Hunde und Katzen müssen an 365 Tagen im Jahr versorgt werden
Jusos Ried spenden 250 Euro an Tierheim
Das Tierheim kann jeden Euro gut gebrauchen. Die Spende der Jusos Ried in Höhe von 250 Euro kam gerade richtig für die bevorstehende Wintersaison. Im Bild (von links): Marcel Stumpf, Karin Kollascheck, Annette Maring, Annkathrin Geyer, Marius Schmidt, Maximilian Rühl und Martina Kurz mit Hund Finn. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Treffpunkt zur Spendenübergabe der Jusos Ried am Dienstagabend an das Tierheim war das Tierheim. Am Eingangstor wartete schon Vereinsvorsitzende Annette Maring mit Tierheimleiterin Annkathrin Geyer und Schriftführerin Karin Kollascheck. Vereinsmitglied Martina Kurz war mit Finn gekommen, ihr ganz lieber Hund mit weißen Vorderpfötchen, den sie aus dem Tierheim hat. Sie wussten, dass Marius Schmidt, Kreisvorsitzender der Jusos und SPD-Fraktionsvorsitzender in einer Person, gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Jusos Ried Maximilian Rühl und Juso-Mitglied Marcel Stumpf eine 250-Euro-Spende übergeben wollten und freuten sich riesig. Die Hunde kommentierten den Besuch auf ihre Weise – sie stimmten in ihren Gehegen ein unbändiges Freudengebell an, das allmählich leiser wurde und aufhörte. Möglicherweise freuten sich die untergebrachten Hunde auch nur auf die Fütterung. Das Geld kam sehr gelegen, erklärte die Vereinsvorsitzende, gerade vor dem Winter müssten Decken und mehr Körbchen angeschafft werden. Juso-Vorsitzender Rühl fasste zusammen, wie zu dieser Spende kam. Das Sommerfest „Grill & Chill“ im Stadtpark habe in diesem Jahr mehr Umsatz gemacht als letztes Jahr, mit etwa 100 Jugendlichen sei es sogar das bisher größte Sommerfest der Jusos gewesen. Im letzten Jahr sei die Nieder-Ramstätter Diakonie mit einer Spende bedacht worden. Die Spender erfuhren im Folgenden aus erster Hand, wie dringend Geld für die Versorgung der zurzeit 25 Hunde und 18 Katzen benötigt werde. Das Futter verschlingt viele Euros, aber auch die notwendigen Impfungen, Entwurmung und Kastration durch einen Tierarzt kosten eine Menge Geld. Ein Euro reiche für zwei Dosen Katzenfutter. Und für die immer hungrigen Katzenbabys müsse die besonders teure Katzenkinderkost gekauft werden. Die jungen Katzen kosten aber auch viel Arbeit und Zeit. In die Anlage müsse außerdem viel investiert werden. Die Dächer an zwei Gebäuden habe der Verein aus eigener Kasse bezahlt, darauf habe man lange hingearbeitet. Wegen der beengten Verhältnisse hoffen die Tierfreundinnen, dass bald mehr Platz für die Tiere zur Verfügung steht, für eine Auslauffläche und Sommerzwinger, der Quarantänebereich müsse mehr Abstand haben. Andererseits sei die Vermittlung der Tiere „top“, was man daran erkenne, dass die Rücklaufquote nur ein Prozent betrage. „Für Mensch und Tier soll es passen“. Tierheimleiterin Geyer fahre viele Kilometer, wenn es darum geht einem Tier zu helfen, zum Beispiel um einen Hund zu einem Gnadenhof zu bringen. „Wir haben alle Hände voll zu tun“, bekräftigte sie die Aussage der Vorsitzenden, alle Plätze seien belegt. Mitgliedsbeiträge, vor allem aber Spenden, seien die wirtschaftliche Basis. Zuständig sei das Tierheim für Lampertheim, Bürstadt und Biblis. Marius Schmidt, der mit dem Verein engen Kontakt hält, will sich beim Kreis und der Stadt Lampertheim um einige Wünsche kümmern, die ihm das Tierheimteam mit auf den Weg gab. Mit Lob und Anerkennung sparte er wiederum nicht, als er dem Verein liebevolle Pflege und eine gute Vermittlungsarbeit attestierte. Mit der Stadt Lampertheim gebe es einen Fundtierverwahrvertrag, auch mit der Stadt Bürstadt sei nach zähen Verhandlungen eine ähnliche vertragliche Regelung zustande gekommen. Mit Biblis werde hingegen fallweise abgerechnet. Herrenlose, gefundene Tiere müssten eine Bleibe und Pflege erhalten, dies sei eine gesetzlich festgelegte kommunale Aufgabe, erläuterte Schmidt. Innerhalb der ersten sechs Monate gelte das Fundrecht des Bürgerlichen Gesetzbuches. Aus privaten Gründen abgegebene Hunde und Katzen kosten das Tierheim viel Geld, da es für sie keinen städtischen Zuschuss gebe. Tierheimleiterin Geyer, die seit vielen Jahren halbtags für den Verein tätig ist, wünscht sich noch viele ehrenamtliche Helfer. Auch wer wöchentlich nur eine Stunde übrig hätte, sei willkommen. Hannelore Nowacki