SCHULE IN DEN WESCHNITZAUEN: Zahlreiche Elternbeschwerden über Fehlverhalten von Schulleiterin / Selbstreinigungsverfahren eingeleitet / Bürgermeister Scheib bietet Vermittlung an
Keine Rückkehr und intensive Prüfungen
In der Schule in den Weschnitzauen wurden schwere Vorwürfe gegen eine Lehrerin laut – diese weist die Anschuldigungen zurück. Foto: Benjamin Kloos
BIBLIS – Die Schule soll ein Ort des Lernens sein, ein Ort, an dem Kinder sich weiterentwickeln und in ihrer Persönlichkeit gestärkt werden sollen. Dies soll zuletzt und bereits mindestens seit 2020 in der Grundschule in den Weschnitzauen in Biblis jedoch immer häufiger nicht mehr der Fall gewesen sein, mehrere Eltern erheben hier schwere Vorwürfe gegen die Leiterin der Schule, insbesondere in ihrer Funktion als Lehrerin. Der Verein „Gemeinsam leben Hessen e.V.” hat die Vorwürfe gebündelt zusammengefasst. Hierbei wird unter anderem von willkürlichen Bestrafungen, dem Zerreißen von Bildern, Demütigungen und Einschüchterungen von Kindern gesprochen, von einer Hetze gegenüber einzelnen Kindern, der Ignoranz gesundheitlicher Probleme einzelner Kinder oder auch der Verletzung des Datenschutzes. Darüber hinaus soll die Schulleiterin ein „personelles Geflecht von außerschulischen Strukturen (GmbHs) in Verbindung mit der Grundschule ein System errichtet oder dazu beigetragen haben”.
Die betroffene Schulleiterin selbst weist die Vorwürfe zurück. Sie ist auf Initiative des für den Lehrbetrieb zuständigen Staatlichen Schulamtes in Heppenheim aktuell nicht im Dienst, es wurde aufgrund eines Antrages seitens der Beamtin ein Selbstreinigungsverfahren – also ein beamtenrechtliches Untersuchungsverfahren – eingeleitet. Dieses wird oftmals gewählt, um entsprechende Vorwürfe zu entkräften und zur Entlastung der Betroffenen zu sorgen.
Darüber hinaus wird das Staatliche Schulamt die Vorwürfe intensiv prüfen, es kann aber über konkrete Maßnahmen keine Auskünfte geben. Aber: Grundsätzlich wird die betroffene Lehrerin nicht mehr an die Schule zurückkehren.
Bürgermeister Volker Scheib betont, dass die Gemeinde von den Vorwürfen ganz konkret nichts gewusst habe. „Nach Bekanntwerden haben wir den Kontakt zum Staatlichen Schulamt in Heppenheim gesucht und ein ausführliches Gespräch geführt. Das Schulamt geht höchst transparent damit um, es prüft und sucht den Dialog mit der Elternschaft. Als Gemeinde bieten wir an, dass Eltern sich auch an uns wenden können – wir leiten dies dann an Schulamt weiter. Denn jeder ist an einer Aufklärung interessiert”, stellte er im Gespräch mit dem TIP klar. Zumal die Gemeinde selbst im Bereich der Schulbetreuung und den Pakt für den Nachmittag, die über Kreis läuft, als Teil des Unterstützungswerkes involviert sei. „Als Copilot in der Finanzierung sind wir sehr stark interessiert, dass es läuft”, ergänzte Bürgermeister Scheib, der anbietet: „Ich als Bürgermeister bin gerne als Ansprechpartner für alle Eltern, die sich öffnen wollen, da und werde jeweils ein vertrauensvolles Gespräch mit dem Staatlichem Schulamt vermitteln.”
Auch politisch zieht der Fall immer größere Kreise, so soll sich der Kreistag nach Wunsch von Freien Wählern und FDP besonders mit dem Geflecht der außerschulischen Strukturen auseinandersetzen und mögliche weitere Kooperationen seitens des Kreises als Schulträger mit entsprechenden GmbHs prüfen und unter Umständen auch beenden.
Wichtig ist allen Beteiligten, dass die Schülerinnen und Schülern angstfrei und mit Freude in die Schule gehen können und ein regulärer Unterricht stattfinden kann – dies ist sichergestellt worden. Benjamin Kloos