
HOFHEIM – Drei Themen bewegten die rund 20 Teilnehmer der SPD-Sommertour mit Stadtverordneten und Mitgliedern aus Lampertheim und den Stadtteilen, an der sich auch Vertreter der Bürgergemeinschaft Hofheim (BGH) mit Ortsvorsteher Lothar Bauer beteiligten: Mehr Ü3-Kita-Plätze für Hofheim, die Gefahren im innerörtlichen Verkehr durch Raser und die Anliegen der Freiwilligen Feuerwehr.
SPD-Stadtverordneter und stellvertretender Ortsvorsteher Thomas Meier, der durch Hofheim führte, dankte für das zahlreiche Erscheinen und der Bürgergemeinschaft für die gute Zusammenarbeit. Die Situation der Kita-Versorgung der über Dreijährigen in Hofheim wird von den Genossen weiterhin als nicht ausreichend erachtet – seit der Sommertour vor zwei Jahren genau an dieser Stelle auf der weitläufigen Grünfläche hinter der evangelischen Friedenskirche köchelt das Thema vor sich hin. Die Idee damals wie heute war eine temporär nutzbare Kita in Modul-Bauweise für zwei Gruppen anstatt eines aufwändigen Neubaus. Weiterhin würden 70 Plätze benötigt, bekräftigte Meier, warum aber gebe es bislang keine Modullösung? Bürgermeister Alexander Scholl (CDU) müsse Farbe bekennen, es gehe um Kinder. „Es geht uns um das Wichtigste in der Welt.“ Was wolle der Bürgermeister Leuten sagen, die ihre Kinder in den Rosengarten fahren müssen? Ortsvorsteher Bauer stellt sich vor, die Container nur für zwei anstatt Jahre anzumieten, die Plätze bräuchte man zur Überbrückung bis 2028. Denn laut aktuellem Kindertagesstättenbedarfsplan der Stadt Lampertheim für 2026 und 2027 sei die Lage bis dahin angespannt. SPD-Fraktionsvorsitzender Jens Klingler kritisierte die Planung der Stadtverwaltung, die von einer rückläufigen Kinderzahl ab 2028 ausgehe und daher eine Modullösung nicht in Betracht ziehe. Vielmehr gebe es in Lampertheim Zuzug und auch Bedarf.
Fakt sei, dass die Planung immer um 40 Plätze überschritten worden sei. In über 30 Jahren in der Lokalpolitik habe er noch nie erlebt, dass Kitas zurückgebaut wurden. Zu bedenken gab Klingler, dass die alte Villa in der Saarstraße mit 50 Kindern in zwei Gruppen ab 2028 nicht mehr zur Verfügung stehe. In Hofheim müssten wegen der Mangelsituation Kinder, die erst im September drei Jahre alt werden, ein ganzes Jahr bis zur Aufnahme in die Kita warten. Ortsvorsteher Oliver Schmitt (SPD) aus Rosengarten meinte, dass 70 fehlende Plätze ein Problem seien, das die Kita in Rosengarten nicht ausgleichen könne. Schon jetzt seien viele Hofheimer Kinder dort. Das Thema Kita-Bedarfsplan stand am Donnerstag dieser Woche auch beim Sozial-, Bildungs- und Kulturausschuss auf der Tagesordnung. Auf dem Weg zur Feuerwehr machten sich die Sommertour-Teilnehmer ein Bild von den gefährlichen Stellen für Fußgänger, vor allem am Alten Rathaus. Hier könnte sich Ortsvorsteher Bauer eine Ampel vorstellen, wie jetzt in Bobstadt, Auch sei es schwierig bei viel Verkehr mit dem Auto zum Beispiel aus der Meymacstraße in die Backhausstraße einzubiegen, berichtete Margit Kühn (BGH).
Foto: Hannelore Nowacki
Risse in den Wänden und Enge bei der Feuerwehr
Bei der Freiwilligen Feuerwehr wurden die Besucher schon von der Führungsmannschaft mit Wehrführer Heiko Seib und Stellvertreter Philipp Lösch erwartet, dabei auch Stadtbrandinspektor (SBI) Sven Gleißner und Stellvertreter Dirk Wagner. „Was hättet ihr gerne?“ Nach dieser auflockernden Frage von Thomas Meier ging es gleich um das Hauptthema bei der Besichtigung des Gebäudes: Wehrführer Seib sprach Klartext: Über die Baumängel wisse jeder Bescheid und das größte Dilemma seien die Umkleiden. Eine Erweiterung sei nötig, aus Platzgründen in den Hof hinein. Ein Nachteil liegt auf der Hand – der Kerweplatz würde kleiner. SBI Gleißner wies auf die Machbarkeitsstudie für alle Ortsteile hin, über eine Erweiterung in Hofheim werde nachgedacht. Und am Dienstag werde im Feuerwehrbeirat mit Bürgermeister Scholl über den Bedarfsplan gesprochen. Dabei gehe es auch um Lagerkapazitäten und Umkleiden. Auffällig waren beim Rundgang die Risse in den Wänden in jedem Raum, das seien Setzrisse seit der Neubau 2011/12 errichtet wurde, erfuhren die Besucher von Zugführer Jürgen Rettig. Die räumliche Enge wurde überall deutlich: In der Fahrzeughalle, wo auch das Rettungsboot quer steht, in der Umkleide, in der Atemschutzpflegestelle und in der Werkstatt. Atemschutzgerätewart Lars Wahl erklärte den Besuchern, dass die Pressluftatmer für die 27 Atemschutzgeräteträger in Lampertheim befüllt werden müssen, weil der Kompressor in Hofheim schon seit fünf Jahren defekt und „außer Dienst“ sei. Eine Neuanschaffung wäre mit mindestens 20.000 Euro zu teuer. Mit der Geräteausstattung insgesamt sei man aber sehr zufrieden. Interessante Informationen erhielten die Besucher über die vielseitigen Aufgaben der Feuerwehr. Am Ende der dreistündigen Sommertour gab es bei der Feuerwehr Bratwurst.
Hannelore Nowacki
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