PAHORI: Jubiläumfeier der Palliativ- und Hospiz-Initiative im Ried feierte 25-jähriges Bestehen mit Wegbegleitern, Vereinen und Bürgermeistern
„In schwierigen Zeiten nicht allein“
Das PaHoRi-Team, das die Jubiläumsfeier gestaltete, mit Landrat Christian Engelhardt und Bürgermeisterin Barbara Schader. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – Bei der Jubiläumsfeier vom Verein PaHoRi im großen Saal des Bürgerhauses verbanden sich heitere und besinnliche Momente. Auch bei den Themen Krankheit, Sterben und Tod haben lebensfrohe Gedanken Platz, wie PaHoRi mit dem Jubiläumsprogramm eindrucksvoll zeigte. Der Verein hatte Jubiläumsgäste aus Vereinen, Politik und anderen gesellschaftlichen Bereichen eingeladen, die Bürstädter Bürgermeisterin Barbara Schader und ihre Kollegen der Städte und Gemeinden im Ried waren gekommen. Als Schirmherr hatte PaHoRi Landrat Christian Engelhardt gewinnen können, der in seinem Grußwort darauf einging, dass die Menschen durch die Professionalisierung in der Kranken- und Altenpflege auf diese Grenzerfahrungen des Lebens nicht mehr vorbereitet sind. Die Begleitung beim Sterben sei aus dem Alltag der Menschen herausgenommen. Wichtig sei, sich „die Kurzfristigkeit des Lebens auf diesem schönen Planeten klarzumachen“. Von der ehrenamtlichen Hospizarbeit zeigte sich Engelhardt „schwer beeindruckt“ und betonte: „Ich bin für diese wertvolle Arbeit ausgesprochen dankbar“. In ihrem Grußwort ging die 1. Vorsitzende Sabine Gerber auf die Zeit der Corona-Pandemie ein, als es den ehrenamtlichen Hospizbegleitern nicht möglich war, Sterbende zu besuchen, die in Heimen einsam starben. Zuhören, einfach da sein, das brauchen die Menschen, machte Gerber deutlich. PaHoRi sei mit den Angeboten breit aufgestellt. Sie zitierte die Begründerin der modernen Hospizbewegung Cicely Saunders mit dem bekannten Satz: „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben“. In ihrem geistlichen Impuls wies die 2. Vorsitzende Dorothea Ennemoser-Bohrer darauf hin, dass es kein Leben ohne Trauer gebe, das wüssten auch die Hospizmitarbeiter. Und „es gibt in diesem Leben nichts ohne Ende“. Beim Tod, so betonte die Pastoralreferentin und Dozentin im Bistum Mainz, „handelt es sich um einen nicht sichtbaren Neuanfang. Jeder sterbe den ganz persönlichen Tod. Aber alles habe seine Zeit, daher heiße es im Jetzt „sich zu freuen und das Leben zu genießen“. Einen Poetry Slam über die Hospizarbeit mit eigenen heiteren und nachdenklichen Texten zeigten die Koordinatorinnen Gaby Weiß-Szpera und Margarete Keilmann, am Ende mit dem Jubiläumsmotto „Schluss mit leise, wir werden laut“. Dieses Motto übersetzte die Trommelformation des Musikzugs der Freiwilligen Feuerwehren Bürstadt/Hofheim mit eindrucksvoller Vorstellung. Die leisen musikalischen Töne waren von Johanna und Anja Tausch mit Stücken für Geige, Querflöte und Gitarre zu hören. Zum Ausklang der Jubiläumsfeier waren die Gäste zum Austausch bei Sekt und Gebäck eingeladen. Beim Verein PaHoRi sind 42 Menschen ehrenamtlich nach entsprechender Ausbildung tätig, um Sterbenden, die Familien und Freunde in diesen schwierigen Lebensphasen und Trauer zu begleiten. Als hauptberufliche Koordinatorinnen organisieren Gaby Weiß-Szpera und Margarete Keilmann die Einsätze und Angebote. Zurzeit hat der Verein 153 Mitglieder. Den 25 Frauen und Männern, die vor 25 Jahren die Hospiz-Initiative im Ried gründeten, ging es darum, Menschen in diesen Lebensphasen und ihre Angehörigen zu unterstützen. Das war im Gesundheitssystem damals gar nicht vorgesehen, die Hospizbewegung in Deutschland musste sich gegen Widerstände durchsetzen. Aus Räumlichkeiten im Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth zog die Initiative später in das Haus in der Schubertstraße 31 um, mit Räumen für Gespräche und Trauerbegleitung in Einzelgesprächen und Gruppen. Als kostenloser ambulanter Palliativ- und Hospizdienst für Erwachsene, Kinder, Jugendliche und Familien ist die Palliativ- und Hospiz-Initiative im Ried, kurz PaHoRi, für Lampertheim, Bürstadt und Biblis mit allen Ortsteilen sowie Groß-Rohrheim zuständig. Hannelore Nowacki