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Di., 06. Mai 2014, 10:19 Uhr
Die ersten Kinder kamen am 5. Mai zum Eingewöhnen
Kinderkrippe St. Michael am 2. Mai feierlich eingeweiht
Kindergartenleiterin Heike Kissel-Eltrop freut sich mit ihrem Team auf die neuen Aufgaben in der Kinderkrippe. Foto: Hannelore Nowacki
HOFHEIM – Die neue Kinderkrippe beim Katholischen Kindergarten St. Michael in der Kirchstraße wurde am Freitagnachmittag feierlich eingeweiht – in traumhafter Lage mit Blick bis zum Horizont über Wiesen und Felder und darüber der unendliche Himmel über der weiten Riedlandschaft. Wie ein großartiges Wandbild wirkt das große Fenster im Gruppenraum, doch in der lebendigen Natur ist einiges los. Vögel fliegen vorbei und ein Bauer bearbeitete sein Feld mit dem Traktor, aber man hört es nicht. Der Krippenanbau schmiegt sich ins Grün, wie ein dicker weicher Teppich liegt der neue Rasen am Haus. Die bunte Kletterburg im Garten wartet noch auf warmes Wetter. Bei der Einweihung der neu gebauten Kinderkrippe am Freitagnachmittag wanderten die bewundernden Blicke zur schönen Aussicht, im Mittelpunkt standen jedoch die gelungene Gestaltung der neuen Räumlichkeiten und die Freude bei allen Beteiligten, nun zwölf Betreuungsplätze für Kleinkinder im Alter von ein bis drei Jahren anbieten zu können. Warme Farben und helle Töne vom Boden bis zur hoch gestreckten Decke sorgen für Wohlgefühl – auch bei grauen Wolken am Himmel scheint in der Kinderkrippe auf diese Weise stets die Sonne. Zur Einweihungsfeier waren die Erzieherinnen, Vertreter von Elternbeirat und Förderverein eingeladen sowie Mitglieder des Pfarrgemeinderates und des Verwaltungsrates der Pfarrgemeinde St. Michael, Geistlicher Rat Pfarrer Günter Ott, Ortsvorsteherin Rita Rose und Architekt Werner Ofenloch waren gekommen. Pfarrer Adam Malczyk segnete die neue Kinderkrippe. Für die Stadt Lampertheim sprach Bürgermeister Gottfried Störmer, für den Kreis Bergstraße der Kreisbeigeordnete Volker Boser in Vertretung des Landrats. Als Bauherr kraft seines Amtes begrüßte der stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrates der Pfarrgemeinde St. Michael Bernhard Hossner die Gäste und berichtete aus der Historie der Kinderkrippe von den ersten Gesprächen 2008 im Verwaltungsrat und mit der Stadtverwaltung bis zur kürzlich erteilten Betriebserlaubnis. Nach der Planungsphase bis 2011 kam im August 2013 der Spatenstich, im Oktober wurde Richtfest gefeiert. Hossner dankte im Namen von Verwaltungsrat und Pfarrgemeinderat Kindergartenleiterin Heike Kissel-Eltrop und der Kindergartenbeauftragten des Verwaltungsrates Birte Wehlen für ihre tatkräftige Begleitung der Baumaßnahme. Für die zwölf Krippenplätze wurden vier Erzieherinnen und eine Reinigungskraft eingestellt. Die Gesamtkosten betragen 315.000 Euro, der Kreis Bergstraße leistet einen Zuschuss von 150.000 Euro. Das Grundstück stellte die Stadt Lampertheim zur Verfügung, die auch für die Personal- und Betriebskosten aufkommt. Der Bauherr zieht eine positive Bilanz: „Alles in allem eine gelungene Sache“. Zum genussvollen Ambiente passte die feierliche Schlüsselübergabe an die Kindergartenleiterin - Architekt Werner Ofenloch übergab Heike Kissel-Eltrop ein Backblech mit einem großen leckeren Schlüssel, der sogleich in mundgerechte Stücke zerteilt und den Gästen angeboten wurde.
Zur Einweihung segnete Pfarrer Adam Malczyk die Räume der Kinderkrippe. Foto: Hannelore Nowacki
Stimmen zur Einweihung der Kinderkrippe
Bürgermeister Störmer dankte dem Architekten und den bauausführenden Firmen für die schnelle Fertigstellung in nur neun Monaten. Auch sei von Anfang an eine große Kooperationsbereitschaft aller Beteiligten vorhanden gewesen. Die Investition greife erheblich in den städtischen Haushalt ein, machte der Bürgermeister deutlich, die Übernahme der Betriebskosten sei jedoch gesetzlich geregelt. Das benachbarte städtische Grundstück sei dazugegeben worden, die Spielgeräte im Freien werden noch erneuert. „Ich wünsche, dass alle Kinder in diesem Haus glücklich sind“, sagte Störmer. Denn hier sollen die Kinder nicht nur beaufsichtigt, sondern auch in ihrer Entwicklung gefördert werden. „Heute ist ein schöner Tag für die Eltern und Kinder in Hofheim“, meinte Kreisbeigeordneter Boser in seiner Ansprache und überbrachte die Glückwünsche von Landrat Matthias Wilkes. Vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Veränderungen mit zunehmender Berufstätigkeit und mehr Alleinerziehenden sei in den letzten Jahren der Bedarf an Ganztagsbetreuungsplätzen enorm gestiegen. „Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu optimieren ist ein Teil der Verantwortung den Familien gegenüber“, sagte Boser, „das Angebot ist aber auch ein Standortfaktor“. Er freue sich, dass bereits alle Plätze vergeben seien. Beeindruckt zeigte er sich vom „fantastischen Blick ins Grüne“. Pfarrer Malczyk hob die verantwortliche Aufgabe der Kirche hervor, die Eltern bei der Erziehung der Kinder im christlichen Geist zu unterstützen. Kindergartenleiterin Heike Kissel-Eltrop zeigte sich vor Freude gerührt: „Ich freue mich einfach – danke“, sagte sie und meinte: „Bessere Voraussetzungen kann man als Kindergarten-Leiterin gar nicht haben - ein tolles Team, einen tollen Elternbeirat und Förderverein“. Hannelore Nowacki
Foto: Hannelore Nowacki
Tag der offenen Tür am 5. Juli
Die Kinderkrippe stellt sich am 5. Juli der Öffentlichkeit, den Eltern und Angehörigen beim Tag der offenen Tür vor.
Kindergarten und Kinderkrippe St. Michael – Menschen und Räume
Seit über 60 Jahren besteht der Kindergarten St. Michael unter der Trägerschaft der Katholischen Pfarrgemeinde St. Michael. Leiterin des Kindergartens St. Michael ist seit Oktober Heike Kissel-Eltrop. Susanne Göbel ist stellvertretende Leiterin im Kindergartenbereich. Kristina Baum leitet stellvertretend die Kinderkrippe. Gegenwärtig werden insgesamt 75 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren in drei Gruppen mit je 25 Kindern betreut – von jeweils zwei Erzieherinnen. Eine pädagogische Fachkraft für Integration ist in Vollzeit beschäftigt.
In der neuen Kinderkrippe stehen zwölf Plätze für Kleinkinder im Alter ab einem Jahr zur Verfügung. Mit drei Jahren kommen die Kinder in den Kindergarten. Ein fließender Übergang wird angestrebt. Die Betreuungszeiten sind von 7 bis 16.30 Uhr. Die U3-Gruppe hat den Namen „Sternschnuppe“ bekommen, die drei Kindergartengruppen tragen die Namen der Himmelskörper „Sonne“, „Mond“ und „Sterne“.
Die kleine Felia hatte Spaß an ihrer Entdeckungsreise im Gruppenraum. Beim Blättern im Bilderbuch sprachen die Erzieherinnen Susanne Frömbgen und Kristina Baum (rechts) mit Felia. Foto: Hannelore Nowacki
Raum zum Spielen, Erleben, Schlafen und mehr auf 120 Quadratmetern
Wenn Kinder fröhlich lärmen, kann es schön laut werden. Moderne Schalldämmung in der neuen Kinderkrippe nimmt den Schall und bewahrt ausgelassene Freude am Spiel. Architekt Werner Ofenloch hat dabei an das Wohlbefinden von Kindern und Personal gedacht. Im Gruppenraum mit seiner hohen Firstdecke und großem Fenster mit Blick ins Grüne entsteht ein Gefühl der Freiheit, der Schlafraum lädt mit seinen Grüntönen zur Ruhe ein. Die Fenster geben auch hier den Blick ins Grüne und in den Himmel frei, lenken die Kleinen aber nicht ab. Aus einem der Fenster erhebt sich hinter Bäumen der barocke Kirchturm von St. Michael. Die elektrische Fußbodenheizung ist ideal für spielende Kinder und für den Mittagsschlaf in der kühlen Jahreszeit. Auf dem Dach können bei Bedarf Solarmodule zur Stromerzeugung installiert werden, wie Architekt Werner Ofenloch im Gespräch mit dem TIP erläuterte, sinnvoller Weise für den Eigenbedarf des Kindergartens. Angegliedert an den Gruppenraum ist eine Küchenzeile. Der Sanitärbereich ist für die Kleinen sehr komfortabel gestaltet – das winzige WC lockt mit rotem Polsterrand, das langgestreckte Waschbecken im modernen Design verfügt über mehrere Wasserhähne, die das Wasser berührungsfrei fließen lassen. Ein großzügiger Wickelbereich und eine Duschsitzwanne in Arbeitshöhe machen das Komfortangebot perfekt. Im Foyer befindet sich die Garderobe mit Sitzbank für die Kleinen, hier sind auch die Hausschuhe für die Eltern deponiert. Ein Abstellraum und ein WC für die Erzieherinnen komplettieren die räumliche Ausstattung. Damit jedes Kind weiß, wo sein Jäckchen hängt oder die Schuhe stehen oder in welchem Kasten das Bettzeug verstaut ist, bringen die Eltern die benötigte Anzahl Fotos ihres Kindes mit. Auch ein Familienfoto gehört dazu. Jedes Kind hat einen „Ich-Ordner“ (im Fachgebrauch „Portfolio-Ordner“) und einen Geburtstagskalender mit Foto. Das Außengelände wird mit Zuschuss der Stadt Lampertheim derzeit fertiggestellt. Hannelore Nowacki
Erst sechs Wochen ist Mia auf der Welt. Lauter interessante Sachen und Menschen lernte sie in wenigen Minuten kennen. Ihre Mama meldet sie für den nächsten März an. Foto: Hannelore Nowacki
Der erste Tag in der Kinderkrippe – ein Erlebnis für kleine Entdecker
Es ist Montag, der 5. Mai, und ganz ruhig im Gruppenraum. Der erste Betriebstag der neuen Kinderkrippe beginnt morgens mit der Eingewöhnung einzelner Kinder. Erzieherinnen Kristina Baum und Susanne Frömbgen begrüßen die Ankömmlinge und begleiten sie durch die erste Stunde. Ein riesiger Raum für ein Kind und die Mama oder die Oma oder den Papa. Jeden Tag eine Stunde an drei Tagen, dann ist die Eingewöhnungszeit nach dem bewährten Berliner Modell vorüber und die Kinder fühlen sich in der neuen Umgebung vertraut. Die kleine Felia, bald wird sie zwei Jahre alt, entdeckt den Puppenwagen und steuert ihn zur Mutter, zeigt ihr die Puppe. Auch zu Hause fährt sie gerne die Puppen durch die Gegend, erzählt die Mutter. Interessant findet Felia auch die Malstifte, die sie aufs weiße Papier setzt. Aber es gibt ja noch viel mehr – in einer Kiste sind Spielzeugautos, die sie ausprobiert. „Tut-Tut“ sagt sie und „Bagger“. „Macht es hier Spaß?“ Auf die Frage ihrer Mama antwortet Felia mit einem entschlossenen „Ja“. Der Papa freut sich, als er beim Abholen sieht, wie selbstbewusst sich sein Töchterchen im bisher unbekannten Terrain bewegt. Zwischenzeitlich ist die erst sechs Wochen alte Mia auf dem Arm ihrer Mutter zusammen mit Kindergartenleiterin Heike Kissel-Eltrop zu einem Rundgang durch die Räume der Kinderkrippe eingetroffen. Interessiert schaut die kleine Mia in die Runde und strahlt die nette Leiterin an. Schon jetzt wird sie für März nächsten Jahres angemeldet, denn die Plätze sind begehrt. Die zweijährige Zoe kommt mit ihrer Mama, die sich zunächst mit einer Erzieherin unterhält und die mitgebrachten Sachen auspackt, darunter Fotos, ein Ordner und eine Trinkflasche. Das stört Zoe gar nicht, sie hat schon das Spielhaus entdeckt und will die Haustür öffnen. Die Erzieherin zeigt den Kniff – und schon steht sie erstaunt in der kleinen Küche. Zielsicher sucht Zoe sich das nächste interessante Spielzeug aus. Für die ganz Kleinen gibt es eine Lauflernleiste mit Spiegel, die größeren Kinder können sich mit schönen Bilderbüchern vergnügen. Hannelore Nowacki