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  • Mi., 30. Juni 2021, 19:48 Uhr
    ERICH-KÄSTNER-SCHULE: Förderpreis der Stiftung Aktive Bürgerschaft belohnt die Netzhelden 

    Jury würdigte die Netzhelden für Wirken in der Schule und außerhalb

    Stellvertretend für alle acht Netzhelden nahmen Mazlum Nayir (links) und Sebastian Jakob an der kleinen Feier zur Preisverleihung teil. Nicht nur ihre Lehrerin Maike Sattler-Wolf ist stolz auf die Netzhelden, die jetzt mit dem Abschlusszeugnis die Erich-Kästner-Schule verlassen. Foto: Hannelore Nowacki


    BÜRSTADT – In der Erich-Kästner-Schule gibt es Netzhelden - für die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz sind sie „wahre Helden“. Das hat seinen Grund. Die Digitalisierung erfordert Wissen auf vielen Gebieten und ist aus dem Schulalltag nicht mehr wegzudenken, erst recht durch das Homeschooling in diesen Coronazeiten. Zuhause lernen mussten zeitweise auch die Schüler der Erich-Kästner-Schule. Doch die Netzhelden gibt es schon viel länger als Corona. Sie lernen im Wahlpflichtkurs mit dem Schwerpunkt Mediennutzung und Medienkompetenz  zwei Stunden wöchentlich über Sicherheit im Cyberspace und Gewaltprävention und erhalten eine informationstechnische Grundbildung. Dafür gibt es Noten. Die acht Jugendlichen der 10. Jahrgangsstufe, die drei Jahre lang den Unterricht bei ihrer Lehrerin und Jugendmedienschutzbeauftragten Maike Sattler-Wolf besuchten, gaben ihr Wissen als Netzhelden innerhalb und außerhalb der Schule weiter und waren nach dem integrierenden Konzept des Kurses in die Präventionsarbeit des Kreises Bergstraße eingebunden. Sie unterstützten Kinder in Grundschulen und klärten Senioren im Umgang mit den digitalen Medien und sozialen Netzen auf. Bei der Behindertenhilfe Bergstraße Bensheim (bhb) halfen sie Behinderten in der Werkstatt bei digitalen Fragen im Sinne gelebter Inklusion. Diese Art der Medienbildung als Unterrichtsfach, die zu gesellschaftlichem Engagement führt, hatte auch die Jury beeindruckt, die die Bewerbungen für den Förderpreis der Stiftung Aktive Bürgerschaft bewertet hat. Mehr als 230 Bewerbungen in den Kategorien Bürgerstiftungen, Schulen, Medien und Genossenschaftsbanken waren eingegangen. Nicht den Hauptpreis, aber 1.000 Euro, hat die Erich-Kästner-Schule erhalten. Das Geld kommt den Jugendlichen für Workshops und anderes zugute, die im kommenden Schuljahr die neuen Netzhelden werden. Aber gefeiert wird dennoch, Lehrerin und bisherige Netzhelden werden gemeinsam Pizza essen gehen. Wegen der Corona-Regeln war der Kreis zur Verleihung des Förderpreises vor der Aula in der Erich-Kästner-Schule klein gehalten, stellvertretend für alle acht Netzhelden waren der 16-jährige Mazlum Nayir und der 17-jährige Sebastian Jakob dabei, der für die gerahmte Urkunde einen Platz an der „Wall of Fame“ aussuchte, neben allen anderen Auszeichnungen und Urkunden. Mit dem Förderpreis will die Stiftung, die zur Finanzgruppe Volksbanken Raiffeisenbanken gehört, zur öffentlichen Aufmerksamkeit, Wertschätzung und Förderung des bürgerschaftlichen Engagements beitragen, wie auf der Urkunde zu lesen ist. Schulleiterin Stephanie Dekker begrüßte zur Preisverleihung und kleinen Feier die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz, die Gesundheitspräventionsbeauftragte des Kreises Bergstraße Reinhild Zolg, Bürgermeisterin Barbara Schader und eine Abordnung der Behindertenhilfe Bensheim mit Geschäftsführer Christian Draiss, Werkstattleiter Udo Dörsam und weiteren Mitarbeitern aus Fürth. „Ich bin unheimlich stolz darauf“, sagte Fachlehrerin Sattler-Wolf zum Preis und bedauerte, dass die Netzhelden wegen Corona wieder nicht zur Preisverleihung nach Berlin fahren konnten, diese nur als Livestream sahen. Die beiden Netzhelden berichteten von Vorträgen und Sprechstunden für Senioren und andere Bürger, die sie über Gefahren im Netz aufklärten. Kontakte gab es zum Jugendrat, zur AWO und anderen Stellen. Seit dem Corona-Lockdown hielten sie Kontakt vorwiegend digital über Teams und haben auch eine Grundschule digital besucht.

    Großes Lob erhielten die Netzhelden von der Ersten Kreisbeigeordneten Diana Stolz (Mitte), Schulleiterin Stephanie Dekker (rechts) und Bürgermeisterin Barbara Schader. Die Blumen und Herzen aus Holz waren eine Gabe der Behindertenwerkstatt mit Blick auf die Europameisterschaft. Foto: Hannelore Nowacki


    Nach der Zeugnisausgabe im Laufe dieser Woche verlassen sie die Erich-Kästner-Schule. Stolz ist auch Schulleiterin Dekker auf die Leistungen der Netzhelden, die zum wiederholten Mal ausgezeichnet wurden. Sie dankte Lehrerin Sattler-Wolf als „Managerin“ der Netzhelden und Reinhild Zog für die Unterstützung. Christian Draiss (bhb) erklärte, dass Inklusion im Kopf nicht ausreiche, es komme darauf an, sich vor Ort kennenzulernen. Ebenso betonte Werkstattleiter Dörsam, dass ein Projekt mit den Menschen lebe. „Die Menschen in den Einrichtungen haben dieselben Themen beschäftigt“. Gegen die Barriere im Kopf helfe, auf die Menschen zuzugehen. Den jungen Netzhelden sagte er: „Ihr habt ganz viel für euer Leben und euren Berufsweg gelernt“. „Für mich seid ihr ‚wahre Helden‘“, meinte die Erste Kreisbeigeordnete Stolz. Große Anerkennung auch von Bürgermeisterin Schader, die das Thema wichtig findet und hofft, dass andere von diesem Paradebeispiel „angesteckt“ werden. Hannelore Nowacki

     

     

     

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