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  • Fr., 09. Dezember 2016, 08:52 Uhr
    „Kirche im Licht - Ecclesia in Lumine“ – bewegendes Licht und Begegnung

    In der Pfarrkirche St. Michael erstrahlte die Dunkelheit

    „Kirche im Licht – Ecclesia in Lumine“ ist für viele Menschen ein Erlebnis in der Adventszeit, das in Bürstadt zu den Höhepunkten in der besinnlichen und auch hektischen Adventszeit zählt. Foto: Hannelore Nowacki


    BÜRSTADT – Alle Jahre wieder, aber doch immer wieder neu und überraschend ist dieser besondere Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Michael, der als „Kirche im Licht – Ecclesia in Lumine“ die Menschen einlädt und anzieht. Zu Beginn erklangen in die Stille und blaue Dunkelheit hinein die eigentümlich bewegenden meditativen Töne des Didgeridoo. Tim Lindemann spielte dieses Instrument der australischen Ureinwohner virtuos auf tiefgründige Weise. Fast sechzig Minuten lang, gefüllt mit dieser außergewöhnlichen Verbindung von Wort, Musik und Licht in farbiger Vielfalt, faszinierenden Formen und auch in Schwarzweiß leuchtend. Das Licht in der Dunkelheit, Gedanken über das Leben, das mehr ist als die Zeit zwischen Geburt und Tod, Überlegungen, was im Leben wichtig sein mag, die Zeit für einen Neuanfang - die jungen Erwachsenen des  Jugendliturgiekreises sprachen die sorgsam ausgewählten Texte auf der Empore in die besinnliche Dunkelheit hinein, sprachen zu den Menschen in den voll besetzten Kirchenbänken. Silbern wie der Mond, schwarzweiß leuchtete das Licht in diesen Momenten der stillen Besinnung. Nur die vorderen Bänke waren frei geblieben, um die ganze Pracht der Kirche im Licht wahrnehmen zu können. Verwoben mit der Musik und dem Strahlen der Farben in wechselnder Gestalt, offenbarte sich auch die besondere Schönheit der Pfarrkirche St. Michael. „Wieviel entspannter ist mein Leben, wenn ich mich nicht hetzen lasse“. Ein Satz wie dieser und viele andere weisen Betrachtungen gaben den Zuhörern ganz unaufdringlich die Möglichkeit zur Besinnung. „Jetzt ist die Zeit, um neu zu starten, alles Alte und Festgefahrene im neuen Licht zu sehen“, war zu hören. Und auch: „Der Herr ist mein Licht und mein Heil: Vor wem sollte ich mich fürchten?“.  Bevor dieser Gottesdienst mit Segensworten und dem Schlusslied zu Ende ging, war das Lied von John Lennon „Imagine“ ein weiterer Höhepunkt. Seine Friedensbotschaft war wie frei schwebend zu lesen, als leuchtender weißer Schriftzug auf dem transparenten Vorhang, der sich über die ganze Breite des Raums vor dem Altar spannte: „Imagine all the people Living life in Peace“ und alle weiteren gesungenen Worte. „Wenn wir es wagen, einfach miteinander unterwegs zu sein“, war von der Stimme auf der Empore zu hören. Junge Erwachsene des Liturgie-Arbeitskreises, Christina Schwara, Ines Bugert, Jasmin Heiderich, Franziska Hofmann, Simon Held, Lukas Beilmann, Helena Beilmann und Franziska Held lasen die Texte, die übers Jahr gesammelt und zusammengestellt werden.

    Die Farben und Formen der computergestützten Lichtshow sind mit den Worten des Jugendliturgiekreises und der ausgewählten Musik harmonisch abgestimmt – unter der technischen Gesamtleitung von Christian und Tobias Rohatsch. Foto: Hannelore Nowacki


    Die technische und künstlerische Komposition von Musik und Lichtshow in Abstimmung mit den Wortbeiträgen liegt seit zwölf Jahren bei Christian und Tobias Rohatsch. Zwei Tage haben sie in der Kirche verbracht, um die Leuchten zu positionieren und die Lichtstimmungen zu programmieren.  Noch eine weitere Stunde nach dem Ende des Gottesdienstes war die Kirche im Farbenspiel für die Besucher geöffnet. Ein Spendenkörbchen am Ausgang lud ein, sich an den Kosten der Veranstaltung zu beteiligen. Wer sich nicht gleich auf den Nachhauseweg begeben wollte, konnte auf dem Platz vor dem Pfarrzentrum mit vielen anderen Besuchern in Gesellschaft heiße Getränke, Schmalzbrote und die von den Pfadfindern des Stammes Bruder Feuer frisch gebackenen Waffeln genießen. Die Jugend der Kirchenmusik spielte stimmungsvolle weihnachtliche Lieder. Im Pfarrzentrum waren in der Ausstellung zahlreiche Skulpturen aus privaten Sammlungen zu bewundern, die Maria und das Jesuskind zeigten. Selbstgemachte Marmelade und dekorative gebastelte Sterne waren zum Kauf angeboten. Der Erlös aus den Verkäufen des adventlichen Marktes kommt der Außenrenovierung der Kirche zugute. Hannelore Nowacki

     

     

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