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  • Di., 16. September 2014, 15:59 Uhr
    Stammtisch des Wirtschafts- und Verkehrsvereins zum Thema Mediation / Situationen und Themen erläutert

    IHK Darmstadt empfiehlt – lieber nicht vor Gericht streiten

    Mediator Hans-Peter Lanz erklärte zur Einführung, was Mediation bedeutet. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Streit kann sehr teuer werden. Besonders wenn Geschäftsleute vor Gericht gehen, steht auch der Ruf auf dem Spiel, denn in einer öffentlichen Verhandlung können Dinge zur Sprache kommen, die man nicht jedem bekannt machen würde. Schon diese Gründe, die Franziska Lohse vom Geschäftsbereich Recht bei der IHK Darmstadt den Zuhörern zu bedenken gab, sprechen für eine Mediation unter kompetenter Leitung. Worum es bei einer Mediation geht, war Thema beim Stammtisch des Wirtschafts- und Verkehrsvereins Lampertheim (WuVV) im Ates-Hotel, zu dem der WuVV-Vorstand unter Vorsitz von Otto Edinger Mitglieder und interessierte Geschäftsleute eingeladen hatte. Bevor es zu einer Mediation kommt, bei der Konflikte interessengerecht für beide Seiten beigelegt werden sollen, hat es vorher zwischen den Beteiligten Streit gegeben.

    In der Geschäftswelt geht es um Geld und andere schwerwiegende Anlässe, um vermeintliche und wirkliche Nachteile, die man auch gerichtlich klären lassen könnte, manchmal auch muss. Das stand für die Referentin außer Frage. Erst vor wenigen Monaten wurde bei der IHK Darmstadt eine Mediationsstelle eingerichtet, die über die geeignete Form der außergerichtlichen Streitbeilegung berät. Auf Wunsch werden Kontakte zu geeigneten Wirtschaftsmediatoren hergestellt und da Mediationsverfahren organisiert und begleitet. Was passiert bei unglücklichen Begegnungen, die im Konflikt enden, was spielt sich zwischen den beteiligten Personen auf der emotionalen Ebene ab, was wird auf der Sachebene ausgetragen, ist aber von negativen Emotionen bestimmt? Zwei erfahrene Mediatoren zeigten interessantes Business-Theater in zwei Teilen, mit Situationen und Themen, wie sie innerhalb von Abteilungen großer Firmen und auch sonst im Leben so oder ähnlich vorkommen können. Hartmut Severing mimte den Einkaufsleiter Herrn Sauer, der alles, auch die Bestellungen, nach Vorschrift der Geschäftsleitung abwickelt. Der frustrierte Produktionsleiter Herr Stahl, der zu lange auf  die bestellten Winkelbleche warten musste, ist außerdem höchst verärgert über die Weigerung der Einkaufsabteilung, die von ihm selbst bestellten Bleche zu bezahlen – Folge: Jetzt stoppt der Lieferant die Auslieferung komplett. Nicht durch einen Vortrag wollten die Mediatoren das Thema beleuchten, sondern im Dialog mit den Zuhörern Lösungsmöglichkeiten entwickeln.

    In lockerer Workshop-Atmosphäre machten die Mediatoren deutlich, wie sich Streitfälle hochschrauben, aber auch entschärfen lassen. „Angriffige Du-Botschaften“ führen schnell zu Vorwürfen, die den Konflikt anheizen. Mit „Ich-Botschaften“ erreiche man sein Gegenüber besser. Zu bedenken sei, dass wir uns im anderen täuschen können und im „Kopfkino“ zu Wertungen kommen können, die sich nicht verifizieren ließen. Im zweiten Teil des Business-Theaters zeigten sich die beiden Streithähne versöhnlicher, indem sie die Erkenntnisse der Stammtisch-Teilnehmer im Verhalten und Gespräch aufnahmen. Wenn es doch wieder mit der Verständigung haperte, waren die Zuhörer aufgerufen, sofort ein lautes „Halt“ zu rufen. Gemeinsam mit den Mediatoren wurde geklärt, was besser zu machen wäre – Erkenntnisse, die auch im täglichen Leben nützlich sein können, gab Mediator Lanz den Stammtisch-Gästen mit auf den Weg. Danach kam der gesellige Teil des Abends mit einem Imbiss und der Möglichkeit, sich mit den Referenten der IHK zu unterhalten.

    Hannelore Nowacki

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