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Do., 30. April 2015, 11:21 Uhr
Kleinkunstbühne beim SKK 50 mit Ramon Chormann
Ich saa’s jo nur! De Pälzer war sich mit seinem Publikum einig
Ramon Chormann in Aktion auf der Kleinkunstbühne des SKK 50 im ausverkauften Haus. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – Ramon Chormann, der Pfälzer mit dem liebenswerten Zungenschlag, der auch im Ried und bei den Bürstädtern im Besonderen gut ankommt, war am Mittwochabend auf Einladung des Spiel- und Kulturkreises 50 (SKK 50) mit seinem 5. Soloprogramm zu Gast. Nun schon zum dritten Mal feierte er hier auf der Kleinkunstbühne einen Erfolg. Vereinsvorsitzender Markus Heiser freute sich über das volle Haus, auch die Folgeveranstaltung am nächsten Abend war schon ausverkauft. Auf der Bühne ein Klavier und ein rot eingekleideter Stehtisch, das sind die wesentlichen Requisiten, die der Mann aus Kirchheimbolanden für sein über zweistündiges Programm braucht. Sehr seriös tritt er auf, mit schwarzer Fliege auf weißem Hemd und schwarzem Anzug. Oder wie er anmerkte: Manche halten ihn für den Oberkellner. Wer aber bekommt schon Applaus, bevor er etwas abgeliefert hat? Am Schluss wiederholte sich der Applaus weitaus heftiger, dazwischen lagen Stunden voller Ansichten, Einsichten und durch tiefgründige Analyse gewonnene Erkenntnisse über die Menschen, die Welt und vor allem die meistens ungebetenen Ratgeber. Angereichert mit der selbstverständlichen Bereitschaft zum Dialog mit dem Publikum und einem lustvoll natürlichen Humor, der bisweilen ernste Züge annimmt – aber immer zum Lachen reizt. Ja, es wäre eine Frage der genauen Messung, in welchen Augenblicken kein Lachen zu hören war. So wie Ramon Chormann, der mit diesem Künstlernamen auf die Welt kam, die Menschen in der Welt um sich herum beobachtet, fallen ihm Verhaltensweisen und gedankenlose gesprochene Floskeln Redensarten auf, die alle kennen. Das ist mitten aus dem Leben gegriffen, genauso ist es. Das meinte auch sein Publikum. Ramon Chormann schöpft aus dem vollen Leben und lässt seine Zuhörer erkennen, dass sie genauso ticken, wie er es sagt. „Beachten Sie mal Ihren inneren Dialog, wenn sie durch die Fußgängerzone laufen“. Unglaublich, genauso ist es. Nur, dass man sonst dabei nichts zu lachen hat. Von der oszillierenden Zahnbürste im Bad bis zur Prokrastination, der bekannten Verschieberitis, reichten seine Betrachtungen. Ernstere Themen kleidete er in eigene Lieder mit Klavierspiel. Eine wichtige Erkenntnis gibt er dem Publikum mit auf den Weg: „Es geht nichts über selbst denke“. Ganz und gar nicht glaubt er an den Rat seiner Großmutter: „Was man anfängt, macht man auch fertich“. Ein Hinweis ans Publikum, der selten in Zweifel gezogen werden kann: „Das stimmt alles, was ich sag“. Zum Schluss war das fröhlich gemeinsam gesungene Mitmachlied dran – mit dem Titel: „Ich sag’s ja nur“. Hannelore Nowacki