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Mo., 02. März 2015, 14:05 Uhr
FDP-Landratskandidatin Dr. Birgit Reinemund informierte sich über Altrhein
Kein Geld in Sicht – Schlamm behindert Unternehmen
FDP-Landratskandidatin Dr. Birgit Reinemund informierte sich bei ihrem Besuch der Firma Beton Stahl von der Riva-Gruppe über das Problem der Altrheinverschlammung für den Lieferverkehr . Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Die FDP-Landratskandidatin Dr. Birgit Reinemund war am Freitagnachmittag am Altrhein zu Besuch, um sich über ein Problem informieren zu lassen, das Unternehmen und Straßen schwer belastet: Der Schlamm im Altrhein. Begleitet wurde sie vom FPD-Landtagsabgeordneten Jörg-Uwe Hahn, der sich schon in seiner Zeit als Hessischer Staatsminister für das Lampertheimer Altrhein-Problem interessiert hatte, wie er berichtete. Neben Thomas Bittner, FDP-Fraktionsvorsitzender in der Stadtverordnetenversammlung, Organisator Helmut Hummel und weiteren FDP-Mitgliedern nahm auch Bürgermeister Gottfried Störmer am Gespräch mit Werksdirektor Manfred-Völkner von Beton Stahl teil, eine Firma der stahlproduzierenden Riva-Gruppe. Die Riva-Gruppe betreibt an drei deutschen und mehreren ausländischen Standorten Stahlwerke und beliefert Kunden in Deutschland und im europäischen Ausland. Im Altrhein liegt jede Menge Schlamm, der ausgebaggert werden müsste, das würde auch den Wassersport treibenden Vereinen helfen. Eine Bürgerinitiative ist seit Jahren aktiv. Die am Lampertheimer Industriehafen ansässigen Firmen beklagen ebenfalls seit Jahren die häufig zu geringe Fahrtiefe für ihren Frachtverkehr. Auch die Firma Beton Stahl im Küblinger Weg ist durch das wiederkehrende Niedrigwasser betroffen. Eine Problemlage, die sich wohl so schnell nicht ändern wird, wie am Konferenztisch nach einigen Überlegungen der Gesprächspartner deutlich wurde. Denn das zuständige Bundesschifffahrtsamt sieht bislang keinen Bedarf, an der Lage etwas zu ändern. Geld sprudelt auch aus anderen Quellen nicht, denn das Land Hessen ist durch die Schuldenbremse in der Verfassung ausgebremst, wie Landtagsabgeordneter Hahn erklärte. Bürgermeister Störmer bedauerte wegen der roten Zahlen im Haushalt nicht helfen zu können, denn bis 2017 müsse mindestens eine schwarze Null im Haushalt stehen. Das Ausbaggern des Altrheins würde zwischen 10 und 12 Millionen Euro kosten. Werksdirektor Völkner betonte das gute Verhältnis zur Stadt Lampertheim und Bürgermeister Störmer meinte: „Wir könnten uns stolz ‚Lampertheim am Rhein‘ nennen“. Eine Verbesserung im Naturschutzbereich sei durch den Bau von Schluten und der Dammrückverlegung bereits erreicht. Dadurch komme an etwa 180 Tagen im Jahr frisches Wasser vom Rhein in den Altrhein. Für die Fähre und für den Sport sei der Altrhein wichtig, betonte Störmer. „Wir haben Weltmeister, Olympiasieger und viele Deutsche Meister, die hier in Lampertheim den Wassersport erlernt und trainiert haben“. Werksdirektor Völkner beschrieb die Probleme für sein Werk, die Firmengruppe und die anderen gewerblichen Anlieger am Hafen 2 durch Leichterung der Schiffsladungen in Worms und Umladen auf LKWs bei Niedrigwasser als Kostentreiber. Froh sei er jedoch, dass es gelungen sei, die alten schifffahrtsrechtlichen Verhältnisse wiederherzustellen. Maßgeblich für die Klassifizierung und regelmäßige Ausbaggerung der Wasserstraße sei die umgeschlagene Gesamttonnage von 500.000 Tonnen im Jahr. Erreicht werde so eine Fahrtiefe von 2,30 Metern. „Letztes Jahr waren es sogar vier Zentimeter mehr“, freute sich Völkner, „wir freuen uns über jeden Zentimeter“. Schon 30 Zentimeter Vertiefung würden einige Leichterungen in Worms ersparen. Technischer Werksleiter Peter Leisen gab an, dass täglich 50 bis 60 LKWs die Firma Beton Stahl anfahren. 1.300 Tonnen Stahl werden am Tag produziert. Pro Jahr kommen 20.000 bis 30.000 Tonnen Ladung auf 40-Tonner-LKWs über die B 47 aus Worms. „Wie kriegt man den Bund dazu etwas zu tun“ war die Frage von Helmut Hummel. Schließlich solle auch die B 47 entlastet werden. Eine zielführende Idee wurde nicht gefunden. Auf dem Besuchsprogramm der Landratskandidatin und FDP-Delegation stand die verregnete Besichtigung des Altrheins bei der Anlegestelle der Firma Beton Stahl mit Bürgermeister Störmer und Werksleitung sowie eine Führung durch die Produktionshalle. Hannelore Nowacki