Freiwillige Feuerwehr Biblis blickt auf ein arbeitsreiches Jahr zurück
Kinder und Jugendliche als Nachwuchs gesucht
Die Wehr- und Vereinsführung der Freiwilligen Feuerwehr Biblis mit Gemeindebrandinspektor Ingo Ess im Bild mit den Geehrten und Beförderten. Nach der harmonisch verlaufenden Versammlung war gemütliches Beisammensein mit Imbiss angesagt. Foto: Hannelore Nowacki
BIBLIS – Die kombinierte Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Biblis mit Vereinsmitgliederversammlung am Samstagabend war gut besucht. Wehrführer Jakob Seibert gab in seinem Bericht eine kurze Übersicht auf das vergangene Jahr. Die Einsatzabteilung mit einem guten Personalstand von insgesamt 44 aktiven Einsatzkräften am Stichtag 31. Dezember hatte vielfältige Aufgaben zu bewältigen. Zu 28 Brandeinsätzen und 21 technischen Hilfeeinsätzen wurde die Bibliser Wehr gerufen – mit insgesamt über tausend Einsatzstunden. Von den 2014 geleisteten 3.560 Gesamtstunden dienten 2.250 Stunden der Übung. Weitere 200 Mannstunden wurden für die Pflege der Fahrzeuge, Geräte und des Feuerwehrgerätehauses aufgewendet. Zwei Gerätewarte sind mittlerweile tätig, so dass es zu einer Entlastung der Einsatzkräfte gekommen sei. Das Löschfahrzeug HLF 20 wurde als Ersatzbeschaffung im Dezember an die Gemeinde ausgeliefert. Seibert dankte allen an der Beschaffung Beteiligten für ihre Unterstützung sowie der Werksfeuerwehr des Kraftwerks Biblis, die mit einem Fahrzeug ausgeholfen hatte. Wehrführer Seibert hob hervor, dass die 44 Einsatzkräfte ehrenamtliche Arbeit leisten, mit der sie für die Sicherheit der Bürger sorgen. Jugendwart Florian Müller macht eine Entwicklung Sorgen, die sich bereits abzeichnet: Auch wenn die gegenwärtige Personalstärke der Jugendfeuerwehr mit 11 Jugendlichen (8 Jungen und 3 Mädchen) noch als gut gilt, sieht Müller durch das große Freizeitangebot sowie den wachsenden Leistungsdruck in den Schulen, dass immer weniger Jugendliche Zeit und Lust auf das Hobby „Jugendfeuerwehr“ haben. Dabei wird den jungen Menschen einiges geboten - neben Übungen und interessanten Unterrichtsstunden gibt es viele weitere Aktivitäten. Thomas Kritsch berichtete über die Kinderfeuerwehr, die sich jeden zweiten Dienstag von 17 bis 18 Uhr im Feuerwehrgerätehaus trifft. Ein bunt gemischtes Programm erwartet die Kinder, die wie die Großen einen richtigen „Dienstplan“ haben. Da wird experimentiert, Schläuche werden ausgerollt und Wasser gespritzt. Außerdem stehen unter anderem Ausflüge, Backen und Basteln auf dem Plan. Das große Betreuerteam, selbst durch Familie und Beruf eingebunden, konnte Personalausfälle glücklicherweise immer kompensieren. Zur Mitgliederversammlung des Feuerwehrvereins berichtete der 1. Vorsitzende Marc Hermann. Er bedauerte, dass sich die Mitgliederzahl nach einigen Austritten wegen Erhöhung des Beitrags nicht erhöhen ließ, obwohl die Mitgliederwerbung von den Kameraden eifrig betrieben werde. Bei zahlreichen Veranstaltungen und Unternehmungen genossen die Vereinsmitglieder die Freizeit. Erfolgreich verlief der Tag der offenen Tür auf dem Stützpunkt; beim Weihnachtsmarkt wurden am Stand der Feuerwehr große Mengen an Kartoffelpuffern verkauft. Auch die Frauengruppe mit ihren zehn Mitgliedern ist sehr rührig, wie Ulrike Färbert berichtete. Im wenig spektakulären Jahr 2014 war die Kassenlage ausgeglichen, berichtete Rechner Manfred Gölz. Buchhaltungstechnisch blieb am Ende ein Überschuss von etwa 1.500 Euro in der Kasse. Die Rücklagen konnten somit nicht aufgefüllt werden, was aber auch nicht beabsichtigt sei. Die Mitgliedsbeiträge werden nach Vorgabe früherer Jahreshauptversammlungen zur Entlastung des gemeindlichen Haushalts sowie zur Förderung der Kinder- und Jugendfeuerwehr verwendet. In die Einsatzabteilung wurden rund 5.000 Euro, in den Nachwuchs etwa 2.000 Euro investiert. Doch dies ärgert den Rechner Gölz gewaltig: Als ehrenamtliche Hilfsorganisation mit mehr als 50 Einsätzen im Jahr muss die Feuerwehr mit ihrem Verein die Umsätze aus Festen versteuern, sofern sie die Freibetragsgrenze überschreiten. Bürgermeister Felix Kusicka hatte seine Grußworte bereits zu Beginn der Versammlung gesprochen, da er eine weitere Terminverpflichtung hatte. Hannelore Nowacki
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Beförderungen und Ehrungen
Kreisbrandinspektor Wolfgang Müller verlieh Peter Hoffmann für insgesamt 60 Jahre Einsatz bei der Feuerwehr und im Verein das Ehrenzeichen in Gold am Bande mit Ehrenurkunde. Diese Verbandsehrung des Bezirksverbandes Darmstadt sei „eine ganz besondere Ehrung“ betonte der Kreisbrandinspektor. Die Gratulanten standen anschließend Schlange, um dem Geehrten die Hand zu schütteln und ein Präsent zu überreichen.
Gemeindebrandinspektor Ingo Ess gab mehrere Beförderungen bekannt. Lizio Pascal ist jetzt Feuerwehrmannanwärter. Zum Feuerwehrmann wurden Fabian Schmidt, Patrik Kranz und Patrick Mihm befördert. Christian Platz wurde zum Oberfeuerwehrmann, Christian Durrer zum Hauptfeuerwehrmann befördert. Michael Engler trägt nach seiner Beförderung den Titel Löschmeister. Richard Knoll erhielt die Anerkennungsprämie des Landes Hessen mit Verleihungsurkunde für 40 Jahre „aktiven und pflichttreuen Dienst“, Michael Engler und Thomas Kritsch für 10 Jahre. Uwe Sacher (20 Jahre) konnte nicht kommen.