencamp berichteten.

    Auch Sitzungspräsident Florian Weppelmann, Alexander Rothmund und Markus Schüssler traten in die Bütt – wie Noah Siegler, der nicht nur als aktiver Tänzer der Ranzengarde sondern auch mit Kleid und Strumpfhosen glänzte. „Der hot awer schäne Bäh" war die landläufige Meinung bei Begutachtung Sieglers Waden, der von einer Kreuzfahrt mit seinem fiktiven Gatten berichtete. Er gab beispielsweise einen Auszug aus dem Benimmknigge: „Redsch beim Esse bitte net so viel und gugsch net verschwomme. Schun merke die Leit glei, dass mer aus Lambada kumme." Gesanglich gaben Bernd Schäfer und Christine Weppelmann Lieder zum besten – wie beispielsweise ein 80er Medley, was den Saal zum Tanzen und Mitsingen animierte. Auch sonst wurde die Stimmung durch Liedbeiträge, wie „Fastnacht ist nur einmal im Jahr" am Kochen gehalten. Die NCV-Funkengarde entführte in die 90er und gaben ein Gender-Cross-Over aus Backstreetboys und Spicegirls zum Besten. Die Menge tobte und so feierte man bis in die späten Abendstunden die fünfte Jahreszeit. Meike Paul

    Info: Normalerweise ist der Narr die zentrale Figur der Fastnacht. Er ist der Inbegriff der Unterhaltung und des Frohsinns. Doch beim Lampertheimer NCV nimmt der Nubbel, eine große Strohpuppe, die jedes Jahr aufs neue von den katholischen Fasnachtern gebaut wird, diese zentrale Rolle ein. Während den Veranstaltungen thront er auf der Bühne, fährt sogar beim Umzug mit. Doch dann sind seine Stunden gezählt, denn als Symbol des Reinwaschens des Gewissens wird der Nubbel am Aschermittwoch feierlich verbrannt. Er ist somit der Sündenbock für alle Ausschweifungen. Seine Beseitigung rüstet die Fastnachter für die anstehende Fastenzeit.

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