Kunst, Kultur, (Weiter-)Bildung und Begegnung unter einem Dach vereint / Tag der offenen Tür am 7. Mai
KamÜ – vom Getreidespeicher zum Kulturraum
Rüdiger Engert (l.) und Ralf Löhr (r.) freuen sich am 7. Mai auf zahlreiche Besucher beim Tag der offenen Tür im KamÜ. Foto: Benjamin Kloos
BÜRSTADT – Es ist ein besonderes Projekt, welches in der Industriestraße 11 in Bürstadt entstanden ist und das Kunst, Kultur, (Weiter-)Bildung und Begegnung unter einem Dach vereint: Kunst am (Bahn-)Übergang, kurz KamÜ. Das von Rüdiger und Stefanie Engert ins Leben gerufene Projekt soll ein Ort der Begegnung und der Kommunikation sowie des Austauschs sein, ein Platz für menschliches Miteinander, um gemeinsam und an sich zu wachsen und umzudenken. „Wir wollen in Bürstadt einen Ort schaffen, der positiv besetzt ist, an dem Kunst und Kultur sowie Aus- und Weiterbildung in entspannter Atmosphäre möglich sind. Es soll eine Kulturstätte zum Mut- und Mitmachen entstehen, die Hürden niedrig hält, um neues auszuprobieren”, betonen Rüdiger Engert und Ralf Löhr, der als Künstler, aber auch als Kurator und für die Künstler Verantwortlicher agiert. Bernd Kalusche und Heike Hensel unterstützen als künstlerische Ideengeber, zudem gibt es imeine enge Zusammenarbeit bei der Auswahl der Künstler mit der Galerie Crelala Kunst.
Tag der offenen Tür
Am Sonntag, 7. Mai, findet die offizielle Einweihung im Rahmen eines Tages der offenen Tür statt. Von 11 bis 18 Uhr öffnen sich für alle Interessierten die Tore und Türen und geben nicht nur einen Einblick in die neu gestalteten Räume, sondern besonders auch auf das Konzept, welches im Hintergrund steht. Künstlerisch gestaltet wird die Einweihung durch acht Künstler, die vor Ort ihre Werke präsentieren: Achim Ripperger zeigt Holzskulpturen, Wolfgang Schönegge Aquarellmalereien, Bernd Kalusche informelle, abstrakte Malerei, Mari Arp von der Galerie Arp aus Hanau Popart, Matthias Kretschmer aus Wien Assemblage-Kunst – Collagen mit Plastiken –, Ralf Löhr Urban Art, Heike Hensel Collagen und Rainer Mienart Aquagrafik, eine Mischung aus Aquarellmalerei und Fotografie. Sowohl für Kinder als auch Erwachsene ist darüber hinaus bei Knabbereien und Getränken ein abwechslungsreiches Programm geboten: Meike Ehrhardt lädt zum Kinderschminken ein, darüber hinaus wartet ein spannender Wettbewerb inklusive Gewinnspiel. Denn wer einen Teller besonders lange drehen kann, erhält als Preis eine Sonnenblume. Eine kreative Auszeit für Kinder und Erwachsene wartet bei Heike Hensel, während familydrops neben einem Stand mit ätherischen Ölen zum Kennenlernen auch Yogaübungen zum Mitmachen zeigt. Und die Volkshochschule bereichert den Tag der offenen Tür mit einem Improvisationstheater, Italienisch mit Musik sowie einem Workshop zu Canva, eine Art des kreativen Gestalten beispielsweise von Postkarten.
Lebendiges Miteinander
Bereits von außen überzeugt das KamÜ, welches barrierefrei zugänglich ist, optisch, wobei bewusst die alten Schiebetore mit integriert wurden. Geheizt wird das gesamte Gebäude nicht nur durch die Photovoltaikanlage auf dem Dach, sondern durch Klimageräte zum Heizen und Kühlen. Im Inneren erwarten die Besucher nach dem Eingangsbereich mit Garderobe vier Bereiche. Das Erdgeschoss ist dabei der Bildung und Weiterbildung gewidmet: Im großen Seminar- und Schulungsraum, der mit Magnettafel, Flipchart, Moderationswänden und einem großen Bildschirm ausgestattet ist, bietet bereits die Volkshochschule Kurse an.
Blick- und Mittelpunkt im Untergeschoss ist die Peter-Paul-Bar, benannt nach dem Erbauer der Halle, die als Begegnungsbar fungieren soll und zum Verweilen einlädt. Diese ist abtrennbar vom direkt anliegenden Arbeitsraum, der durch die Jobcoaches Silke und Steffen Lüderwald als Co-Working-Space genutzt wird. Hier stehen acht verstellbare Schreibtische sowie weitere zehn Arbeitsplätze zur Verfügung.
Im Obergeschoss, dass ebenfalls durch verbreiterte Treppen, die einen Treppenlift ermöglichen, zugänglich ist, stehen die Kunst und die Gesundheit im Mittelpunkt. Hier findet sich ein Kunst- und Kulturraum, in dem Ralf Löhr in seinem Atelier als Ansprechpartner für Künstler bezüglich Veranstaltungen und Ausstellungen zur Verfügung steht und alles rund um die Kunst im KamÜ organisiert. Die Fläche von 160 Quadratmetern soll bunt und belebt sein, der Raum ist mit Licht- und Tontechnik sowie einer mobilen Bühne ausgestattet und bestuhlbar. Sechs bis acht Veranstaltungen pro Jahr sind angedacht, wobei der Schwerpunkt auf ruhigen Events liegt – laute Partys soll es nicht geben. Über das zentrale Treppenhaus, welches Zugang zu allen vier Bereichen ermöglicht und in dem ebenfalls Ausstellungen möglich sind, gelangt man in den Yogaraum im Obergeschoss, für den eine Umkleide zur Verfügung steht. Hier bietet Stefanie Engert ihr Yogaangebot an, denn einen geeigneten Yoga-Raum zu finden, war einer der Ideengeber für das KamÜ. Dass sich darüber hinaus schonjetzt viele weitere Lehrer*innen und Dozent*innen gefunden haben, die mit ihrem Angebot das KamÜ bereichern freut Stefanie Engert sehr. So finden z.B. durch die Volkshochschule bereits Rücken- und Yoga- und Meditationskurse statt. Auch Klangschalenyoga sowie die Klangkinder, eine musikalische Früherziehung von Vanessa Vierheller, haben hier eine Heimat gefunden. Ebenso wie Meike Ehrhardt von permalights.Als Teil ihres Gesamtprojektes bietet sie im KamÜ eine Tanztheatergruppe für Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung an. Nach dem Leitsatz des Projektes " Lass deine Persönlichkeit leuchten" sollen die individuellen Fähigkeiten der Teilnehmer erkannt, gefördert und in ein Gesamtkonzept eingebunden werden und damit ihre Persönlichkeit zum Leuchten gebracht werden. Zudem sollen in Zukunft auch Tanzgruppen für Senior/innen entstehen und Kindergeburtstage für Kinder mit Behinderung angeboten werden. Des Weiteren werden Julia Hartmann und Christin Vogel von den familiydrops neben Aromabegleitung mit ätherischen Ölen, Babymassage- und Babyyoga-Kurse anbieten, sowie in Kooperation mit Victoria Jede (vickyoga) Aromayoga für Erwachsene.
Ein Ort für alle
Das KamÜ soll ein Ort für alle und jeden sein, bei fairen Konditionen ohne langfristige Bindung. Daher sind über einen Raumnutzungsvertrag sogar stündliche und einmalige Vermietungen der Räume möglich. Wichtig ist, dass Kurse oder Veranstaltungen, die hier angeboten werden sollen, zum Konzept passen und aus den Bereichen Kunst, Kultur oder Gesundheit stammen, auch Erste-Hilfe-Kurse oder Reiseberichte sind dabei möglich — ebenso wie Tagungen, so hat Bürstadt Furniture bereits eine firmeninterne Tagung abgehalten. Wichtig ist, dass es sich um ruhige Veranstaltungen handelt, auch mit Rücksicht auf die Nachbarn.
KamÜ – ein Ort der Kunst, Kultur, Bildung und Begegnung. Foto: Benjamin Kloos
Dank an Politik und Handwerker
Einen besonderen Dank richtet Rüdiger Engert an die Handwerker, die zur gelungenen Gestaltung des KamÜ beigetragen haben, besonders an rh Construction, Gündling Elektrotechnik, die GS Bauelemente GmbH,die Dekaform GmbH, Marsch, Gärtner Bedachung Bürstadt sowie Verputzer DirkKistner.. „Es wurde herausragende Arbeit geleistet, in guter Balance undkonstruktiver Zusammenarbeit. Danke auch an die Politik für die Unterstützung, auchdurch Fördermittel über die NH Projektstadt und die Lokale Ökonomie. Auch hier gabes eine sehr gute Zusammenarbeit. Wir sind dankbar, dass wir das Projekt umsetzenund mit Leben füllen dürfen.” Benjamin Kloos