Do., 11. Dezember 2014, 13:11 Uhr
Zur Verkehrssituation in Biedensandstraße wird Konzept erarbeitet
„Kiss and Ride"-Parkplatz geplant
LAMPERTHEIM - Die Verkehrssituation in der Biedensandstraße, speziell rund um die Schulen, ist bei Schulbeginn und -ende äußerst problematisch. Glücklicherweise blieb es bisher nur bei leichten Unfällen, doch bevor es zu einem schwerwiegenden Zwischenfall kommt, haben unter Führung des Fachbereich 30 der Stadt Lampertheim Eltern, Schulen, Verkehrsbetriebe und Polizei sowie Vertreter der Hochschule Darmstadt am Dienstag im Rahmen eines Gesprächs nach Lösungen gesucht.
Hierbei wurde drei wesentliche Mängel festgestellt: So ist das Verhalten der Eltern beim Bringen und Abholen der Kinder alles andere als vorbildlich. Viele parken auf dem Gehweg, an Bushaltestellen oder im Wendehammer und gefährden somit den Verkehr. Auch plötzliches Wenden auf der Fahrbahn trägt nicht zur Sicherheit der Schüler bei. Doch auch diese müssen dringend etwas ändern, ist sich die Gruppe einig. Denn wer generell und gerade im Winter ohne Licht unterwegs ist, riskiert übersehen und angefahren zu werden. Ebenso fahren viele Schüler unüberlegt in Zweier- oder Dreierreihen und sind durch Kopfhörer unaufmerksam. Als dritter Kritikpunkt wurde das ÖPNV-Angebot ausgemacht. Überfüllte Busse, Zeitdruck bei Fahrern da es sich um reguläre Linien und nicht um reine Schulbusse handelt und damit verbundener stärkerer Privatverkehr sind hier die Hauptursachen für ein wachsendes Verkehrschaos.
Nun soll ein Konzept erarbeitet werden, bei dem drei Handlungsfelder eine wesentliche Rolle spielen. Wichtig ist hierbei zunächst eine rein organisatorische Änderung. Denn durch die Entzerrung des Busverkehrs kann bereits viel für eine Entspannung der Situation beigetragen werden.
Ebenfalls von großer Bedeutung sind aus Sicht des Arbeitskreises verhaltensregelnde Maßnahmen gegenüber Eltern und Schülern. Hierzu gibt es Überlegungen, Schulbegleiter zu installieren. Außerdem ist für den Januar eine große Schülerbefragung zum Radverkehr geplant.
Der dritte und am schnellsten umsetzbare Punkt sind verkehrsplanerische Änderungen. So soll im Bereich der Biedensandstraße/Schwimmbadstraße ein sogenannter „Kiss and Ride"-Parkplatz entstehen - als Kreisverkehr angelegt können die Eltern ihre Kinder dort aussteigen lassen und ihnen zuvor noch ein Küsschen geben - sofern dies gewollt ist. Der noch ausstehende nahe Weg zu den Schulen sei den Schülern durchaus zuzumuten und -trauen. Eine Einführung eines Einbahnstraßensystems wurde hingegen als nicht zielführend abgelehnt.
Unter Berücksichtigung all dieser Punkte wird jetzt ein Gesamtkonzept erarbeitet, die Umsetzung des Kiss and Ride"-Parkplatz soll bereits zeitnah erfolgen. Benjamin Kloos