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Do., 02. April 2015, 14:51 Uhr
„Die Krautstorze“ spenden 1.000 Euro für Kinderhospiz Sterntaler
Kinderhospiz ein guter Ort des Lebens und Sterbens
Die Hofheimer Theatergruppe „Die Krautstorze“ spendete 1.000 Euro für das Kinderhospiz Sterntaler. Im Bild: 1. Vorsitzende Petra Bickelhaupt (links), Beate Däuwel, die sich für das Kinderhospiz über die Spende freute, und 2. Vorsitzende Kim Ramb. Foto: Hannelore Nowacki
MANNHEIM – Unheilbar kranke Kinder finden im stationären Kinderhospiz Sterntaler in Dudenhofen bei Speyer großartige Hilfe. Sie werden zwar nie mehr gesund, aber sie erfahren auf dem schön gelegenen Anwesen, das früher einmal eine Mühle und dann Hotel war, vielfältige Unterstützung. Gleichzeitig hilft das Kinderhospiz Sterntaler auch den Eltern und Geschwisterkindern, die für Tage, Wochen oder Monate von der Pflege entlastet werden und gemeinsam schöne Stunden erleben können. Das kostet Geld, ja sogar viel Geld. Doch die Hauptlast muss der Verein selbst tragen – und ist deswegen immer auf Spendengelder angewiesen. Anders ist die finanzielle Ausstattung bei den Hospizen für Erwachsene geregelt, bei denen Bund und Land für 90 Prozent der Kosten aufkommen und nur zehn Prozent aus Eigenmitteln aufgebracht werden müssen. Die jungen Patienten und ihre Familien kommen aus der gesamten Metropolregion, die Teil von drei Bundesländern ist. Am Donnerstagvormittag war eine Abordnung des Vorstandes der Hofheimer Theatergruppe „Die Krautstorze“ in das Mannheimer Büro des Vereins Kinderhospiz Sterntaler in A3, 2 gekommen, um das mitzubringen, was so nötig gebraucht wird: Eine Spende. Eine beachtliche Spende in Höhe von 1.000 Euro mit einem großen symbolischen Scheck fürs Foto. Das Geld kommt aus Erlösen von mehreren Aufführungen, die immer im Herbst stattfinden. Auch in diesem Jahr wird es wieder einen Schwank geben. „Die Krautstorze“ zählen 50 Mitglieder, etwa 15 Mitglieder schauspielern. Der Probecontainer musste vor einiger Zeit umgesetzt und renoviert werden, das hatte die Vereinskasse schwer belastet, erzählte Petra Bickelhaupt, 1. Vorsitzende der „Krautstorze“, aber die letzten beiden Jahre liefen wieder positiv. Sie, die 2. Vorsitzende Kim Ramb und Vorstandsmitglied Rudolf Bickelhaupt, der auch langjähriger Regisseur der erfolgreichen Theatergruppe und Ehemann der Vorsitzenden ist, erfuhren von Beate Däuwel, die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, viel Berührendes und Trauriges, aber auch viel Zuversicht aus der Arbeit des Kinderhospizes Sterntaler. „Wir sind auch ein Ort des Lebens“, erklärte sie mit einem optimistischen Lächeln. Im Juli werde der Erweiterungsbau mit einem Familiennachmittag eingeweiht, berichtete Beate Däuwel. „Das ist ein lang ersehntes Ereignis“. Dann stehen zwölf 20 Quadratmeter große Pflegezimmer zur Verfügung statt bisher drei – eine Mischung zwischen kleiner Intensivstation und Kinderzimmer. Pflegefachkräfte und Pädagogen kümmern sich um die jungen Patienten, es gibt Musiktherapie und vieles mehr. Unheilbar und fortschreitend krank bedeute nicht immer Krebs, erklärte Beate Däuwel, die meisten Kinder im Kinderhospiz Sterntaler leiden unter Muskel-, Stoffwechsel- und Herzerkrankungen mit tödlichem Ausgang. Die Angehörigen bekommen Zeit zum Abschiednehmen, wenn ein Kind verstorben ist, viele kommen über Jahre immer wieder, zum Gedenken an Geburtstagen oder Todestagen und zum Feiern, zum Beispiel an Weihnachten. Viele Geschwisterkinder haben hier neue Freunde gefunden. Doch erstaunlicherweise wissen nicht alle betroffenen Eltern von diesem Angebot. Däuwel erzählte von einer Mutter aus Heidelberg, die erst nach dem Tod ihres Sohnes von der Existenz des Kinderhospizes Sterntaler erfahren hatte. „Was macht ihr, wenn ihr keine Spenden mehr bekommt?“, fragte einmal ein Geschwisterkind. Das mag man sich gar nicht vorstellen. Bisher wurden 2,2 Millionen Euro in den Um- und Ausbau des Kinderhospizes investiert. In den ersten vier Betriebsjahren konnten 91 Kinder aufgenommen werden, die von ihren Eltern, Geschwistern und auch Großeltern begleitet wurden. Hannelore Nowacki