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    RUNDER TISCH NATURSCHUTZ: Hitze macht Schotter und Pflaster zum Problem / Appell an Bürger

    Jeder Quadratmeter Grün verbessert das Wohnklima

    Foto: Steffen Heumann

    BÜRSTADT – Die anhaltende Hitzeperiode zeigt eindrucksvoll, wie unterschiedlich sich begrünte Flächen und dicht bebaute Bereiche in der Stadt aufheizen. Während sich Gebäude, Straßen und versiegelte Flächen in der Sonne stark erwärmen und die gespeicherte Wärme bis weit in die Nacht wieder abgeben, wirken Parks, Gärten und Wälder wie natürliche Klimaanlagen: Pflanzen verdunsten Wasser und kühlen dadurch ihre Umgebung. Bäume, Hecken und Stauden spenden Schatten und sorgen für wesentlich niedrigere Temperaturen und ein angenehmeres Mikroklima. Wer derzeit zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs ist oder einen Parkplatz finden will, sucht deshalb möglichst den Schatten von Bäumen. Diese Problematik greift auch der Runde Tisch Naturschutz innerhalb Bürstadts auf und appelliert an die Bevölkerung. Denn die aktuelle Hitzewelle führt eindrucksvoll vor Augen: Jeder Quadratmeter Grün verbessert das Wohnklima. Wer auf unnötige Schotter- und Pflasterflächen verzichtet und stattdessen auf eine naturnahe Bepflanzung setzt, leistet einen wichtigen Beitrag zu einem lebenswerteren und klimaangepassten Wohnumfeld.

    Gerade angesichts der immer häufiger auftretender Hitzewellen wird deutlich, wie wertvoll mehr Grün in unseren Städten und Wohngebieten ist. Daher sollten möglichst viele Flächen begrünt und Bäume gepflanzt werden. Dazu können sowohl die Kommunen im öffentlichen Raum als auch Grundstückseigentümer beitragen – etwa durch begrünte Vorgärten, Fassaden, Balkone und Dächer. Der Trend der vergangenen Jahre, Vorgärten zu „entgrünen“ und durch vermeintlich pflegeleichten Schotter zu ersetzen, hat vielerorts zusätzliche Wärmeinseln entstehen lassen. Inzwischen werden stattdessen häufig große Flächen rund ums Haus vollständig gepflastert. Auch das verschärft das Problem, denn Pflastersteine heizen sich im Sommer erheblich auf und speichern die Wärme. Gleichzeitig kann Regenwasser auf großflächig versiegelten Flächen mit schmalen Fugen kaum versickern und fließt in die Kanalisation. Dies führt dazu, dass sich die Überschwemmungsgefahr bei Starkregenereignissen erhöht.

    Nicht ohne Grund schreiben sowohl die Hessische Bauordnung als auch das 2023 novellierte Hessische Naturschutzgesetz vor, dass Grundstücksfreiflächen – mit Ausnahme von Wegen und Zufahrten – zu begrünen sind. Hielte man diese Vorgaben der Begrünung überall ein, gäbe es in den Wohngebieten im Sommer deutlich mehr kühlende Grünbereiche, in denen zudem Regenwasser vor Ort versickern könnte, statt die Kanalisation zu belasten. zg

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