Hüttenfeld feierte drei Tage mit Kerwelauf, Kerweredd und guter Laune
Kerweplatz besteht Härtetest
Der Start des Halbmarathons mit Ortsvorsteher Karl-Heinz Berg. Foto: ehr
HÜTTENFELD – Wie in den letzten Jahren schon, begann die Hüttenfelder Kerwe bereits am Freitagabend, da auch heuer wegen Personalmangels bei den Vereinen auf den Kerwemontag verzichtet wurde. Ortsvorsteher Karl-Heinz Berg und Bürgermeister Gottfried Störmer eröffneten das dreitägige Treiben und kräftige Jungs stellten mit dem Ruf „Wem gehört die Kerwe – unser!“ den Kerwebaum auf. Gleichzeitig wurde der Kerweplatz, der vor wenigen Wochen renoviert und gepflastert wurde, seiner Bestimmung übergeben und das tat Not. Denn gleich zu Beginn der Kerwe hat es heftig geregnet. Doch die Besucher blieben dank des Pflasters nun trockenen Fußes. Bürgermeister Störmer hatte aus Lampertheim die Spargelkönigin Nadine II. und Mitglieder vom Stadtparlament mitgebracht.
Der 30. Kerwelauf, erstmals von dem Viernheimer Sven Gerhardt organisiert, fand bereits am frühen Samstagnachmittag statt. Angenehme Temperaturen bei strahlendem Sonnenschein sorgten bei den 210 Läuferinnen und Läufer für optimale Bedingungen.
Ortsvorsteher Karl-Heinz Berg gab den Startschuss zu den drei Disziplinen, dem 2.000-Meterlauf der Schüler, dem 10.000-Meterlauf und dem Halbmarathon, die durch die Wälder rund um Hüttenfeld führten.
Neun Kinder nahmen am Schülerlauf teil, 128 Teilnehmer gingen zu den 10.000 Metern an den Start und 73 Läuferinnen und Läufer versuchten sich im Halbmarathon über 21.300 Meter. Bei den Schülern kam wie im letzten Jahr Lukas Bach (8:25) von der SG Hüttenfeld auf den ersten Platz, gefolgt von Alexander Krapp (8:37) aus Wald-Michelbach. Auf der 10-Kilometer-Strecke war Pasquale Totaro (38:01) aus Lampertheim der schnellste Mann vor Martin Jonen (38:32). Silke Driemeyerl (43:18) aus Bensheim war hier die schnellste Frau. Und in der Königsklasse, dem Halbmarathon, konnte bei den Herren Christophe Krech (1:17:43) die Konkurrenz hinter sich lassen. Bei den Damen war Dorothea Bemsch von der LLG Wonnegau die Schnellste.
Die Hüttenfelder Kerwe ist ein Fest, wo es noch familiär zugeht. Das ganze Dorf versammelt sich auf dem Platz neben dem Bürgerhaus, man wechselt von einem Vereinsstand zum nächsten, isst und trinkt zusammen und tauscht sich aus. Alles ist übersichtlich und intim. Die SG Hüttenfeld war heuer der einzige Verein, der die Kerwebesucher kulinarisch mit Grillgut, Gyros, Wurstsalat und Ofenkartoffeln versorgen musste. Der Verein der Vogelfreunde ergänzte das Angebot mit ihren traditionellen hausmacher Wurstbroten und einem pikanten Chilli con Carne. Der TC Hüttenfeld sorgte mit seinem Partyzelt für ausgelassene Stimmung. Die Feuerwehr beschränkte sich bei ihrem Angebot auf den Ausschank von Kaffee am Sonntagmittag. Selbstgebackene Kuchen vom Kuchenbuffet konnten ebenfalls verzehrt werden Und was wäre eine Kerwe ohne Zuckerwatte und gebrannten Mandeln.
Für die Kerwerede zeigte sich wieder der Theaterverein „ZwiBuR“ verantwortlich, die in diesem Jahr von Ronald Ehret geschrieben und vorgetragen wurde. Darin ging es zum einen über den neuen Kerweplatz, obwohl hier, wie schon auf dem Platz vor dem Bürgerhaus der Verdacht nahelag, dass dafür einn Platz in Lampertheim abgerissen wqurde („Obwohl, ehr Leit, ich will’s garnet wisse, wellen Platz henn se dodefor abgesrisse.“). Auch über den alten Briefkasten vor dem neuen Bürgerhausportal wurde gespottet („Es hieß, es sei nur e Provisorium, jetzt is e halwes Johr schun rum, es ist doch wirklich zum ausraschte, de hängt jo als noch, der alte Kaschte“)
Ehret regte außerdem an, bei der anstehenden Bundestagswahl mit der PVH (Partei vun de Hütt) anzutreten. (Wählt PVH ins Bundeshaus, Mer losse dort die Sau eraus. Schluss mit Diäten und Profit, mir bringe Hand- un Kochkäs mit. Den stelle mir auf’s Rednerpult. Vorbei is der Parteienkult. Es gitb koa Rechte mer, koa Linke, gemeinsam mir zum Himmel stinke“)
Doch auch über die Ortsgrenzen hinaus ließ Ehret den Blick schweifen und verurteilte den Millionendeal im Fußball („Für soviel Geld, do müsst der Kicker uff’m Platz rumrenne wie en Flipper. Der müsste draus die Ecke schieße und gleichzeitig im Strafraum mit’m Tor abschließe.“)
Natürlich bekamen auch Trump und Konsorten ihr Fett weg („Denn Donald Trump, Kim Jong Un,
Erdogan und andre Genosse, die ghern noch Hepprem in die Psychatrie, oder besser uff de Mond nuffgschosse“)
Unterstützt wurde „Ronny“ Ehret von seinen ZwiBuR-Kollegen, die zwischen den Strophen immer wieder das Hüttenfelder Lied „Zwische Bergstroß‘ un Rhoi“ mit den Kerwegästen anstimmten. ehr
Bürgermeister Gottfried Störmer mit Ortsvorsteher Karl-Heinz Berg und der Spargelkönigin Nadine II bei der Kerweeröffnung. Foto: ehr