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  • Do., 20. Oktober 2022, 17:03 Uhr
    SENIORENNACHMITTAG: Seniorenbeirat der Stadt Bürstadt organisierte Besuch des Heimatmuseums

    In alten Zeiten schwelgen

    BÜRSTADT – Der Seniorenbeirat der Stadt Bürstadt hat zu einem Besuch des Heimat Museums eingeladen. Die Vorsitzende Frau Christel Kroll begrüßte die Teilnehmer aufs herzlichste. Der heutige Leiter des Museums Herr Bruno Gündling erklärte, dass das Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert im Besitz der Familie Brückmann ist und das zweit älteste Haus neben dem alten Fachwerkhaus aus dem Jahre 1733 in dem die Familie Krammig in der Peterstrasse wohnt. Der damalige Besitzer war Schreiner und begleitete auch das Amt des Glöckners, da Heinrich Brückmann dicht bei der katholischen Kirche St. Michael wohnte. Später wohnte hier die Familie Edgar Gräf, dessen Frau Waltraud eine geborene Brückmann war. Christiane Held, die Tochter von Waltraud und Edgar Gräf ermöglicht es immer noch, dass Schulklassen, Exklusionen aus Worms die mit dem Fahrrad nach Bürstadt kommen oder wie jetzt die Senioren das sehenswerte Museum kostenlos besuchen können. Viele fühlten sich in ihre Kindheit zurück versetzt, im Gegensatz zu den Schülern, die nicht wussten, was eine „Dickerübe“ ist, lachte Herr Gündling. Das Haus beherbergte eine Schreinerei mit Maschinen, Werkzeuge und Geräte. Auch Gerätschaften für die Bodenbearbeitung, wie sie in den früheren Jahren für die Ernährung verwendet worden sind, eine alte Schmiede und vieles mehr hat die einheimische Bevölkerung zur Verfügung gestellt. Die Besucher wurden aufgeklärt, dass der Bahnhof in Bürstadt, wie viele meinten, keine Kreuzbahnhof ist, sondern einen Turmbahnhof! An einem Baumstamm erklärte Herr Gündling, dass im Wald nahe des Wasserwerkes noch Bäume zu erkennen sind, die angeritzt wurden und Kerben aufweisen, um an das Harz des Baumes zu gelangen. Dies wurde mit einem Behälter aufgefangen noch bis im Jahr1950 für die Gummiherstellung. Im kleinen Schulklassenzimmer mit Kreidetafel, eine Bank, in der ein Tintenfass integriert ist, erinnerten sich viele Besucher an ihre eigene Schulzeit. Das Musikzimmer mit vielen verschiedenen Musikinstrumenten und Bildern mit Berühmtheiten wie Max Greger, dem Teufelstrompeter Walter Scholz und die Anfangsjahre der katholischen Kirchenmusik wurden begutachtet. Zur Verwunderung Zauberte Herr Gündling im weiteren Verlauf einen originalen „GlasGurken“ von der damaligen Fabrik Kilian, genannt Gurkenkilian, obwohl auch Weißkraut, das zu Sauerkraut verarbeitet wurde herstellt wurde. Besonders stolz ist das Heimatmuseum auf einen Kahn, der noch voll schwimmfähig ist. Er erinnerte an das Hochwasser, das im Dezember 1882/1883 in Bürstadt das Land unter Wasser setzte. Hochwassermarken in der Luisenstraße, Nibelungenstraße, Bahnhof usw. erinnern daran. Das Wasser lief bis an das Bahnhaus zwischen Riedrode und Lorsch. Auf einer Landkarte wurde ersichtlich, dass ganze Teile des Rieds unter Wasser standen.

    Zum Abschluss bedankte sich Frau Kroll bei Herrn Gündling, so wie Frau Held mit einer Spende. Alle Teilnehmer und Senioren der Stadt Bürstadt sind herzlichst Eingeladen, zum Nächsten Treffen des Seniorenbeirates am Dienstag, den 25. Oktober um 15 Uhr zu einem Spielnachmittag ins Gemeindezentrum St. Michael zu kommen. zg

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