Verleihung der Vereinsförderpreise als „gute Tradition“
„Ihr Engagement macht das Leben reicher“
In der Hans-Pfeiffer-Halle war zur Verleihung der Vereinsförderpreise für das Jahr 2017 ein unterhaltsames Programm geboten, anschließend hatte die Stadt Lampertheim zu einem Umtrunk eingeladen. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – In der Hans-Pfeiffer-Halle war noch viel Platz in den Stuhlreihen. „Wir sind heute wenige im Raum“, meinte Bürgermeister Gottfried Störmer beim Blick von der Bühne, „schade, dass die nicht geehrten Vereine diesen Termin auslassen“. Zur jährlichen Verleihung der Vereinsförderpreise, die den ausgewählten Vereinen zum Teil beträchtliche Beträge in die Kasse bringen, waren Vertreter von etwa zwanzig Vereinen gekommen. „Eine gute Tradition“ nannte Störmer diese Förderung, „die Vereine repräsentieren ein breites Spektrum an Angeboten für Jüngere und Ältere“. Störmer gratulierte den Vereinen zum Erfolg und der Auszeichnung, „die Sie mehr als verdient haben“. Mit weiteren Worten höchster Anerkennung ging Störmer auf die gesellschaftliche Bedeutung der Vereinsarbeit ein: „Ihr Engagement macht das Leben reicher und bunter, ein Ort mit Vereinen hat etwas zu bieten – sie sind Ausdruck einer aktiven Zivilgesellschaft“. Aus Politik und Magistrat begrüßte Störmer namentlich Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Stass, den Ersten Stadtrat Jens Klingler, Stadtrat Gottlieb Ohl sowie den Stadtverordneten Karl Heinz Berg. Spargelkönigin Christin I. übernahm eine Hauptrolle bei der Preisübergabe.
Als Moderator führte Alexander Scholl, Stadtverordneter und Ortsvorsteher in Hofheim, kurzweilig durch das Programm. „Ich habe mich auf den heutigen Tag gefreut, weil das Thema ein ganz besonderes ist“, teilte er dem Publikum mit. „Sie leisten einen enormen Beitrag für das gesellschaftliche Miteinander“. Im zweistündigen Programm wurde den Gästen ein ausdrucksstarkes Musikprogramm geboten. Zu Beginn und abschließend vor dem Umtrunk unterhielt der Evangelische Posaunenchor Hofheim/Ried die Zuhörer, zwischen den Preisverleihungen spielte der Evangelische Posaunenchor Lampertheim-Neuschloß – beide gehören zu den Preisträgern in der Kategorie Kultur. Ein geplanter Chorauftritt musste wegen Erkrankung des Dirigenten entfallen. Tanz, Akrobatik und Bodenturnen vereinen die „Stud Buttons“ vom TV 1896 Hofheim auf höchst unterhaltsame Weise, wie sie bei ihrem Auftritt mit der Show „Nacht im Museum“ bewiesen. Die Laudatio für die geehrten Vereine in der Kategorie Sport hielt Karl Heinz Berg, der aus den eingereichten Fragebögen eindrucksvolle Zahlen herausdestilliert hatte. Er nannte Mitgliedszahlen und herausragende Erfolge oder auch keine Erfolge, die angebotene Breite der Sparten, die Anzahl von Übungsleitern, Teilnahme an Wettkämpfen und die Teilnahme oder Ausrichtung von Veranstaltungen. Pluspunkte konnten die Vereine mit dem außersportlichem Engagement zeigen wie Mitmachen bei der Aktion „Saubere Gemarkung“. Die Auswahl aus über dreißig Vereinen sei nicht ganz einfach gewesen, gestand Berg, zwei Vereine erzielten die gleiche Punktzahl, deshalb gebe es zwei 4. und 5. Plätze. Kleine Vereine haben ebenso eine Chance wie große. Der TV 1896 Hofheim/Ried erreichte in der Kategorie Sport den 4. Platz, in seiner Jugendarbeit den 1. Platz. Viele Angebote und Disziplinen bietet der TV mit insgesamt 1099 Mitgliedern, 40 Übungsgruppen und 53 Übungsleitern an. Allein im Bereich Jugend zählt der TV Hofheim 343 Mitglieder. Die „Panikstaffel“ feierte ihren 500. Auftritt seit Bestehen. Stadtrat Gottlieb Ohl widmete in seiner Laudatio in der Kategorie Kultur jedem der ausgezeichneten Vereine eine detaillierte Würdigung. Kultur definiere sich unter anderem über Schreiben, Musizieren, Kreieren, Tanzen oder durch die gestalterische Wahrnehmung der Natur … oder andere prägende Eindrücke wie beispielsweise ein Stadtbild“. Ohl sprach von außergewöhnlichen Leistungen der Vereine, die der Kultur-Kommission vorlagen. In Lampertheim hat Kultur laut Ohl einen hohen Stellenwert, auch dank „cultur communal“.
Die „Stud Buttons“ begeisterten das Publikum mit ihrer akrobatischen Tanzshow „Nacht im Museum“. Foto: Hannelore Nowacki
Mit Blick auf Hüttenfeld und die Sportgemeinde mit der Tischtennisabteilung meinte Erster Stadtrat Klingler in einer Laudatio zur Jugendarbeit „in der Hütt ist was los“. Sechs Vereine waren ausgewählt wie die DLRG auf Platz 3, die am Badesee ehrenamtlich Dienst tut und dieses Jahr auch das Nichtschwimmerbecken mitbetreut habe, wie Klingler betonte. Michael Stoltz vom Fußballverein 1911 Hofheim/Ried hielt die Dankesrede im Namen aller geehrten Vereine. „Die Ausrichtung des feierlichen Abends, die stattlichen Geldpreise, das ist nicht selbstverständlich für eine Stadt, das zeigt, dass unser Engagement anerkannt wird“, meinte Stoltz, es sei aber auch Ansporn. An der Vereinsförderung möchte er festhalten, um die Vereine zukunftsfähig zu halten. Hannelore Nowacki