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  • Di., 14. Juni 2016, 08:34 Uhr
    Lampertheim und Ermont feiern 50 Jahre Städtepartnerschaft

    „Im Miteinander der Menschen und Generationen“

    Bürgermeister Gottfried Störmer (links) und sein Amtskollege aus Ermont unterzeichneten am Sonntag eine „Urkunde zur Erneuerung der Partnerschaft“, die in der französischen Fassung den Titel „Acte officiel pour le renouvellement du jumelage“ trägt. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Partnerschaften wollen lebendig gehalten werden, nicht anders ist es, wenn Städte sich partnerschaftlich verbinden. Drei Jahre, nachdem der deutsch-französische Freundschaftsvertrag unterzeichnet war, fanden Lampertheim und Ermont zueinander. In der Sitzung am 1. März 1966 stimmte die Lampertheimer Stadtverordnetenversammlung der offiziellen „Verschwisterung“ zu und schon zwei Monate später wurde die Verschwisterung im Trausaal der Stadt Ermont vertraglich besiegelt. Zur Rückunterzeichnung kam eine Delegation aus Ermont wiederum zwei Monate später nach Lampertheim.  50 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Lampertheim und der französischen Stadt Ermont – ein Jubiläum, das am Sonntagmorgen im Alten Rathaus mit einer Delegation aus Ermont unter Führung von Bürgermeister Hugues Portelli und geladenen Gästen aus Politik und Bildung in einem kleinen Akademischen Festakt gefeiert wurde. Die Europa-Hymne leitete den Festakt ein, später spielten Ju-Hee Oh (Piano) und Franziska Billau (Violine) auch die deutsche und französische Nationalhymne. „Viele Lampertheimer Bürger haben sich dafür eingesetzt, dass die Partnerschaft lebendig blieb“, sagte Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Stass in ihrer Begrüßungsrede. Gründe sie zu pflegen und auszubauen gebe es gerade in dieser Zeit der Globalisierung. „Städtepartnerschaft ist kein Auslaufmodell – und doch machen wir Verantwortliche uns Sorgen“. Es gehe um einen Generationenwechsel, die Partnerschaft müsse in den Köpfen verankert werden. „Der Meinungsaustausch hat einen festen Platz in unserem Kalender“, erklärte Bürgermeister Gottfried Störmer die Aktualität der Partnerschaft. Damals, vor 50 Jahren, seien sich die Bürgermeister wie Pioniere vorgekommen, die über die bekannten Wege hinausgingen. Beseelt vom Gedanken der Völkerverständigung seien nicht nur die Politiker, vor allem auch die Bürger aufeinander zugegangen – mit Schwung und Begeisterung. „Dank des Engagements vieler Menschen ist in den vergangenen 50 Jahren viel erreicht worden, Freundschaften sind entstanden“. Besonders den Schüleraustausch hob Störmer hervor, der schon zum 49. Mal stattfand. So soll es auch zukünftig bleiben, wünscht sich Störmer. Auch komme es darauf an, „Europa von unten her zu stützen“. Übersetzungen der beiden Reden verlas Melina Pauly auf Französisch, während Bürgermeister Portelli seine Rede in deutscher Sprache hielt, die sie für die Delegationsmitglieder auf Französisch vortrug. Die Aufgaben der Politik seien heute viel komplizierter, meinte Portelli, die finanzielle Lage schränke die Handlungsspielräume ein und die Partnerschaft müsse sich an die Bedürfnissen „unserer neuen Generation anpassen“. Gemeinsame Werte wie die christlichen Wurzeln seien zu wahren und „unsere Sprache zu verteidigen“. Mit den Worten „es lebe Lampertheim, es lebe Ermont und unsere lebendige Partnerschaft“, schloss Portelli seine Rede. Vor der Unterzeichnung verlas Bürgermeister Störmer die Erneuerungsurkunde, die sich auch an die Bürger richtet, „sich aktiv an der Entwicklung und Gestaltung unserer Partnerschaft zu beteiligen, in dem Bewusstsein, dass nur im Miteinander der Menschen und Generationen und im gemeinsamen Handeln Frieden, Entwicklung und Wohlstand für die Zukunft gesichert werden können“. Als Präsent überreichte Störmer seinem Amtskollegen Bürgermeister Portelli ein symbolhaftes, farbenfrohes Bild der Künstlerin Anouk Bourat Moll, die an der Lampertheimer Volkshochschule tätig ist. Einen Korb mit Lampertheimer Spezialitäten erhielt Portelli von der Stadtverordnetenvorsteherin. Mit einem Sektumtrunk endete Feier. Anschließend besuchte die französische Delegation das Spargelfest, flanierte über den Spargelmarkt und schälten schließlich Spargel um die Wette. In Frankreich gehe man den Spargel andersherum an, stellte Bürgermeister Portelli auf der Bühne fest. Hannelore Nowacki

    Information

    Bürgermeister Hugues Portelli führte die Delegation aus Ermont an, mit ihm waren seine Ehefrau Marie Portelli, der Erste Stadtrat für Finanzen Xavier Haquin mit Ehefrau Stephanie Haquin und die Kultur-Stadträtin Joelle Dupuy über das Wochenende angereist. Für die Stadt Lampertheim übersetzten Werner Knüttel, Melina Pauly und Delphine Deslot. An der Akademischen Feier nahmen Bürgermeister Gottfried Störmer, Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Stass, Erster Stadtrat Jens Klingler, der Bundestagsabgeordnete Dr. Michael Meister (CDU), die Fraktionsvorsitzenden Marius Schmidt (SPD) und Edwin Stöwesand (CDU) sowie mehrere Stadtverordnete und Magistratsmitglieder teil. Als Träger der Goldenen Stadtplakette war Manfred Henkelmann eingeladen. Vom Lessing-Gymnasium waren Schulleiterin Silke Weimar-Ekdur und Monika Hebbeker eingeladen, die für den Schüleraustausch mit Ermont zuständig ist. Der Fachbereich 40 Bildung, Kultur und Ehrenamt war durch Dirk Eichenauer, Sandra Schmiedel und Silke Reis vertreten.

     

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