MAGISTRATSPRESSEGESPRÄCH: Corona als bestimmendes Thema / Lampertheim wird keine Modellkommune
Keine Autoschau und keine Spargelwanderung
Die Spargelwanderung wurde ebenso wie das Spargelfest und die Lampertheimer Autoschau gestrichen – ob und welche Veranstaltungen in der zweiten Jahreshälfte stattfinden, steht noch nicht fest. Archivfoto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Beim Magistratspressegespräch am Donnerstag ging es um ausschließlich um ein Thema: Die Corona-Pandemie bestimmt weiterhin das Handeln in der Stadt Lampertheim, zumal die Sieben-Tage-Inzidenz mit Stand von Donnerstag bei 169 im Bund, bei 136 Kreis und bei 168 in Lampertheim lag.
Bürgermeister Gottfried Störmer erläuterte die aktuelle Situation für die Spargelstadt. Bezüglich der Veranstaltungen fahre die Stadtverwaltung derzeit „auf Sicht”, wie er betonte. „Die Spargelwanderung kann unter diesen Bedingungen nicht durchgeführt werden, ebenso wie die Lampertheimer Autoschau am Muttertag. Und auch das Spargelfest kann in diesem Jahr nicht stattfinden. Wir halten uns am Datum 30. Juni fest, dies ist auch auf Bundesebene bei der aktuellen Diskussion von Bedeutung. Ob dann tatsächlich Veranstaltungen stattfinden können, kann heute natürlich noch nicht gesagt werden sondern hängt von der aktuellen Entwicklung ab.”
Bezüglich der Impfsituation stellte das Stadtoberhaupt klar: „Wir begrüßen es ausdrücklich, dass die Hausärzte jetzt in die Impfungen eingebunden sind. Was noch zu verbessern ist, ist die Versorgung der Hausarztpraxen mit Impfstoffen. Grundsätzlich ist es aber gut, dass die Hausärzte impfen, da das Vertrauen in den eigenen Hausarzt größer ist als in Impfzentren, wo man die Personen, die impfen, nicht kennt”, erläuterte Bürgermeister Störmer.
Auch die Testung der Bevölkerung sei weiterhin wichtig: „Wir können in Lampertheim drei Teststationen anbieten, unter anderem im Testzentrum im Schillercafé. 3.350 Personen sind alleine hier bisher getestet worden, ein Drittel sind Wiederholer, dies ist sehr positiv”, so Bürgermeister Störmer. Die Auslastung des Testzentrums sei sehr gut, mittwochs und donnerstags nachmittags seien aber noch Kapazitäten frei. Es besteht auch die Möglichkeit, hier ohne Termin einen Test zu machen – beispielsweise wenn man beispielsweise gerade in der Innenstadt ist, kann man sich so flexibel vor Ort dort testen lassen.
Grundsätzlich wird das Testangebot an allen drei Angeboten gut angenommen, wobei in Hausarztpraxen auch Personen mit Symptomen zum Test kommen, während im Testzentrum vor allem Menschen ohne Symptome den Test in Anspruch nehmen. „Es ist schade, dass wir, falls der Test positiv war, keine Rückmeldung bekommen, ob auch der PCR-Test auch positiv war oder ob der Test ein falsches Ergebnis angezeigt hat”, bedauert Bürgermeister Störmer. „Viele Menschen sehen in der Testung weiterhin leider keine Notwendigkeit. Jeder darf einmal pro Woche einen kostenlosen Bürgertest in Anspruch nehmen und hat dann Sicherheit darüber, dass er nicht coronainfiziert ist. Dies gibt ein sicheres Gefühl”, ruft das Stadtoberhaupt zur Teilnahme an den Tests auf. Vor der nächsten Stadtverordnetenversammlung können sich auch die Stadtverordneten testen lassen, die Stadtverwaltung wird hier ein freiwilliges Angebot unterbreiten. Und auch die Mitarbeiter der Stadtverwaltung selbst werden künftig getestet werden, um eine gewisse Sicherheit zu haben, dass keine Infektion vorliegt. „Ich bin sehr dankbar, dass sich eine große Mehrheit immer noch an die Regularien hält. An alle anderen habe ich die Bitte, nicht nachzulassen und nicht dem Gedanken ‚Ich hab da keine Lust mehr darauf‘ nachzugeben, zum Wohl aller”, appelliert Bürgermeister Störmer.
„Leider keine Modellkommune”
Die Stadtverwaltung hat sich in Kooperation mit dem Wirtschafts- und Verkehrsverein als Modellkommune angeboten. Das Land Hessen hat drei Kommunen ausgewählt, dabei „Lampertheim leider jedoch nicht berücksichtigt. „Wir hätten gerne mitgewirkt, diese Erfahrungen zu sammeln, aber auf der anderen Seite auch so, dass wir im Bereich der Inzidenzzahlen am Steigen sind. Grundsätzlich scheint keine Möglichkeit zu bestehen, kurzfristig Modellstadt werden zu können”, erklärte Bürgermeister Störmer. „Wir denken darüber nach, wo man generell etwas verbessern kann, zum Beispiel im Bereich der Vereine. Hier könnte ein Training im Freien sinnvoll sein, gerade auch um soziale Kontakte zu fördern, dies ist aber immer mit sehr großer Vorsicht zu genießen. Auch im Bereich Kultur sind neben dem Angebot ’30 minutes for culture’ weitere Angebote und Projekte in Planung.”
Positiv wird das Angebot, die Fliegerwiese der Biedensand Bäder als Spielplatz zu öffnen, angenommen: „Dieses Angebot wird sehr gut genutzt, besonders bei gutem Wetter. Hier konnten wir eine Entlastung für die anderen Spielplätze erzielen”, freuen sich Bürgermeister Störmer und der Erste Stadtrat Marius Schmidt. Benjamin Kloos