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  • Mo., 01. April 2019, 09:33 Uhr
    Pressegespräch der FDP zum Thema Stadtentwicklung Lampertheim mit Schwerpunkt Emilienstraße / Vorstellung des Konzepts als Diskussionspapier 

    Idee „La Carrée“ als Magnet im Herzen der Stadt

    So wie die Magnolie vor der Domkirche soll auch die Lampertheimer Innenstadt bald wieder aufblühen – die FDP hat hierfür Ideen vorgestellt. Foto: Sigrid Samson


    LAMPERTHEIM – Da in Lampertheim derzeit die Gerüchteküche in Sachen Stadtentwicklung brodelt, luden Fraktionsmitglieder der FDP Lampertheim zu einem Pressegespräch im Alten Rathaus ein, um die Bevölkerung über das aktuelle Gesamtkonzept der FDP zu informieren und Details ihrer Ideen zur Belebung der Innenstadt bekannt zu geben. Anwesend waren neben Helmut Hummel die Stadtverordneten Stefanie Teufel und Gernot Diehlmann sowie FDP-Mitglied Manuela Teufel. Kernanliegen der Beteiligten ist es, die Aufenthaltsqualität und Attraktivität der Innenstadt mit einem modernen Konzept nachhaltig zu erhöhen. 

    Im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts der Stadt Lampertheim sollen zwei Innenstadt-Quartiere städtebaulich entwickelt werden: zum einen das Quartier „Unterdorf“, das im Norden an die Römerstraße grenzt, an der die St. Andreas-Kirche und das Alte Rathaus die historische Siedlungsmitte der Stadt darstellen, und zum anderen das Quartier „Emilienstraße/Domgasse“, das sich unmittelbar westlich der Fußgängerzone in der Kaiserstraße befindet, welches das Marienkrankenhaus, die Vitos-Klinik und die Schillerschule beherbergt. Neben der Nachverdichtung für Wohnraum sollen jeweils auch zusätzliche Einrichtungen geprüft werden. Planungsaufgabe ist es, die verschiedenartigen Nutzungen im innerstädtischen Kontext zu ergänzen und die brachliegenden Flächen nutzbar zu machen. 

    Stefanie Teufel erwähnte zu Beginn, dass es unterschiedliche Vorstellungen in Lampertheim gibt, während die FDP die Entstehung einer Kultur- oder Markthalle beziehungsweise einer multifunktionalen Halle im Bereich Emilienstraße/Domgasse in ihrem Konzept vorsieht. Ergänzende Angebote schaffen und die Attraktivität der Stadt durch Vielfalt zu erhöhen, ist laut Teufel ein wichtiges Ziel. Die Aufenthaltsqualität müsse gesteigert werden, um mehr Menschen in die Innenstadt zu locken. Sie betonte, dass es sich lediglich um ein Diskussionspapier handelt, kein fixes Konzept oder eine finale Lösung. Ziel ist es, Diskussionen zur Innenstadtbelebung zu entfachen, um das Thema voranzutreiben. Die Frage der Finanzierung und des Betriebs müsse ein Betreiberkonzept sein, damit sich der freie Markt entfalten könne – der Betrieb müsste also über einen Investor laufen. Ein entsprechender Investorenwettbewerb existiert bereits. „Es ist unser modernes Gesamtkonzept für das Areal Emilienstraße/Domgasse“ merkte Gernot Diehlmann an. Teufel stellte ein Beispiel aus dem Ruhrgebiet vor mit einer Art Markt- und Gastrocenter, welches gleichzeitig als Kultur- und Eventcenter genutzt werden kann. „Lampertheim ist zwar auch kein Berlin oder Hamburg“, führte sie fort; aber dennoch könne man die dort bestehenden Konzepte auf die Ansprüche in Lampertheim herunterbrechen und die Ideen als Grundlage nutzen. Man möchte eine offene Atmosphäre mit entsprechendem Flair durch ein neues Gebäude schaffen im Bereich Emilienstraße/Domgasse mit der Möglichkeit, sowohl den Innen- als auch den Außenbereich zu nutzen. Vorstellbar seien beispielsweise ein integrierter Cafébereich oder ein Brauhaus – auch eine tage- oder stundenweise Vermietung von Büro- oder Tagungsräumen sei denkbar. Der Innenbereich könnte genutzt werden für kleinere Events, städtische Veranstaltungen, Jubiläums- oder Vereinsfeiern, aber auch für Vernissagen oder kleinere Musikkonzerte - eine vielfältige Belebung der Innenstadt. Während im Innenbereich ein Platzangebot für maximal 500 Personen geschaffen würde, könnten im Außenbereich zusätzlich etwa 100 Personen untergebracht werden – so die Idee. Die Vielfalt an Angeboten könnten Menschen in die Stadt locken, beispielsweise Berufstätige nach Feierabend – für alte und junge Mitbürger sollte es Angebote geben. Ein kleiner integrierter Lebensmittelladen ist ebenfalls denkbar. Ein ähnliches Angebot besteht in Dresden mit der Markthalle – dies könnte in entsprechend kleinerer Form als so genanntes „Innenstadtkarree“ am Areal Emilienstraße in Richtung Parkhaus entstehen. Der französische Begriff „La Carrée“ wäre laut Teufel durchaus ein passender Name für dieses Innenstadtkarree als „Magnet im Herzen der Stadt“, wie sie es bezeichnete. Das Gebäude sollte über eine Öffnungsmöglichkeit zum Außenbereich verfügen, wo eine großzügige Grünfläche im Entwurf vorgesehen ist. Darüber hinaus würde das Gebäude als Schallriegel zur vorhandenen Wohnbebauung dienen, um die vorgeschriebenen 60 Dezibel als maximale Lärmbelästigung in diesem Mischgebiet nicht zu überschreiten. Im anliegenden Parkhaus sind bereits 250 Stellplätze vorhanden - für die bestehende Wohnbebauung ist eventuell eine zusätzliche Tiefgarage angedacht. Eine Gestaltung mit Klinkersteinen oder in Rotsandstein könne man sich hier gut vorstellen. Möglichkeiten für einen Markt oder Flohmärkte wären gegeben; auch eine Außenbestuhlung für die Gastronomie sollte möglich sein. „Wir hätten dann auch eine vielfältige Kostendeckung hergestellt durch Gastronomie und Gewerbe“, merkte Teufel an - durch die Multifunktionalität wäre potentiell eine ökonomische Tragfähigkeit gegeben. 

    Die FDP-Mitglieder hoffen auf einen positiven Verlauf der mit ihrem offenen Konzept angefachten Diskussionen zur Belebung der Lampertheimer Innenstadt – ein Thema, das nicht nur den Bürgern schon lange unter den Nägeln brennt. Sigrid Samson

     

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