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  • Fr., 04. September 2020, 10:20 Uhr
    VIDEOPRESSEKONFERENZ: Kreisspitze äußert sich zur aktuellen Lage / Sinkender Inzidenzwert / Konzept zur Lösung für Schülerbeförderung wird erarbeitet

    Keine Neujahrsempfänge und Suche nach Alternativen bei Weihnachtsmärkten

    Weihnachtsmärkte wird es in diesem Jahr in der gewohnten Art und Weise nicht geben – einige Städte und Gemeinden des Kreises arbeiten jedoch an Alternativen. Archivfoto: Tip-Verlag


    KREIS BERGSTRASSE – Positive Entwicklungen bezüglich der Infiziertenzahlen und Entscheidungen bezüglich von Veranstaltungen wie Weihnachtsmärkten und Neujahrsempfängen, aber auch die wirtschaftliche Entwicklung und die Schülerbeförderung standen im Mittelpunkt der Videopressekonferenz der Kreisspitze am Freitag. 

    Landrat Christian Engelhardt ging dabei zunächst auf die Entscheidungen der Bürgermeistertelefonrunde, die am Mittwoch stattgefunden hatte, ein: „Wir haben uns über verschiedene Veranstaltungen unterhalten, die Advents- und Weihnachtsmärkte, die Altennachmittage, die von Städten und Gemeinden durchgeführt werden, die Neujahrsempfänge und den Tag der Deutschen Einheit. Dabei haben wir ein Stimmungsbild der Bürgermeister eingeholt: Gemeinsam wurde sich dafür ausgesprochen, dass die Altennachmittage der Städte und Gemeinden  in diesem Jahr nicht stattfinden, besonders die Weihnachtsfeiern für Senioren. Auch die Neujahrsempfänge finden nicht statt, ebenso wie das Gros der Weihnachtsmärkte, zumindest nicht in der gewohnten Form. Die klassischen Weihnachtsmärkte, bei denen man eng zusammensteht, sind mit den Vorgaben nicht kompatibel, aber einige Städte und Gemeinden schauen nach Alternativformaten. Wir sagen darüber hinaus die Präsenzfeier zum Tag der Deutschen Einheit ab, die in Zwingenberg stattgefunden hätte. Stattdessen digitales Format, das verschiedene Generationen aber vor allem Zeitzeugen zu Wort kommen lässt.”

    Bezüglich der Wirtschaft betonte Landrat Engelhardt, dass es wichtig sei, einen zweiten Lockdown zu verhindern. „Beim Infektionsgeschehen in den letzten zwei Wochen ist die positive Quote an den insgesamt Getesteten wieder am sinken. Diese war zunächst von 0,65 auf 1 Prozent gestiegen, inzwischen ist sie wieder auf 0,74 Prozent gesunken. Das ist durchaus etwas positives und ich glaube schon ein Stück weit, dass die wieder erstarkende Fokussierung der Öffentlichkeit dazu geführt hat, das die Bürgerinnen und Bürger sich wieder besonnener Verhalten. Dies ist der Schlüssel zur Infektionsvermeidung und dadurch auch, einen weiteren Lockdown zu vermeiden.” Schlechter sieht es bei der Steuerschätzung aus: „Von 2019 auf 2020 wird bundesweit ein Steuerinbruch von 10 Prozent erwartet, der erst im Jahr 2022 wieder durch das Wachstum der Wirtschaft kompensiert wird. Leider haben wir im Kreis Bergstraße einen relativ hohen Steuereinbruch, so liegen wir bei den Gewerbesteuereinnahmen mit einem Eibruch von 36,2 Prozent weit über dem Durchschnitt. Dies beeinträchtig den Kreishaushalt sehr deutlich”, so Landrat Engelhaft, der besonders an die jüngeren Menschen appelliert: „Die wirtschaftlichen Folgen richten sich vor allem auf die Zukunft unserer Gesellschaft, daher sollten gerade die jungen Menschen sich so verhalten, dass sie der Weitergabe des Virus keinen Vorschub leisten und so einen weiteren Lockdown verhindern.”

    Inzidenzwert sinkt

    Die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz konnte mit einer positiven Nachricht beginnen: „Die Inzidenz am Freitag letzter Woche lag bei 19,97, jetzt wurde sie innerhalb von einer Woche mehr als halbiert: Aktuell liegen wir bei eine Inzidenz von 8,14 pro 100.000 Einwohner, das macht uns sehr glücklich.” Darüber hinaus hätte es aber eine ganze Reihe von Verschiebungen ergeben: „Der Infektionsort liegt jetzt bei über 45 Prozent bei Personen im Kreis Bergstraße, häufig bei Menschen, die bereits in Quarantäne sind und wo wir die Infektionsketten kennen. Der Infektionsort Ausland liegt nur noch bei knapp 31 Prozent, mittlerweile sind elf Länder bei den aktuellen Fällen – wobei jetzt Rumänien auf Platz 1 liegt, gefolgt von Kroatien und der Türkei. Das Durchschnittsalter der aktuellen Fälle steigt wieder leicht und ist jetzt bei 34 Jahren, wobei die Gruppe der 16-40-Jährigen weiter den überwiegenden Anteil stellt. Aber wir haben auch wieder einige Infizierte, die älter als 60 sind. Danke an alle im Team des Gesundheitsamtes, die sehr schnell gehandelt haben und so Infektionsketten schnell erkennen und kappen konnten.” 

    Was das Gesundheitsamt sehr beansprucht sei die Tatsache, dass es zwar weniger Fälle gibt, aber dass eine Reihe von Einrichtungen betroffen sind. „Dies war bei der Rückkehr zum Regelbetrieb an Schulen und Kindergärten absehbar. 17 Einrichtung mit Kontaktpersonen von Infizierten sind derzeit im Kreis betroffen, von denen drei wieder rausgefallen sind. Zudem gibt es aktuell vier Einrichtungen, bei denen es einen Fall gibt, dies ist eine weniger als letzte Woche.” In der Goetheschule Lampertheim haben übrigens die Testungen stattgefunden, es gab dabei keinen weiteren positiven Befund.

    „Werden Schülerbeförderung entlasten” 

    Der Kreisbeigeordnete Karsten Krug zog zum ÖPNV und hier besonders zur Schülerbeförderung Stellung: „Die Beschwerdelage seitens der Eltern ist in der Hinsicht gestiegen, dass eine Auslastung der Busse, wie sie derzeit stattfindet, nicht förderlich für Infektionsgeschehen im Kreis ist. Daher habe ich mich in dieser Woche mit mit den Verkehrsunternehmen im Kreis zusammengesetzt, wir sind dabei, ein Konzept zum Einsatz weiterer Busse auszuarbeiten. Voraussetzung ist, dass finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Deshalb wollen wir dem Kreistag am 21. September eine entsprechende Vorlage zur Bereitstellung zusätzlicher Mittel vorlegen. Die Hoffnung besteht, dass das Land Hessen uns bei der Finanzierung unterstützt, ich hoffe, dass Hessen sich bereit erklärt, denn die finanzielle Belastung für den Kreis ist keine kleine”, so Karsten Krug der klarstellte: „Es kann nicht sein, dass Schüler nicht mitgenommen werden. Das darf nicht passieren, das Busfahrer die Tür schließen. Hier werden wir handeln.” Als klares Ziel formulierte er, dass es bei einigen Linien durchaus spürbare Verbesserungen geben wird, die konkreten Vorbereitungen laufen.” Benjamin Kloos
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