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  • Mi., 13. August 2014, 10:34 Uhr
    Martin-Luther-Gemeinde feierte „Gottesdienst unter der Linde“ mit Taufe und Mundartpredigt / Aufs Zuhören kommt es an

    „Jesus hätte auch Lambada Platt sprechen können”

    Der kleine Paul Schneibel schien sich bei der Taufe gut aufgehoben zu fühlen. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM –  Beim „Gottesdienst unter der Linde“, den die Martin-Luther-Gemeinde einmal  jährlich feiert, schien die Sonne und der kleine Paul Schneibel, den Pfarrer Roland Schein taufte, blickte in den blauen Himmel und nach der Taufe schaute der kleine Erdenbürger etwas verwundert in die Welt. Ein wenig Taufwasser benetzte sein Köpfchen, das Pfarrer Schein jedoch mit einem Tuch auffing. Sodann entzündete er die Taufkerze, die im Sommerwind flackerte. „Segne und behüte uns“, war das von allen gemeinsam gesungene Lied zur Taufe, „Gott, der du alles Leben schufst“, wurde nach Taufansprache und Glaubensbekenntnis gesungen. Aus dem Hebräerbrief stammten die Leitworte, die Pfarrer Schein im Laufe des Gottesdienstes wieder aufnahm: „Glaube aber ist: Feststehen in dem, was man erhofft, überzeugt sein, von Dingen, die man nicht sieht“.

    Um den Hauptmann von Kapernaum ging es in der Lesung aus dem Matthäus-Evangelium, ein römischer Offizier, der Vertrauen in Jesus setzte, der sicher war, dass Jesus seinen todkranken Diener werde heilen können, sogar nur durch sein Wort aus der Ferne, ohne den Kranken zu sehen. Von seinen vollbrachten Wundern hatte der Römer gehört. Diese Geschichte aus dem Neuen Testament hatte Erika Krämer-Tomczak in Lampertheimer Mundart übertragen und erzählte sie zusammen mit Peter Medert im humorvollen Dialog, so wie die Israeliten damals gesprochen hätten, an der Haustüre oder beim Einkaufen, wenn sie die Lampertheimer Sprooch gekannt hätten. Jesus hat sich nicht nur „für seine eigene Leit krumm gemacht“, hieß es am Ende mundartlich: „Ma meesten oafach besser zuhörn, was ä uns zu saa hot un on ihn glawe“.

    Die beeindruckte Gemeinde spendete den beiden Mundart-Sprechern begeistert Applaus. Seit 19 Jahren wandelt Erika Krämer-Tomczak Bibeltexte in Lampertheimer Mundart um, wobei sie auch nach längst vergessenen Wörtern forscht, wie sie im Gespräch erklärte. Im Gottesdienst hielt  Michaela Fröhlich eine Lesung, Peter Sturm sprach ein Gebet und kümmerte sich um Technik und Ton. Musikalisch gab Organistin Inge Hoppner den Ton an. Mit einem beschwingten Swing nach dem Segen und kräftigem Applaus endete der Gottesdienst.

    Hannelore Nowacki

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