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  • Di., 16. August 2022, 09:42 Uhr
    DOMKIRCHE: 18. Lampertheimer Orgelsommer 2022 im August zum Motto „Messiaen“

    Jörg Josef  Schwab zauberte mit meditativen Klangfarben und Naturtönen

    Jörg Josef Schwab, Münsterorganist aus Freiburg, ließ die große Blaue in ihren kraftvollen Klangfarben glänzen. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Jörg Josef Schwab ist Organist am Freiburger Münster und vieles mehr, auch ein Meister der Improvisation, der sein Publikum mitnimmt in die zauberhafte Klangwelten und emotionale Höhenflüge. So geschehen am zweiten Sonntag des 18. Lampertheimer Orgelsommers in der Domkirche. Am Ende stand das Publikum auf und belohnte den Gast aus Freiburg mit langen Ovationen, gefolgt von einer heiter gestimmten  Improvisation, einem Concerto im barocken Stil nach Vivaldi. Und wieder Applaus im Stehen. „Messiaen“ ist das Motto dieses Orgelsommers, deshalb haben die eingeladenen Künstler jeweils ein Stück dieses außergewöhnlichen französischen Organisten und Komponisten in ihr Programm aufgenommen. Olivier Messiaen, der Musik in Farben empfand und sich von Naturlauten wie Vogelstimmen inspirieren ließ, starb vor 30 Jahren in Paris, außergewöhnliche Orgelwerke hinterlassend. Schwab, der unter anderem den Studiengang Orgelimprovisation absolviert  hat und Preisträger mehrerer Orgelimprovisationswettbewerbe ist, beeindruckte das Publikum in der Domkirche mit seiner  Improvisation „Méditation“ als Hommage an Olivier Messiaen. Bei dieser   abwechslungsreichen Klangreise kamen die zahlreichen Register der Vleugels-Orgel zur Wirkung, die zwitschernd, sanft fließend und rauschend der Improvisation die emotionale Kraft gaben, dem ganz eigenen Musikverständnis Messiaens folgend mit Vogelstimmen und Lauten der Natur verbunden. Die erste Improvisation mit dem Titel „Trumpet Tune“ zu Beginn des Konzerts stimmte das Publikum optimistisch auf das Kommende ein. Die dritte Improvisation mit drei romantischen Skizzen „Scherzo – Cantabile – Marche triomphale“ nach Themen von Wolfgang Seifen, einem seiner Lehrer, inspirierten zu Gefühlen von tänzerischer Leichtigkeit, wirkten auch nachdenklich und zuletzt grandios vorwärts strebend und erhaben. Zu Konzertbeginn informierte Heike Ittmann das Publikum über Messiaen, der eigene, hoch emotionale  Improvisationstechniken entwickelt und Farben gehört habe. Improvisieren bedeute, dass Musik im Moment entsteht, mit nicht vorhersehbaren Entwicklungen. In der klassischen Musik seien Improvisationen fast nur noch bei Organisten zu erleben. Schwab gab im Gespräch mit dem TIP Einblicke in seine eigenen Improvisationstechniken, die er der aktuellen Situation anpasse wie am Sonntag. Nur ein paar dünne, handschriftliche Noten sind auf den Blättern zu sehen, die er für seine spontanen Orgel-Improvisationen wie einen Fahrplan nutzte. Schwab spielte drei Stücke von Bach (1685-1750), darunter „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ und folgend vier Sätze aus dem Orgelkonzert B-Dur, Nr. 2 von Händel (1685-1759). Ausdrucksstark auch die beiden Stücke von P. Fletcher (1879-1932) Fountain Reverie und Festal Offertorium. Keinen Herzinfarkt lautete die gute Nachricht, die  Heike Ittmann von Stefan Schmidt überbrachte, der aus gesundheitlichen Gründen sein Konzert am ersten Orgelsommer-Sonntag absagen musste. Wie nach jedem Orgelsommer-Konzert bei gutem Wetter, bot der Förderverein Domkirche die Möglichkeit bei Wein und Wasser miteinander und mit dem Künstler ins Gespräch zu kommen. Eintrittskarten sind an der Abendkasse zu 10 Euro und ermäßigt zu 7 Euro erhältlich. Hannelore Nowacki

     

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