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  • Do., 19. März 2020, 14:55 Uhr
    Kirchenbänke in St. Andreas sollen mit Fotos und Bildern gefüllt werden / Menschen sollen Gefühl haben, einen Platz im Haus Gottes zu haben 

    „Ich trage mich vor Gott”

    Die Menschen aus ganz Lampertheim sind eingeladen, ein Foto von sich oder ihrer Familie in die St. Andreas-Kirche zu bringen und in den Kirchenbänken zu befestigen, so dass die Kirche voll ist mit Bildern und Fotos von Menschen, die dadurch ein Stück von sich selbst zur Kirche bringen. Foto: Benjamin Kloos


    LAMPERTHEIM – Es ist eine besondere Aktion der katholischen Pfarrgruppe Lampertheim, mit der die Menschen in Zeiten der Corona-Krise Gott nah sein können und mit der das Gefühl vermittelt werden soll: „Ich habe meinen Platz im Haus Gottes”. Unter dem Titel „Ich trage mich vor Gott” sind alle Menschen aus Lampertheim eingeladen, ein Foto oder Bild von sich oder von ihrer Familie in die Kirche zu bringen und in den Kirchenbänken zu befestigen, so dass die Kirche voll ist mit Bildern von Menschen, die dadurch ein Stück von sich selbst zur Kirche bringen und so Gott nahe sind.

    „Die Idee kam mir, als mir eine Freundin aus der Pfalz eine WhatsApp-Nachricht mit einem Bild schickte. Auf diesem war ein italienischer Pfarrer, der einen Gottesdienst feierte und die Bänke voll mit Bildern seiner Gemeine waren. Ich habe mir gedacht, das könnten wir auch machen und mich gleich mit dem Pfarrgemeinderat abgestimmt”, erläuterte Pfarrer Christian Rauch am Donnerstag im Rahmen eines Pressegesprächs in der St. Andreaskirche. Bei dieser Gelegenheit wurden auch die ersten Bilder – Fotos von den Mitgliedern des Pfarrgemeinderates – in den Kirchenbänken angebracht. 

    „Kinder können gerne Bilder von ihrer Familie malen oder Sie können einfach Fotos vorbeibringen und hier befestigen. Die Menschen sollen wissen und das Gefühl haben, dass sie hier einen Platz haben, an dem für sie gebetet wird”, so Pfarrer Christian Rauch weiter. „Ältere Menschen können uns gerne anrufen, dann werden die Bilder abgeholt, natürlich unter den entsprechenden aktuellen Sicherheitsvorkehrungen. Jeder soll die Möglichkeit haben, an der Aktion mitzumachen.” 

    Für alle Menschen, die die Kirche zum Gebet nutzen möchten, ist eigens ein Corona-Gebet ausgelegt – aber natürlich kann jeder auch sein persönliches Gebet sprechen oder sein Anliegen auf eine große Fürbittenbox schreiben, die hierfür in der St. Andreaskirche aufgestellt wurde.

    Die Gottesdienste selbst werden als stellvertretendes Gebet für die Gemeinde durch Pfarrer Andreas Rauch in der leeren Kirche gehalten. „Wir feiern den Gottesdienst weiter, wobei neben mir als Pfarrer jedoch nur noch der Küster in der Kirche ist. Leider müssen wir für diesen Zeitraum die Kirche verschließen. Diese ist ansonsten jedoch für Besucher und deren Gebet geöffnet – und natürlich auf dafür, ihre Fotos vorbeizubringen und in die Kirchenbänke zu kleben.” 

    Der Gottesdienst am Sonntag wird über die Internetseite der Gemeinde übertragen, ob dies an den folgenden Sonntagen ebenfalls der Fall sein wird steht noch nicht abschließend fest. Auch am Karfreitag und Ostern wird der Gottesdienst in Abwesenheit der Gemeinde gefeiert werden. Denn nach einer aktuellen Information des Bistum Mainz werden in katholischen Kirchen bis Mitte Mai keine öffentlichen Gottesdienste mehr stattfinden. Benjamin Kloos

     

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