Empfang zum neuen Kirchenjahr der evangelischen Kirche / Walter Griesheimer mit Starkenburg-Medaille ausgezeichnet
„Kirche muss sich einmischen“
Präses Dr. Michael Wörner (Bergstraße; l.), Präses Paul Ewald (Ried; 2.v.l.), Dekan Karl Hans Geil (Ried, 2.v.r.) und stellv. Präses Irmgard Wagner (Bergstraße; r.) gratulieren dem ehemaligen Präses Axel Rothermel (3.v.l.) und Kirchenvorsteher Walter Griesheimer (Lampertheim; 3.v.r.) zur Auszeichnung mit der Starkenburg-Medaille. Foto: oh
KREIS BERGSTRASSE/LAMPERTHEIM - Der Glaube sei keine Privatsache. Wer aus dem Glauben heraus Nächstenliebe praktiziere und sich für Schwache einsetze, handele öffentlich. Das sagte der SPD-Politiker Thorsten Schäfer-Gümbel in seiner Festrede beim Empfang zum neuen Kirchenjahr in Heppenheim, den die beiden evangelischen Dekanate Bergstraße und Ried am Vorabend des 1. Advents traditionell gemeinsam veranstalten.
Das von der Evangelischen Kirche in Deutschland ausgerufene Themenjahr „Reformation und Politik“ verband der Vorsitzende der SPD Hessen mit einem leidenschaftlichen Appell an die Kirchen, sich gesellschaftlich einzumischen. Sich ausschließlich auf Seelsorge zu beschränken, sei eine große Gefahr. Gemeindliche Arbeit müsse auch gesellschaftlich wirken. “Wer sich einmischt, steht in der Tradition von Dietrich Bonhoeffer“, betonte Schäfer-Gümbel, der seit 2010 Mitglied der Kirchensynode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) ist.
Der Präses des Evangelischen Dekanats Bergstraße, Dr. Michael Wörner, hatte zuvor in seiner Begrüßung betont, dass sich die evangelische Kirche in der Region gesellschaftlich einmische und positioniere – etwa bei dem Engagement für den freien Sonntag.
Für ihr ehrenamtliches Engagement wurden beim Empfang zwei Persönlichkeiten mit der Starkenburg-Medaille ausgezeichnet: der langjährige Kirchenvorsteher Walter Griesheimer aus Lampertheim und der frühere Präses des evangelischen Dekanats Bergstraße, Axel Rothermel.
Der Dekan des Evangelischen Dekanats Ried, Karl Hans Geil, bezeichnete Walter Griesheimer als „rechten Mann am rechten Ort“, der Dinge verwirklicht habe, die unglaublich erschienen. Er erinnerte insbesondere an den Neubau der Lampertheimer Dom-Orgel, für die er maßgeblich die Finanzierung sicherstellte. Er habe als Kirchenvorsteher, als Mitglied im Personal- und Finanzausschuss und als stellvertretender Vorsitzender der ökumenischen Diakoniestation seine beruflichen Erfahrungen als Leiter der Rechnungsprüfung und Finanzsteuerung bei Daimler-Benz in die kirchliche Basisarbeit eingebracht.
Der neu gewählte Dekan des Evangelischen Dekanats Bergstraße, Arno Kreh, der sein Amt im Januar antreten wird, erläuterte die Jahreslosung für 2014 ‚Gott nahe zu sein ist mein Glück‘ (Psalm 73). Die Nähe Gottes könnten wir nicht selbst organisieren. Sie werde uns geschenkt, sagte Kreh und betonte: „Gott ist uns nah in Gemeinschaft mit anderen Menschen und wenn wir in seinem Namen Verantwortung für andere übernehmen“. zg