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  • Fr., 01. Juli 2016, 06:38 Uhr
    Lebenshilfe Lampertheim und Ried sucht Spender und Sponsoren

    Jahreshauptversammlung vertagte Satzungsänderung

    Günther Baus wies bei der Feierstunde zum Projekt-Abschluss „Inklusiv“ im Mai 2015 wie auch bei der Jahreshauptversammlung auf die enge Zusammenarbeit der Lebenshilfe Lampertheim und Ried mit der Stadt Lampertheim hin. Archivfoto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – 50 Jahre Lebenshilfe Lampertheim und Ried – dieses Jubiläum feiert der 209 Mitglieder starke Verein im kommenden Jahr. Nur für eine kurze Vorschau blieb bei der Jahreshauptversammlung am Mittwochabend im Turnraum der Frühförderstelle- und Beratungsstelle noch Zeit, auch das Sanierungsprogramm der Kindertagesstätte Schwalbennest mit der Abkürzung KISS konnte wegen der fortgeschrittenen Stunde nicht im Detail vorgestellt werden. Wie im Geschäftsbericht des Vorsitzenden Günther Baus und im Kassenbericht von Iris Schnur deutlich wurde, muss der Verein seit dem Geschäftsjahr 2015 mit einem beachtlichen finanziellen Defizit zurechtkommen, das durch die beschlossene Anhebung der Mitgliedsbeiträge von zunächst 25 auf 30 Euro, dann um weitere fünf Euro im Jahr Folgejahr nicht einmal ansatzweise gemindert werden kann. Damit wollen die Mitglieder jedoch ihr Engagement nach außen dokumentieren. Denn gesucht werden Spender und Sponsoren, die mit ihrer finanziellen Unterstützung die gesellschaftlich und pädagogisch wertvolle Arbeit der inklusiven Kindertagesstätte Schwalbennest und der Frühförder- und Beratungsstelle fördern möchten. Die Gebäude sind in die Jahre gekommen, der Sanierungsbedarf ist erheblich. Die inklusive Kindertagesstätte (Kita) beschäftigt 15 Mitarbeiter, 13 sind es in der Frühförder- und Beratungsstelle. Ein Arbeitsplatz dient der integrierten Beschäftigung der Behindertenhilfe Bergstraße, zwei Mitarbeiter sind in der Verwaltung beschäftigt. Es gibt eine Hausmeister- und eine Hauswirtschaftsstelle, einen Mitarbeiter im Freiwilligen Sozialen Jahr und einen Praktikanten. Positiv bewertete Vorsitzender Baus, dass sich der Stellenschlüssel durch das neue Kinderförderungsgesetz nicht verschlechtert habe. Im Berichtsjahr wurde das Projekt „Lebenshilfe Lampertheim – Inklusiv“ erfolgreich ausgebaut. Neben der Kooperation mit der Biedensandschule gab es viele weitere Aktivitäten und Veranstaltungen. Allerdings litt das Sommerfest unter der Hitze von 40 Grad im Schatten. Mit Zuschüssen aus der Landesförderung und von Sponsoren wurden für etwa 10.000 Euro neue Möbel für die Kita gekauft. Da im Winter die Heizung streikte, musste die Anlage für etwa 10.000 Euro instandgesetzt werden. Hier beteiligte sich die Stadt Lampertheim mit fünfzig Prozent. Ein neues Angebot ist das heilpädagogische Reiten zu ermäßigten Preisen. Ein strukturelles Problem nannte Baus die Personalkosten im Therapiebereich: Die vier Mitarbeiter werden nach dem Tarif des öffentlichen Dienstes bezahlt, mit jährlicher Erhöhung. Die Zahlungen der Krankenkassen blieben jedoch gleich, auch bei  Gehaltssprüngen durch altersgemäße Höhergruppierungen. „So kann’s nicht bleiben“, meinte Baus. „Großen Respekt für euch“, sagte Erster Stadtrat Jens Klingler als Vertreter der Stadtverwaltung in seiner kurzen Stellungnahme zum Defizitproblem des Vereins, dessen Mitglied er auch ist. Da die Arbeit des Vorsitzenden und des Vorstandes ehrenamtlich erbracht werde, sei es eine besondere Leistung. Baus hatte berichtet, dass Spendensummen der Sparkasse unwissentlich für die Darlehenstilgung verwendet worden waren und nicht für die Kita-Betriebskosten, wie die Stadt es verlangt. Die Umbuchung führte nun zum Defizit. Der Vorstand wurde einstimmig entlastet. Als neue Kassenprüferin wurde Irmtraud Dubois nach Satzung für zwei Jahre gewählt, Barbara Kolb bleibt noch ein Jahr im Amt. Die zur Abstimmung vorgelegte Satzungsänderung wurde ausgedehnt  diskutiert. Schließlich stimmte die Versammlung dem Antrag des Ehrenvorsitzenden Erich Thomas zu, die Abstimmung über die Änderung zweier Paragrafen der Vereinssatzung zurückzustellen. Im § 2 geht es um Zweck und Gemeinnützigkeit, diese formelle Änderung verlangte das Finanzamt. Im § 12 soll auf Vorschlag der Stadt Lampertheim und in Absprache mit dem Kreis Bergstraße die Vereinsauflösung und die Verwendung des  Vereinsvermögens neu geregelt werden. Ein aktueller Anlass hierzu bestehe nicht, betonte Baus. Im nächsten Jahr soll der vakante Vorstandsposten besetzt werden. Im liebsten wäre dem Vereinsvorsitzenden ein Vorstandsmitglied mit Erfahrung und Leidenschaft auf dem Gebiet des „Fundraising“, Spendeneinsammelns und Gewinnen von Sponsoren. Hannelore Nowacki

     

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