Drei Integrationslotsen für Mittlerfunktion ausgebildet
Integration qualifiziert begleiten
Zur feierlichen Zertifikatsübergabe sprachen Bürgermeister Gottfried Störmer (links) und Lernmobil-Leiterin Dr. Brigitta Eckert (rechts). Silke Reis (hinten) vom FB 40 wird die Koordination übernehmen. Die neuen Integrationslotsen sind Shonem Darwish, Faiza Hussain und Mohamed Abdulahi Abdi. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Nachdem Faiza Hussain, Shonem Darwish und Mohamed Abdulahi Abdi ihre Ausbildung als Integrationslotsen erfolgreich beendet haben, sind im Auftrag der Stadt Lampertheim insgesamt neun Integrationslotsen aus verschiedenen Ländern ehrenamtlich aktiv. Ein Jahr lang haben sie sich samstags für die Ausbildung beim Lernmobil Viernheim Zeit genommen, um sich auf die umfangreichen und verantwortungsvollen Aufgaben vorzubereiten. Bei der Zertifikatsübergabe an die drei neuen Integrationslotsen am Mittwoch im Alten Rathaus beschrieb Bürgermeister Gottfried Störmer die Zielsetzung, warum die Stadt Lampertheim bei der Integration der Zuwanderer auf die Mittlerfunktion der Integrationslotsen setzt. „Es ist hilfreich, wenn man sich nicht sprachlos gegenübersitzt, sie sind ein Teil unserer Willkommenskultur, die wir hier in Lampertheim für ein reibungsloses Miteinander ausbauen und stärken wollen“. Wer die Erwartungen und Anforderungen der Aufnahmegesellschaft kenne, könne sich in die Gesellschaft einfügen – ohne die eigene Identität aufzugeben“. Um Integrationsprozesse von Kindern, Jugendlichen und Migrantenfamilien in Kindergärten, Schulen und Gesellschaft professionell zu begleiten, brauche es sowohl Konzepte, die der Vielfalt gerecht werden, als auch entsprechend dafür qualifizierte Menschen, erläuterte Störmer. Als erfahrener und kompetenter Kooperationspartner für die Ausbildung habe wieder das Lernmobil Viernheim e. V. gewonnen werden können. Aus Sicht von Lernmobil-Leiterin Dr. Brigitta Eckert ist Integration, „genau das, was Sie machen, sich als Teil einer Kommune sehen, nur dann kann Gesellschaft funktionieren“. Die Arbeit der Integrationslotsen funktioniere nur, weil sie neutral sind. Zu den Aufgaben gehören Übersetzungstätigkeiten, um Reibungs- und Zeitverluste bei Behörden und Einrichtungen abzubauen, Hilfestellung bei der Suche nach Betreuungsplätzen für Kinder, bei der beruflichen Integration und die Informationsvermittlung zum Beispiel zum Thema Müllsammlung, Hausordnung usw., um Konflikte zu vermeiden. In Konfliktfällen können durch die Kenntnis der Kulturen einfacher Lösungen gefunden werden. Auf deren Wunsch werden Migranten zum Übersetzen zu Rechtsanwälten, Ärzten, Ausländeramt, Jobcenter oder Familienberatungsstellen begleitet. Auch Telefonate im Beisein und im Auftrag der Migranten mit Behörden und anderen Stellen werden geführt. Mit Hilfe der neun Integrationslotsen können zwölf Sprachen abgedeckt werden. Sprechstunden finden in mehreren Einsatzstellen statt: Rathaus-Service, Goetheschule, Schillerschule, Baugenossenschaft, in den Flüchtlingsunterkünften Florianstraße und Chemiestraße sowie im Caritas-Haus in der Neuen Schulstraße. Eine neue Anlaufstelle ist die Kindertagesstätte Europaring. Die bisherigen sechs Integrationslotsen haben im vergangenen Jahr rund 229 Einsatzstunden geleistet. Einmal im Monat treffen sich die Integrationslotsen zu Besprechungen und Reflexionen, zweimal jährlich finden Weiterbildungen statt. Die Projektleitung hat der Fachbereich 40 Bildung, Kultur und Ehrenamt mit Fachbereichsleiter Rolf Hecher. Für die Koordination der zukünftigen Anlaufstellen und Integrationslotsen ist Silke Reis zuständig. Hannelore Nowacki