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Di., 01. August 2023, 14:16 Uhr
FERIENSPIELE: Thema „Kinder haben das Recht auf ein sicheres Zuhause“ mit vielen Herzen ideenreich umgesetzt
Jugendliche begeistert beim Graffiti-Workshop an der Europabrücke
Fröhliche Farben schmücken nun den Sockel der Europabrücke. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Schon nach zwei Stunden war eine große leere Fläche am Sockel der Europabrücke mit vielen Ideen umgestaltet in ein wachsendes buntes Kunstwerk zum Thema „Kinder haben das Recht auf ein sicheres Zuhause“. Große Herzen waren schön ausgemalt und auch der geschwungene Schriftzug zum Thema Kinderrechte deutete sich an. Zwei weitere Stunden standen den zwölf Jugendlichen am vergangenen Samstag noch zur Verfügung, um unter Anleitung des Lampertheimer Graffiti-Künstlers Tobias Kilian mit vielen Farbsprühdosen dem Gemeinschaftswerk weitere Ideen hinzuzufügen. Vivienne Sobotta von der Stadtjugendförderung hatte als Betreuerin ein Auge auf das Geschehen, sie hatte auch für Getränke und Brötchen als Stärkung für die kleinen Pausen zwischendurch gesorgt. Im Gespräch mit dem TiP erklärte sie, dass mit zwölf Jugendlichen die maximale Teilnehmerzahl und zum Lernen die ideale Gruppengröße für diesen Graffiti-Workshop im Rahmen der Sommerferienspiele der Stadt Lampertheim erreicht war. Für die Altersgruppe der über Zwölfjährigen heißt das Sommerprogramm „Summertime“. Froh waren alle über das sonnige Sommerwetter, das sich überraschend beständig zeigte. Der Brückensockel bot noch mehr Raum für die jungen Graffiti-Künstler, so dass auch für die vierstündige Fortsetzung des Workshops am folgenden Sonntag noch viel Platz für künstlerische Fantasie war. Das Angebot war für die Jugendlichen kostenfrei, Farben und Verpflegung wurden aus demBudget der Initiative „KOMPASS“ und des Projekts „Kinderfreundliche Kommune“ der Stadt Lampertheim getragen. Dabei ging es um den Wohlfühlfaktor und Spaß in den Ferien, zugleich sollen die Kinderrechte bekannter gemacht werden und auch Angsträume in der Stadt durch Graffiti-Gestaltung zu Orten mit mehr gefühlter Sicherheit werden. In einer Umfrage hatten Lampertheimer Bürger vor einiger Zeit angegeben, wo sie sich in ihrer Stadt unwohl oder unsicher fühlen. An diesen Stellen wie am Bahnhof, im Stadtpark und der Unterführung der B 44 haben Jugendliche durch ihren kreativen Einsatz für mehr Wohlgefühl gesorgt. Zum zweiten Mal gab es das Graffiti-Angebot im Rahmen des Sommerprogramms Ü12 Summertime. Graffiti-Künstler Tobias Kilian blickt als 36-Jähriger bereits auf 24 Jahre Graffiti-Erfahrung zurück. Worauf kommt es an? Den Jugendlichen legt er einen Leitsatz ans Herz: „Rein ins kreative Leben, weg vom Schuldenken“. Denn anders als in der Schule gebe es hier nichts Falsches. Robin und Nicolas, beide 13 Jahre alt, sind ein Team beim Ausmalen eines mehrstöckigen Wohnhauses und finden den Ansatz gut, dass es nichts Falsches gibt und jeder auf eigene Art gestalten kann. Wichtig sei „im Flow zu sein“, betonen sie. Auch das haben sie von Tobias Kilian gelernt. „Ich finde, Graffiti hat etwas mit Kreativität zu tun, dass man malen kann, was man möchte“, bestätigt die elfjährige Helena gegenüber dem TiP und sagt mit einem Strahlen: „Das macht sehr, sehr viel Spaß“. Zum ersten Mal sei sie dabei. Der 15-jährige Martin machte schon im letzten Jahr mit. Ihm ist wichtig, dass niemand ausgeschlossen wird. Gerade hatte er den Rahmen um ein großes Herz gesprüht und erklärt: „Ein Herz für Kinder“.Hannelore Nowacki