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  • Mo., 10. März 2014, 17:27 Uhr
    4. Anerkennungsveranstaltung für Ehrenamtliche mit 850 Gästen und viel Spaß

    Kabarettist Walter Renneisen in Aktion mit hessischem Zungenschlag

    Walter Renneisen unterlegte seinen „Erlkönig“ mit handgemachtem Pferdegetrappel. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Das ehrenamtliche Engagement soll gewürdigt werden. In Lampertheim fand deshalb schon vierten Mal eine Anerkennungsveranstaltung für Ehrenamtliche statt. Ein Abend lang Spaß, Erholung und Begegnung erwartete die Gäste. Vor und nach dem offiziellen Programm war viel Raum für Gespräche rund um die Stehtische. Getränke und knuspriges Körnergebäck wurden am Büffet angeboten. Tausend Einladungsschreiben  hatte die Stadt Lampertheim verschickt. 850 ehrenamtlich aktive Bürger hatten sich für die Veranstaltung mit dem musikalischen Kabarettisten, Schauspieler und Hörspielsprecher  Walter Renneisen angemeldet. Der waschechte Hesse wohnt in Bensheim und trat zum ersten Mal in Lampertheim auf, doch in Hofheim feierte er bereits einen Erfolg. Am Samstagabend stand sein „Deutschland, deine Hessen“ auf dem Programm. Zur persönlichen Begrüßung am Saaleingang schüttelten Bürgermeister Gottfried Störmer und Frau Sabine, Erster Stadtrat Jens Klingler und Spargelkönigin Sabrina I. viele Hände. Diesen Abend des Dankes hatte Störmers Amtsvorgänger Erich Maier 2010 ins Leben gerufen. In seiner Ansprache zeichnete Störmer das große Bild ehrenamtlicher Betätigungsfelder in Lampertheim nach, zu denen Patenschaften und die Vereinsarbeit gehören, Mitarbeit in Hilfsorganisationen sowie in vielen anderen Bereichen. Stellvertretend für alle, die im politischen Ehrenamt tätig sind, wie im Magistrat und in der Stadtverordnetenversammlung, richtete Störmer seinen besonderen Willkommensgruß an Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Stass. Auch Spargelkönigin Sabrina I. bekleide ein Ehrenamt. Störmer zeigte auf, welchen hohen Stellenwert die Stadt Lampertheim der ehrenamtlichen Arbeit schon seit vielen Jahren einräumt, mit einer besonderen Anlaufstelle in der Stadtverwaltung, ein für die Vereine eingerichteter Fachdienst, mit Vereinsförderrichtlinien und Vereinsförderpreisen.

    So wie in der ersten Reihe hatte das Publikum einen riesigen Spaß mit Walter Renneisen. Nun ist klar, „die Hessen sind umzingelt von lauter Deutschen“. Foto: Hannelore Nowacki


    Unterstützt werden Rettungs- und Hilfsdienste, karitative Einrichtungen und Selbsthilfegruppen. „Die vielen Ehrenamtlichen in unserer Stadt sind wichtig für ein funktionierendes Gemeinwesen, sie tun dem sozialen Klima gut“, betonte Störmer. Das Bühnenbild vor schwarzem Vorhang deutete auf einen Bandauftritt hin, rechts ein großes Schlagzeug, ein Kontrabass, auch fehlten Trompete, Flöte und eine kleine Gitarre nicht. Walter Renneisen kann alles, wie das Publikum im Laufe des Abends fasziniert feststellen konnte. Und hessisch kann er in allen Variationen, die zwischen Lampertheim, Vogelsberg und den nordhessischen Landstrichen ans Ohr kommen. Doch zunächst verblüffte er sein erwartungsfrohes Publikum mit einer besinnlichen Einführung, die das Lachen im Halse stecken ließ. Die Moral von der Geschichte, die er als Märchen vorgetragen hatte: Den Menschen achten, auch wenn er ein Großvater ist, der bei Tisch ganz schlimm kleckert. Da sagte das Kind in seiner naiven Einsicht zu seinen Eltern, nachdem der Großvater abseits essen musste: „Ich baue euch ein Tröglein, aus dem ihr essen könnt, wenn ihr alt seid“. Fortan aß der Großvater wieder am gemeinsamen Tisch. Aber dann feuerte der 73-jährige alterslos wirkende Walter Renneisen seine Überlegungen zur hessischen Mundart und Eigenart ins Publikum, dass es ein Vergnügen war. Lachen auf feinste Art erfasste das Publikum, ausgiebig und immer wieder besonders heftig. Wortwitz und hessisch zischende Zungenbrecher, kulturhistorische Betrachtungen bis in die Römerzeit zurück und die humoristische Verarbeitung von Aussagen hessischer Dichter und Denker bis hin zu Goethe ließen das Publikum teilhaben an seiner besonderen Begabung Menschen zum Lachen zu bringen und zu überraschen. Auch ein paar Kalauer müssen sein, sagte der Großmeister des gepflegten Humors, der auch vor Derbheiten nicht haltmacht. „Wie schön das zischt, wie das läuft“ ruft Renneisen aus, nachdem er das Lied vom „Wermsche mit em Schermche unnerm Ärmsche“ gesungen hatte. Umwerfend auch seine freundliche Interpretation von Goethes Ballade „Erlkönigs“. Am Ende: Es lebt der Bub, der Gaul ist tot. Ja, es war „mehr wie schee“. Das Publikum bekam auch noch eine schöne Zugabe. Hannelore Nowacki

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