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    ERICH-KÄSTNER-SCHULE: Cannabis-Präventionsprojekt des Kreises Bergstraße mit 150 Schülern

    „Kiffen, bis der Arzt kommt?“

    In der Aula der Erich-Kästner-Schule hatte die in Bürstadt praktizierende Fachärztin für Allgemeinmedizin als eingeladene Gesundheitsexpertin die Jugendlichen der 6. und 7. Klassen des Realschulzweigs über die Wirkungen und Gefahren von Cannabiskonsum informiert.
    Foto: Hannelore Nowacki

    BÜRSTADT – An der Erich-Kästner-Schule (EKS) in Bürstadt fand am Dienstag auf Initiative des Präventions-Teams der Kreisverwaltung ein Vortrag im Rahmen des Cannabis-Präventionsprojekts „Kiffen, bis der Arzt kommt?“ statt, das von der Stabsstelle Medien der Landesärztekammer Hessen entwickelt wurde. Allen 6. und 7. Klassen mit insgesamt 150 Jugendlichen im Alter von etwa 13 bis 14 Jahren aus dem Realschulzweig war in der Aula ein einstündiger Vortrag geboten, in dem Elfi Hoffmann als Gesundheitsexpertin und Fachärztin für Allgemeinmedizin über Cannabis als Suchtmittel aufklärte. Die verwendeten Infotafeln der Landesärztekammer werden zwei Wochen lang in der Erich-Kästner-Schule als Ausstellung allen Schülern bekannt gemacht, um dann in eine andere Schule weiterzuwandern. Die EKS ist eine von bislang vier Schulen im Kreis, die sich an der Aufklärungskampagne beteiligen. Cannabis ist gefährlicher für die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen als diese vielleicht selbst annehmen oder auch Erwachsenen klar ist. Im nachfolgenden Pressegespräch wies die Gesundheitsexpertin darauf hin, dass heutiges Cannabis wesentlich mehr Wirkstoff enthalte als die Joints in den 1970er Jahren. Doch gebe es heute noch eine romantische Vorstellung von Hippies, die vor ihrem VW-Bus einen Joint genießen. Auch bedeute die Teillegalisierung von Cannabis im Jahr 2024 für Menschen ab 18 Jahren keineswegs, dass diese Droge harmlos sei, wie Elfi Hoffmann und das Präventions-Team mit Reinhild Zolg und Nadja Niestroj deutlich machten. Zudem sei die straffreie Menge gesetzlich begrenzt und Jugendliche im Alter unter 18 Jahren machten sich auf jeden Fall mit Besitz von Cannabis strafbar. Besonders die Entwicklung des jugendlichen Gehirns sei durch den Konsum von Cannabis beeinträchtigt, erklärte Elfi Hoffmann aus ärztlicher Sicht. Das Großhirn verliere sogar an Substanz, Konzentrations- und Merkfähigkeit lassen nach. Auch könnten sich bestehende psychische Erkrankungen verstärken und sogar Psychosen durch Cannabiskonsum entstehen. Durch die Teillegalisierung sei die Droge offenbar auch für Kinder und Jugendliche leichter zugänglich. Rektor Festim Zeqiraj begrüßte, dass externe Fachleute in die Schulen kommen und Kreisbeigeordneter Philipp-Otto Vock, der in Vertretung der Ersten Kreisbeigeordneten und Gesundheitsdezernentin Angelika Beckenbach gekommen war, findet es wichtig, mit den Jugendlichen zu diskutieren und sie zu sensibilisieren. Bürgermeister Boris Wenz bedankte sich für die Präventionsarbeit und betonte, dass nicht alles was legalisiert ist auch gut sei. Mit der Legalisierung für über 18-Jährige sei ein neues Problemfeld entstanden. Sehr zufrieden zeigte sich Ärztin Elfi Hoffmann mit der Resonanz bei den Schülern, die sich an der Diskussion engagiert beteiligten und auch das persönliche Gespräch gesucht hätten. Lea Mauer, Leni Lux und Lio Deters, alle drei sind 13 Jahre alt, die beim Gespräch dabei waren, bestätigten diesen positiven Eindruck.

    Hannelore Nowacki

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