Hüttenfelder Kerwerede mit Ankündigung des „Hüxit“
Kerwelauf im Dauerregen
Bei der Hüttenfelder Kerwerede durfte auch der ein oder andere Seitenhieb auf Lampertheim nicht fehlen. Foto: ehr
HÜTTENFELD – Die 144 Läuferinnen und Läufer, die am Samstagmittag den Hüttenfelder Kerwelauf bestritten, mussten das bei strömenden Regen tun. Eine Stunde vor dem Start des 29. Kerwelaufes öffnete der Himmel die Schleusen und verwandelte den Platz, auf dem die Kerwe stattfand, in eine Schlammlandschaft.
Am Freitagabend noch wurde die Kerwe bei strahlendem Wetter von Bürgermeister Gottfried Störmer und Ortsvorsteher Karl-Heinz Berg eröffnet. Zusammen mit den Kerweburschen Jonas Neher, Justin Azar Munir Ahmed wurde der Kerwebaum aufgerichtet.
Mit insgesamt 144 Teilnehmern konnte der Chef-Organisator Hans Jürgen Kock und sein Team von der SG Hüttenfeld mit der Beteiligung des Kerwelaufes zufrieden sein. Für das schlechte Wetter, das herrschte, als Ortsvorsteher Karl-Heinz Berg die Läufer auf die Reise schickte, konnten sie schließlich nichts.
Die SG Hüttenfeld und die Freiwillige Feuerwehr stockten ihr kulinarisches Angebot auf, damit es für die Kerwebesucher keine Angebotslücken gab. So standen ein leckerer Spießbraten, Gyros und Wurstsalat auf dem Programm. Bei den Vogelfreunden gab es zünftige Brote mit Hausmacherwurst und ein pikantes Chilli con Carne. Kaffee und Kuchen bot die Feuerwehr am Sonntagmittag an. Die Fahrgeschäfte hatten ihr obligatorisches Karussell für die Kinder im Gepäck und für die Jugend gab es mit dem „Flip-Flop“ den nötigen Nervenkitzel. Und was wäre eine Kerwe ohne Crepes, Zuckerwatte und gebrannten Mandeln.
Für die Kerwerede zeigte sich wieder der Theaterverein „ZwiBuR“ verantwortlich, die in diesem Jahr von Ronald Ehret geschrieben und vorgetragen wurde. Er monierte sich über Weinschorle mit stillem Wasser und ließ sich über das neue Gesetz aus, wo das „Nein“ der Frauen auch Konsequenzen im Eheleben hat: „Un jetzt frog ich gilt des auch in der Ehe wenn ich such moiner Fraa ihre Nähe und sie sagt zu mir donn lauthals ein: NEIN. Mach isch misch donn strafbar, wenn isch umfasse ihr Bein?“
Und in Richtung Lampertheim ging die Nachricht, dass man über den „Hüxit“ nachdenke –„Mir hawwe unner Lombade genug gelitte, un stimme jetzt ab genau wie die Britte. Mir mache uns hier net länger mehr rum und sorgen auch für für ein Referendum. Und wer hier dafür ist der hebe die Hände, wir machen mit dem HÜXIT dem Schlamassel ein Ende.“
Doch auch versöhnliche nachdenkliche Töne stimmte Ehret an, als er auf Flüchtlingsproblematik und IS Terror einging: „Sie kenne wie du un isch nix dafür, dass irgendwelche fanatische Dolle mit Bombe un Terror, Amok und Gewalt den Krieg in die Welt bringe wolle. Gerade wir Deutsche, wir müsse es wisse, wir gingen der Welt einst voran was Fanatismus, egal welcher Art für Elend in die Welt bringen kann. So nehmt unsre Hütt, so wie wir sie haben, und wie wir alle sie lieben, mit Dankbarkeit an, denn schließlich herrscht hier, das Wichtigste, nämlich der Frieden“.
Unterstützt wurde „Ronny“ Ehret von seinen ZwiBuR-Kollegen, die zwischen den Strophenn immer wieder das Hüttenfelder Lied „Zwische Bergstroß‘ un Rhoi“ mit den Kerwegästen anstimmten. ehr