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Fr., 07. Juli 2023, 08:55 Uhr
RETTER: Rettungshundestaffel der Feuerwehr Groß-Rohrheim zum Training in Seniorenheim in Heppenheim – Verstärkung gesucht
Immer der Nase nach um vermisste Personen zu finden
Auf Spurensuche beim Training im Gebäude ist immer nur ein Team unterwegs um die versteckte Person zu finden. Foto: Hannelore Nowacki
HEPPENHEIM –
Ein schöner Sommertag, man könnte einiges unternehmen, zum Beispiel durch die Stadt bummeln und ein Eis essen, den Feierabend genießen. Aber es gibt Leute wie Nicole Richtberg und ihre Kameraden von der Rettungshundestaffel der Freiwilligen Feuerwehr Groß-Rohrheim, die freuen sich auf die Trainingsstunden mit ihren Hunden, die ganz besondere Hunde sind: Als geprüfte Personensuchhunde, auch Mantrailer genannt, suchen und finden sie vermisste Menschen, die sich zum Beispiel von zuhause oder aus einem Seniorenheim unbemerkt entfernt und verlaufen haben. Auch nach Kindern, die vom Spielplatz verschwunden sind, werde gesucht. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, wenn die Retter alarmiert sind. Da dies keine leichte Aufgabe ist, muss trainiert werden, Hund und Hundeführer sind ein Team, das immer zusammenarbeitet. Hund und Mensch müssen als Team fünf Prüfungen bis zur Einsatzreife absolvieren. Dies und vieles mehr erklärte Nicole Richtberg im Gespräch mit dem TiP auf dem Besucherparkplatz einer stattlichen Seniorenwohnanlage in der Kolpingstraße, die sie als Trainingsort nutzen durften. Dafür seien sie sehr dankbar, betonte sie, denn in Einrichtungen mit vielen Menschen wie Seniorenheimen und Krankenhäusern gebe es eine Vielfalt von Geruchsspuren, mit denen die Hunde umgehen müssen, um die eine richtige Spur verfolgen zu können, die zum vermissten Menschen führt. Drei bis vier Stunden waren für das Training im Gebäude eingeplant. Nicht nur seine feine Schnüffelnase treibt den Rettungshund an, auch sein Wille und Ehrgeiz die Arbeit erfolgreich zu machen, der Spaß daran, zeichnet den guten Mantrailer aus. Geistig und körperlich fit muss der Hund sein und Nervenstärke ist gefragt, denn das Tier konzentriert sich auf die Aufgabe und sucht selbständig nach Lösungen, wenn die Suche mal nicht so läuft wie gedacht. Also ganz erstaunliche Fähigkeiten hat so ein Rettungshund, die er in den zwei bis drei Jahren Ausbildung entwickelt. Dabei sehen sie aus wie freundliche Familienhunde, hübsche Dalmatiner oder ein auf den ersten Blick gemütlich wirkender Beagle, mittelgroß zu sein ist von Vorteil. Tatsächlich sind sie liebe Haustiere, die mit den Kindern Gassi gehen und den Familienalltag teilen. Aus Köln ist Annabelle Walter mit ihrem schönen Dalmatiner zum Training angereist, der noch in Ausbildung ist. Wie ihre Kollegen von der Feuerwehr Groß-Rohrheim ist sie bei den Johannitern in Köln ehrenamtlich tätig und mit Spaß bei der Sache.
Die Fachabteilung Rettungshundestaffel gehört zur Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Groß-Rohrheim. Foto: Hannelore Nowacki
Ganz still sind die Hunde, wenn sie im Auto warten, kein Mucks war zu hören. Auch das lernen sie, schließlich müssen sie mit allen Lebenslagen vertraut sein. Es wäre ja auch unhöflich, bei einem nächtlichen Einsatz zu bellen. Mit ihrem Hundeführer betreiben die Hunde ein Hochleistungshobby, sportlich zu sein empfiehlt sich, weil häufig lange Wege über Stock und Stein und bergauf wie im Odenwald oder in der Pfalz zu bewältigen sind, bis die gesuchte Person gefunden ist. Als Belohnung winkt immer eine außergewöhnliche Leckerei, auf die sich das Tier schon freut. Das inbrünstige Lecken diesen Spezialitäten steigert sogar die Lust auf ihren Job, weiß Nicole Richtberg aus Erfahrung. Ein besonderes Training war es diesmal, weil nach drei Jahren Coronazeit erstmals wieder eine große Übung in einer Senioreneinrichtung möglich war. Zwei rüstige Bewohner freuten sich, beim Verstecken mitzumachen. Seit 15 Jahren ist Nicole Richtberg in der Rettungshundearbeit tätig, die im Mai 2022 vom Kreis Groß-Gerau zur Feuerwehr nach Groß-Rohrheim gewechselt hat und hier als Fachabteilung zur Einsatzabteilung gehört – alle sind ehrenamtlich engagiert. Die Rettungshundestaffel wird vom Polizeipräsidium Südhessen alarmiert, die zuvor die Lage beurteilt hat. Bislang waren es 30 Einsätze in Hessen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Die Groß-Rohrheimer Rettungshundestaffel würde sich über Verstärkung freuen - zwei oder drei zusätzliche Hundeführer mit Hund zur Ausbildung wären ideal. Für den Hund und die Ausbildung kommt man selbst auf, manchmal gibt es Spenden. Versichert ist man über die Unfallkasse Hessen. Die Staffelleitung hat Tim Lessenich, der beruflich verhindert war wie auch Hundeführer Karsten Denner mit Einsatzhündin Lia. Ausbildungsleiterin ist Nicole Richtberg mit den geprüften Einsatzhunden Cookie und Amra. Sandra Krämer ist Ausbilderanwärterin mit Einsatzhündin Juliette. Hundeführer sind Melanie Hahn mit Azubihund Georgi, Jennifer Nold mit Azubihündin Enni und Christian Hertting mit Azubihund Finn, Helfer Sascha Wilke ist ohne Hund. Hannelore Nowacki