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  • Di., 14. Oktober 2014, 22:52 Uhr
    Einblick in jüdische Tradition / Nächster KiKiMo am 8. November

    Kinderkirchenmorgen feierte Laubhüttenfest

    BÜRSTADT - Am Samstag trafen sich über 30 Kinder - ausgestattet mit wetterfester Kleidung, denn es hatte zuvor kräftig geregnet - mit dem Helferteam zum monatlichen Kinderkirchenmorgen (KiKiMo). Doch dieses Mal nicht in der evangelischen Kirche, sondern auf dem Bürstädter NABU-Gelände. Dort wurden sie von Jürgen Manske, NABU-Mitglied und Kirchenvorsteher der evangelischen Kirchengemeinde, empfangen.

    Vor dem eigentlichen KiKiMo wurden zunächst im Rund der Feuerstelle die Krippenspiellieder für Weihnachten geübt. Die Chorleiterin der Gemeinde, Andrea Hintz-Rettenmaier, brachte sie den Kindern spielerisch und durch Bewegungen unterstützt bei.

    Anschließend ging es weiter mit einem Gottesdienst im Freien. Jürgen Manske führte durch die Liturgie. Das fünfköpfige KiKiMo-Team klärte die Kinder in einem Anspiel über die Hintergründe des jüdischen Laubhüttenfestes auf, um das sich der Vormittag drehen würde: Hier unterhielten sich eine Jüdin (Beate Fritz) und eine Christin (Ursula Michel) zunächst über die Bedeutung des siebten Tages der Woche, den Feiertag, den Gott allen Menschen schenkt, um zu ruhen. Den biblischen Hintergrund hierzu verlas eine Mitarbeiterin (Tanja Müller). Bei der Christin ist dieser siebte Tag der Sonntag, bei der Jüdin der Schabbat, der bereits am Freitagabend nach Sonnenuntergang beginnt, sobald drei Sterne am Himmel zu sehen sind, und den Samstag über andauert. Zusammen mit einer jüdischen Mutter (Julia Stockmann) und einem jüdischen Vater (Torsten Elfert) wurde das Ritual des Abendessens veranschaulicht. Hierzu stand ein Tisch mit zwei Kerzen, zwei in Tücher eingeschlagenen Broten, Salz, einem Krug mit Traubensaft und Bechern bereit. Jedes Element hat seine eigene Bedeutung über das eigentliche Essen und Trinken hinaus. Nachdem die Kinder zum Lied „Hava nagila“ einen Rundtanz getanzt hatten, wurden Brot und Saft vom Schabbat-Tisch an alle verteilt.

    Dann wurde das Fest, um das es an diesem Vormittag ging, erklärt: Das Laubhüttenfest - Sukkot. Ein Fest, in dem sich zwar auch Elemente des christlichen Erntedankfestes wiederfinden, das aber vor allem an den Auszug der Juden aus Ägypten mitsamt seinen Entbehrungen erinnert. Während dieser jahrelangen Wanderung wurden provisorische Hütten gebaut, die nach kurzer Zeit wieder abgerissen wurden, weil man weiterzog. Hieran erinnern die Laubhütten, die jüdische Gläubige auch heute noch für das Fest Sukkot bauen und in denen sie manchmal leben, zumindest aber ihre Mahlzeiten einnehmen. Für den Bau der Laubhütte (Sukka) gibt es verschiedene Vorschriften. So darf z. B. das Dach nicht geschlossen sein, damit die Sterne zu sehen sind. Die Sukka wird von den Kindern geschmückt, üblicherweise mit Früchten und Blättern.

    Nachdem im Gottesdienst noch verschiedene Lieder aus Israel gesungen wurden, in denen es um Frieden und Gemeinschaft geht, durften die KiKiMo-Kinder selbst eine Sukka bauen. Zwischen den Bäumen wurde ein feines Netz gespannt, über das auf dem Gelände gesammelte Zweige und Blätter gelegt wurden. Die Seitenwände bestanden aus Holz und Sträuchern. Die Esstische, die in die Sukka gestellt wurden, wurden mit Naturmaterialien geschmückt. Parallel wurden Sterne aus Holz und Bast zur Dekoration gebastelt. Bis das Essen gerichtet war, konnten die Kinder das NABU-Gelände erkunden, Nüsse sammeln und Blätter bestimmen.

    Nachdem die KiKiMo-Kerze angezündet und ein Tischgebet gesprochen worden war, stürmten die Kinder das Sukkot-Buffet, das das KiKiMo-Vorbereitungsteam für sie zusammengestellt hatte: Da gab es verschiedene Salate aus Gemüse, Getreide und Obst und dazu frisch gebackenes Brot mit verschiedenen Buttersorten sowie süßes Gebäck, Wasser und Saft.

    Der nächste Kinderkirchenmorgen am 8. November von 9.30 bis 12 Uhr - vorab um 9 Uhr Krippenspiel-Singprobe - findet wieder in der evangelischen Kirche statt. Alle Kinder ab vier Jahren sind herzlich hierzu eingeladen. zg

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