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Mo., 02. Oktober 2023, 14:13 Uhr
BÜRSTÄDTER KERWE: Sommerstimmung beim fröhlichen Kerwetreiben und verkaufsoffenem Sonntag mit vielen Hofflohmärkten
Kerweredner machten sich mundartlich über das Ortsgeschehen her
Nach der Kranztaufe wurde der Kranz mit elektrischer Seilwinde unter das Markthallendach gezogen. „HCV-Kerwevadder-Lähbuu“ Jonas von Dungen goss den Wein aus, Kerwevadder Damiano Brucato hielt die Taufrede. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – Die Kerb war wieder do, zum zweiten Mal nach der Coronazeit in voller Pracht, doch diesmal mit Sommerwetter bei wolkenlosem Himmelsblau mit unzähligen gut gelaunten Kerwebesuchern. Sonnenbotschafterin Charlotte I. hatte ganze Arbeit geleistet, so sah es aus, auch beim Fassanstich ging sie zielsicher ans Werk, nach drei Holzhammerschlägen floss das Freibier aus dem 20-Liter-Fässchen. HCV-Sitzungspräsident und Sprecher des Orga-Teams verteilte die Becher sogleich ans durstige Publikum unter dem Markthallendach. Bürgermeisterin Barbara Schader bedachte er mit Dankesworten für die gute Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Bauhof, der Tische, Bänke und die Technik aufgebaut hatte. Zum 10-jährigen Amtsjubiläum durfte sich die Bürgermeisterin ihr Lieblingslied wünschen, das der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehren Bürstadt und Hofheim unter der Leitung von Erik Minnder spielte. Diesmal war der Musikzug auch zuständig für die musikalische Begleitung der Kerwerede mit thematisch passend ausgewählten Liedern. Nach dem ökumenischen Gottesdienst unter freiem Himmel in der alla hopp!-Anlage am Samstagnachmittag sammelten sich die Zugteilnehmer für den kleinen Kerweumzug von der Rathausstraße bis zum Marktplatz, angeführt vom Musikzug. Mit acht auf Hochglanz polierten Oldtimertraktoren des Bulldog-Clubs machte der Umzug auf die Zuschauer am Wegesrand Eindruck, verstärkt durch kraftvolles Tuckern und einige Atemzüge mit gehaltvollem Abgas.
Manches läuft schief, anderes nervt
Auf einer hübsch dekorierten Rolle wurde nach langer Tradition die Bürstädter Prominenz gefahren, dabei Bürgermeisterin, Sonnenbotschafterin, Pfarrer Peter Kern und Pfarrerin Johanna Gotzmann. Bei den farbenprächtigen Fußgruppen waren Vereinsmitglieder des Schützenvereins mit Fahne, die Sackschdoahogger, der Bollerwagenclub und der Heimat- und Carnevalverein Bürstadt (HCV) in Blau-Weiß mit der Juniorengarde Charisma, der Garde und Männerballett vertreten. Der Kerwekranz durfte wie immer auf eigenem Anhänger mitfahren. Zur Kerwerede traten zwei Kerwevädder an, HCV-Kerwevadder Damiano Ducato hatte den HCV-Kerwevadder-Lähbuu Jonas von Dungen an seiner Seite, der vertretungsweise letztes Jahr schon seine Humorqualitäten bewiesen hatte. Ganz genau hatten sich die beiden im Ort umgehört oder selbst erlebt, was die Stadtverwaltung alles angestellt hat, was schief läuft oder nervt. Und das ist nicht wenig, wie die Zuhörerschaft feststellen musste oder auch selbst erlebt, denn es wurde hier und da zustimmend gelacht. Bei der Stadt denkt man wohl „alles wird deirer, do mache mä mit, tun aach die Gebiehre uffschlage“. Hinsichtlich der „Niederschlagswassergebührenbescheide“ gab es einiges zu bemängeln, dann noch die Kindergartengebühren und die Entwässerungssatzung nach einer Überflieger-Datensammlung. Besonders viel gab der Verkehr her, mit Beschilderung, Umleitungen und Stau an der Boschdadder Brigg zwischen Bürstadt und Bobstadt, gar nicht zu reden von der zweiten Brigg nach Worms. Das passende Lied zum Mitsingen war an dieser Stelle „Über sieben Brücken musst du gehen“. Und erst der Grünschnittplatz und Wertstoffhof - wer hier den Weg hin und zurückfinden will, fährt lieber gleich nach Lampertheim. Wobei die Wildschweine Bürstadt lieben und gerne ins sanierte Biotop einwandern.
Munteres Kerwetreiben auf dem Marktplatz. Foto: Hannelore Nowacki
Vergnügen bei Traumwetter
Eine ganze Menge Vergnügen war geboten – freier Eintritt zur Musik mit DJs und zwei Bands an den Abenden auf dem Marktplatz seit Freitag und ab Samstag Fahrgeschäfte und Buden auf dem Marktplatz, der zum gemütlichen Kerwedorf wurde. Über Preise wie in alten Zeiten vor zwanzig Jahren bei den Fahrgeschäften durften sich die Kerwebesucher freuen. Beim Stadtlauf war viel los und dann auch beim verkaufsoffenen Sonntag bei den teilnehmenden Geschäften. Bei den Hofflohmärkten in der Innenstadt und in Bobstadt hatten Schnäppchenjäger und Liebhaber aller Glanzstücke beste Chancen bei einer riesigen Auswahl aus allen Lebensbereichen und Zeitaltern etwas Passendes zu finden.