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  • Mi., 06. Januar 2021, 09:26 Uhr
    STADTVERWALTUNG: Dezernatsverteilung zwischen Bürgermeister Gottfried Störmer und dem Ersten Stadtrat Marius Schmidt nach gemeinsamen Austausch

    Kinder, Soziales, Kultur und BiedensandBäder als Schwerpunkte

    Führen ab dem 1. Februar gemeinsam die Geschicke der Stadt Lampertheim: Bürgermeister Gottfried Störmer (r.) und der künftige Erste Stadtrat Marius Schmidt (l.). Archivfoto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Ab dem 1. Februar wird Marius Schmidt neuer Erster Stadtrat in Lampertheim sein – damit ergibt sich auch eine Neuverteilung der Dezernate. Dabei wird Marius Schmidt die Verantwortung für die Stabsstelle soziale Sicherung, den Fachbereich 50 „Kinderbetreuung“, den Fachbereich 40 „Kultur, Bildung, Ehrenamt“ sowie die Geschäftsführung für die Biedensand Bäder übernehmen.Damit wird Bürgermeister Störmer sechs Fachbereiche und Marius Schmidt zwei Fachbereiche (FB) sowie eine Stabsstelle und eine städtische Gesellschaft verantworten.

    Bürgermeister Gottfried Störmer erläuterte am Dienstag in einem digitalen Gespräch mit dem TIP die neuen Aufgabenfelder und die Hintergründe dieser Aufteilung und betonte, dass „ich natürlich eigene Vorstellung von dem habe, was ich gerne bearbeiten und behalten möchte. Aber natürlich hat sich die Verteilung der Dezernate auch an den Kompetenzen und Wünschen von Herrn Schmidt orientiert.“

    Dabei weiß das Stadtoberhaupt: „Wenn man auf den neuen Dezernatsplan blickt, sieht es so aus, als hätte Herr Störmer alles und Herr Schmidt nichts. Dem ist aber nicht so, vielmehr warten auf den neuen Ersten Stadtrat durchaus fordernde Aufgaben, die viel von ihm abverlangen werden. Ich halte es für gut, dass wir gemeinsam das Organigramm erstellt haben, das ja auch nicht in Stein gemeißelt ist.” Dabei stellte er klar, dass grundsätzlich die Dezernatsverteilung ausschließlich dem Bürgermeister zusteht, „aber ich habe mich natürlich mit Herrn Schmidt ausgetauscht, wie wir das ganze organisieren können.“

    Als Spitze der Verwaltung nimmt es Bürgermeister Störmer für sich in Anspruch, auch die beiden Fachbereiche Personalmagement in Verbindung mit den zentralen Diensten (FB 10) und Finanzen (FB 20) zu führen, da „diese beiden Querschnittsämter Verantwortung für das ganze Haus übernehmen. Ich habe die Erfahrung gesammelt, dass es gut ist, wenn beides in einer Hand ist.” Das Thema Stadtumbau bleibt ebenfalls in seiner Verantwortung, „da es mit meinem Namen eng in Verbindung steht”, so Bürgermeister Störmer weiter, und auch die Fachbereiche Bauen 60, Immobilienmanagement 65 und auch der Fachbereich 70, da diese eng mit dem Stadtumbau verbunden sind.

    „Wenn eine Thematik anläuft bzw. schon angelaufen ist, ist es schwierig, dort einzusteigen. Da wir bei der Entwicklung des Bauhofes bereits gestartet sind, habe ich diesen ebenfalls mit zugeordnet, ebenso wie als ehemaliger Polizist den Fachbereich 30 Sicherheit und Ordnung. Zudem wurde das Stadtmarketing in meiner Ägide aufgebaut, es steht nun erstmals auf einem vollständigen Fundament und kann sich nun weiter entwickeln, daher möchte ich es ebenfalls bei mir behalten”, erläuterte das Stadtoberhaupt.

    Zwei wesentliche Fachbereiche

    Mit Blick auf die künftigen Aufgaben von Marius Schmidt als Erster Stadtrat ergänzte er, dass dieser mit den FB 40 und 50 zwei wesentliche Fachbereiche erhalte: „Wir möchten die Kinderbetreuung in die frühkindliche Bildung verändern, dies ist ein Wunsch von Herrn Schmidt. Hier merkt man bereits die Bündelung der beiden Fachbereiche, denn es liegen viele Aufgaben in diesen beiden Bereichen. Durch die Zusammenlegung in ein Dezernat ergeben sich so viele Synergieeffekte. Ziel ist es zudem, die Kinderbetreuung in einen Eigenbetrieb umzuwandeln. Dieser ist mit etwa 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der personalintensivste Fachbereich, es muss alles gut vorbereitet sein und entsprechend organisiert werden. Dies traue ich Herrn Schmidt, der sich erbeten hatte, im sozialem Themenfeld aktiv werden zu können, ohne Zweifel zu.”

    Die beiden Fachdienste Kita-Verwaltung und Soziale Sicherung – unter anderem mit der Senioren- und Behindertenarbeit – werden zukünftig als Stabsstelle direkt bei Marius Schmidt als Erster Stadtrat zugeordnet sein, dieser ist damit dort unmittelbarer Vorgesetzter. Eine weitere Aufgabe, die sich aus dem FB 40 ergibt, ist die Reduzierung der drei Fachdienste Bildung und Kultur mit Stadtbücherei und vhs, Ehrenamt und Vereine sowie der Jugendförderung auf zwei Fachdienste. „Darüber hinaus soll die Bücherei ein Erlebnisbereich werden, um Menschen auch mit Büchern zusammenzuführen. Wir haben dort auch andere Medien wie Spiele, daher ist die grundsätzliche Überlegung, wie man künftig mit der Stadtbücherei umgeht. Dies ist eine wichtige Aufgabe, die ich Herrn Schmidt ebenfalls sehr gut zutraue, ebenso dass er hier gute Ideen hat, um eine Modernisierung des Angebotes zu erlangen.”

    Bürgermeister Störmer sieht es darüber hinaus als sinnvoll an, zu überlegen, wie man die Aufgabenstellung zwischen den Fachbereichen 40 und 50 mit Blick auf die Jugendförderung und die Familie zum einen, aber auch der Zusammenarbeit der Integrationslotsen mit der Arbeit von Frau Delceva, die sich um die Asylbewerber in Lampertheim kümmert, sinnvoll organisieren kann.

    Marius Schmidt wird sich auch mit Geschäftsführung der Biedensand Bäder befassen, wird parallel hierzu generell die Struktur der Beteiligungsgesellschaft überprüft. „Wir müssen schauen, ob diese 20 Jahre alte Struktur noch die richtige ist”, so Bürgermeister Störmer abschließend.

    Gestaltende Verwaltung als Ziel

    Auf Nachfrage des TIP betonte der künftige Erste Stadtrat Marius Schmidt: „Ich verantworte alleine im FB 50 177 MitarbeiterInnen und mit dem FB 40 ein sehr breites Aufgabenspektrum. Der Bürgermeister hat als Dienststellenleitung das alleinige Recht zur Verteilung der Dezernate. Wir haben uns in mehreren Gesprächen, in denen ich meine persönlichen Wünsche bezüglich der Zuständigkeiten äußern konnte, auf die Verteilung geeinigt. Wir versprechen uns hiervon weniger Reibungsverluste und die Schaffung von Synergien. Artverwandte Aufgaben wie Stadtentwicklungegesellschaft und der FB Bauen oder Bildung und Soziales sind nun in einer Hand.  Lampertheim kann sich auf einen Ersten Stadtrat freuen, der sein Amt mit Respekt, Demut, aber ohne Angst angeht. Der eigenen Heimatstadt dienen zu können, ist eine Ehre für mich. Dies verbindet mich auch mit dem Bürgermeister. Wir werden gestaltend und kollegial zusammenarbeiten. Ich selbst sehe zwei Leitsätze als Motto an: „Dem Gemeinwohl zu dienen, ist unsere Aufgabe’ (Zitat von Hans Pfeiffer) und: Mein Ziel ist die gestaltende Verwaltung.”  Dabei ist Marius Schmidt eine entsprechende frühzeitige Einarbeitung in seine künftigen Aufgabenfelder wichtig: „Um mich möglichst gut vorzubereiten, werde ich neben Gesprächen mi den Mitarbeitenden der Verwaltung, die teilweise schon vor Weihnachten gestartet sind, auch Praxistage in der Bücherei und in einer KITA absolvieren.” 

    Möchte als Erster Stadtrat dem Gemeinwohl dienen: Marius Schmidt. Archivfoto: Benjamin Kloos


    Vielfältige Aufgaben warten

    Dabei sieht er folgende wichtige Aufgaben auf sich zukommen: „Im Bereich der Bäder gilt es, die Sanierung des Hallenbades abzuschließen und zudem im Sommer 2021 möglichst höhere Besucherzahlen als im Corona-Sommer 2020 zu ermöglichen. Demfolgend steht die Sanierung des Schwimmerbeckens im Freibad an. Das Außengelände wollen wir im Winter durch eine zusätzliche Kulturveranstaltung besser nutzen, das Kiosk auf der Fliegerwiese könnte den Platz zwischen Frei- und Hallenbad mit Außenbestuhlung beleben. Im Fachbereich 40 sollen die Vereinsförderrichtlinien unter Einbeziehung der Vereine modernisiert werden, die Vereine sollen verbessert gefördert werden, wir wollen die Kulturtreibenden beim „Restart“ nach der Coronapause möglichst gut unterstützen, die Volkshochschule soll eine Rolle beispielsweise auch für kleine und mittlere Unternehmen bei Fortbildungen oder Ausbildung spielen.”

    Aus dem Fachbereich 50 „Kinderbetreuung“ soll laut Marius Schmidt der Eigenbetrieb „frühkindliche Bildung werden, wir wollen eine neue KITA in der Kernstadt, demfolgend eine neue Krippe in der Kernstadt und zusätzliche Plätze in Hüttenfeld und Hofheim. Perspektivisch wird es um den Ausbau von KITAs in Familienzentren gehen, im Moment ist die Herausforderung ‚Frühkindliche Bildung in Zeiten der Pandemie‘ zentral. Im Bereich ‚Soziale Sicherung‘ ist die Zielsetzung, ein Sozialzentrum als zentrale Anlaufstelle für Hilfesuchende und als Unterkunft für Sozialverbände (AWO-Kleiderkammer, Familienzentrum Bensheim) zu schaffen. Dieses kann in der Alten Schule entstehen, insofern die Seniorenbegegnungsstätte Teil eines „Haus der Generationen“ in der Zehntscheune wird. Aktuell erstellt wird ein Integrationskonzept, wir erhoffen uns wesentliche Impulse von der Integrationskommission, die nach der Kommunalwahl entstehen wird. Alles andere liest man ab 1.2. im TIP!”, so Marius Schmidt abschließend. Benjamin Kloos

     

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