BILA diskutierte mit FDP-Landratskandidatin Dr. Reinemund über ICE-Trasse
In den Grundpositionen Übereinstimmung
Landratskandidatin Dr. Birgit Reinemund (FDP) war bei der BILA zu Gast, um gemeinsame Positionen zum ICE-Trassenverlauf zu erkunden. Im Bild: Die BILA-Sprecher Helmut Hummel (von links), Karl Hans Geil und Ulrich Guldner. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Der Wahlkampf ist in der heißen Phase angekommen, am 22. März sind die Bürger aufgerufen, ihren neuen Landrat im Kreis Bergstraße zu wählen. Dr. Birgit Reinemund, die Landratskandidatin der FDP, war am Montagnachmittag auf Einladung zu Gast bei der Bürgerinitiative Lampertheim „Lebensraum vor ICE-Trasse“ (BILA) im Alten Rathaus. Nicht ganz zwanzig BILA-Mitglieder waren gekommen, um zu hören, in welcher Weise die Kandidatin die Ziele der BILA unterstützen würde. Karl Hans Geil vom Sprecherteam des Vorstandes begrüßte die Mitstreiterin aus Mannheim. Reinemund stellte sich als Tierärztin und Unternehmerin vor, die selbst Erfahrung aus dem ICE-Forum mitbringe und wisse, wie der Konsens zum ICE-Trassenverlauf in der Metropolregion entstanden ist. Eine Sorge teilt sie mit der BILA: Mit dem neuen Gutachten, das am 12. März vorgestellt wird, könnte an diesem Konsens gerüttelt werden. Die ursprünglich von der Bahn AG geplante ICE-Trasse würde in unmittelbarer Nähe an Neuschloss sowie an den Wohngebieten Rosenstock und Europaring vorbeiführen. Den Lampertheimer Wald und das Lampertheimer Bruch wäre zerschnitten, hochwertiges Ackerland verloren und Lampertheim ihres Naherholungsgebietes beraubt. Auch der Norden Mannheims wäre direkt betroffen. Die Lampertheimer Stadtverordnetenversammlung, die Bergsträßer Abgeordneten aus Landtag und Bundestag haben sich gegen eine solche Trassenführung ausgesprochen. BILA-Sprecher Geil stellte in der Diskussion klar, dass der Trassenverlauf vom Norden bis Lorsch und im Süden von Mannheim-Schönau bis Hauptbahnhof bereits feststehe. „Die Sorgen sind nicht vom Tisch“, meinte Geil, „wie schnell könnten Planer sagen: Wir nehmen die kürzeste Strecke“. Nachts sollen auf der Strecke mit Mischnutzung 160 Zugpaare fahren, vorwiegend Güterverkehr, tagsüber soll über die westliche Riedbahnstrecke der schnelle Fernverkehr und der Nahverkehr fahren, erklärte Geil. Unverständlich sei daher, dass es in Mannheim so wenig Widerstand gebe. Auf die Frage von BILA-Sprecher Helmut Hummel, wie ob sie eine Chance sehe, dass die Mannheimer Bevölkerung sich mehr einsetze, meinte Reinemund: „Das ist derzeit kein Thema“. BILA-Sprecher Ulrich Guldner gab zu bedenken, dass die Metropolregion einem größeren Korridor zugestimmt hatte als die BILA anstrebe. Landratskandidatin Reinemund meinte, dass keine neue Trasse ohne Einschnitte auskomme, irgendwo sei immer jemand betroffen. Sie erwarte Lösungsvorschläge von der Bahn AG. BILA-Sprecher Geil sieht jedoch mehr Erfolgschancen, wenn eine Region der Bahn AG gegenüber nachdrücklich mit einer Meinung auftrete: „Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Bahn sich dann für diese Idee entschieden hat“. Als Beispiele nannte Geil unter anderem Freiburg. Reinemund meinte zu den Bedenken innerhalb der BILA: „Ich bin skeptisch und vorsichtig, aber nicht so skeptisch wie Sie“. Abschließend hielt BILA-Sprecher Geil fest: „Es freut mich, dass wir in den Grundpositionen übereinstimmen“. Sein Anliegen, das er auch der Kandidatin ans Herz legte: Diese von Lebenslust und Vielfalt geprägte Landschaft lohne sich anzuschauen. Hannelore Nowacki